Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Von Monet zum digitalen Impressionismus in der Fondation Beyeler

Im Rausch von Form und Farbe



Claude Monet, Die Kathedrale von Rouen, das Portal (Morgenstimmung), 1893

Claude Monet, Die Kathedrale von Rouen, das Portal (Morgenstimmung), 1893

1899 begann Claude Monet einen Zyklus aus Seerosen und Lilienbildern, der ihn bis zu seinem Tode im Dezember 1926 beschäftigte. Die Abbildung des Gegenstandes sollte zunehmend zurückgenommen werden und sich zu abstrakten Bildlösungen hinbewegen. Die Flüchtigkeit des durch Lichteindrücke evozierten Augenblickes sollte Vorrang vor der Mimesis erhalten, in einer Zeit, in der diese Aufgabe durch die sich entwickelnde Fotografie übernommen wurde. "Ich will das Unerreichbare. Andere Künstler malen eine Brücke, ein Haus, ein Boot und das war’s. Ich dagegen will die Luft malen, die die Brücke, das Haus, das Boot umgibt, die Schönheit der Luft, die diese Objekte umgibt und das ist nichts Unmögliches“, so Monet.



1927 fand das Werk mit der Einweihung der Pariser Orangerie seinen Höhepunkt. Spätere künstlerische Richtungen wie der abstrakte Expressionismus, das Informel oder der Tachismus sollten sich gerade an diesem Teil des Œuvres Monets orientieren. Vor allem im Hinblick auf die Wahl des Formates hatten seine Gemälde Vorbildfunktion. Diesem Spätwerk Claude Monets, das in den 1890er Jahren in Giverny seinen Anfang nahm und seit den 1950er Jahren auf Künstler verstärkt Einfluss ausüben sollte, nimmt sich die Baseler Fondation Beyeler zum Anlass, den Werken Monets die Arbeiten der Nachfolgegenerationen in der Ausstellung „Claude Monet ... bis zum digitalen Impressionismus“ gegenüberzustellen.

Um 1890 begann Monet in Serien zu arbeiten. Oft entstanden mehrere Bilder parallel, die von verschiedenen Lichtstimmungen ausgingen. Diese Arbeiten stehen am Anfang der Ausstellung. Als ein Versuch des Abbildens des Sehens entstanden unter anderem in den Jahren 1892 bis 1893 in Rouen insgesamt dreißig Bilder der gotischen Kathedrale Notre–Dame, von denen nun eine Auswahl in Basel zu sehen ist. Bei dem Rundgang durch die Schau folgt die Frage nach dem abstrakten Arbeiten bei Monet. Obwohl dieser stark abstrahierte, wie bei der japanischen Brücke, um 1918 entstanden, ging er bis zuletzt bei seinen Arbeiten vom Gegenstand aus, wohingegen die Künstler der 1950er Jahre auch die Rahmenbedingungen der Malerei wie Form oder Material zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten nahmen.

In Folge sind Werke zu finden, die entweder die Abstraktion fortführen, ähnliche oder gleiche Vorlagen verwenden oder andere formale Parallelen aufweisen. Nicolas de Staël malte 1954 in Öl auf Leinwand das Bild „Le Pont Saint Michel, la nuit“. Im Kontext der Ausstellung könnte dieses Bild nun als Umkehrung der Monetschen Gedanken rezipiert werden: nicht verschiedene Lichtverhältnisse werden archiviert, sondern der Mangel des Lichtes.

Das Material als Träger von Informationen hatte es dem spanischen Künstler Antoni Tápies angetan. Von diesem ist das Bild „Infinit“, 1988 gemalt, in der Ausstellung. Ist dieses graue Bild ein Verweis auf den Versuch der Unendlichkeit in der Allover–Malerei? Kontradiktorisch dazu erscheint das Farbkissen „Mystische Verlobung“ Gotthard Graubners von 1986. Die in organischen Spuren aufgetragene Farbe glüht aus dem Träger heraus.

Nach dem Kritiker Clement Greenberg habe die Malerei Monets der modernen Malerei den Weg gebahnt, indem er sich um Flächigkeit und Reinheit bemühte. Unter den abstrakten Expressionisten sind Mark Rothko ebenso in der Ausstellung vertreten, wie Jackson Pollock. Auch die Farbfeldmalerei eines Clyfford Still oder Barnett Newman habe nach Greenberg bei Monet ihre Wurzeln.

Die „Tokyo Mural“ von Sam Francis aus dem Jahr 1957 scheint am nächsten den Grandes Décorations von Monet in der Pariser Orangerie zu kommen. In dem Bild Francis’ bedecken organisch-florale Formen die großformatige und mit 8 Metern Länge extrem querformatige Leinwand. Auch Sam Francis „Round the World“ scheint nicht nur eine Suche nach einer Allover-Lösung zu sein. Zugleich hat dieses Gemälde stark vegetative Anmutung. „Das Malen kann ein Gespräch mit sich selbst sein und zugleich auch ein Gespräch mit anderen Gemälden“, so Jasper Johns 1989. Und in Dialog mit den Vorgängern stehen die Gemälde Ellsworth Kellys, der erzählt, dass er nach seinem Besuch in Giverny sein erstes monochromes Bild gemalt habe. Das „Tableau vert (EK 62) malte er 1952 in Öl auf Holz. Neben diesem noch in verschiedenen Grünwerten changierendem Bild zeigt die Sammlung Beyeler auch das 1997 als shaped canvas entstandene Bild „Green Curves (EK 854)“ mit radikal einheitlichem Grün. Auch Andy Warhols „Flowers“ sind in der Baseler Ausstellung anzutreffen: Eine Blüte in Orange und eine in Blau liegen auf der großformatigen Leinwand vor grünem Grund.

Eine Parallele zwischen neuen Medien und den Bildern Monets wird am Moment der Zeit, vor allem der Flüchtigkeit gezogen. Einleitend steht diesen Arbeiten Robert Rymans Malerei in monochromen Weiss voran. Die Vielfalt, die aus der Reduktion der Form und des gewählten Materials entstehen kann, soll damit veranschaulicht werden. Angela Bullochs „Pixelboxen“ bestehen aus einzelnen Modulen, die jeweils drei Röhren der Bildschirmfarben Rot, Grün und Blau enthalten. Mit der Arbeit „Z Point“ von 2001 erfährt ein Ausschnitt des Filmes „Zabriskie Point“ von Michelangelo Antonioni aus dem Jahr 1970 eine Verfremdung durch Bullochs Module. Eine Explosion wird durch Vergrößerung und Slow Motion zu einem sich ständig neu generierenden Farbfeld.

Horizontale Ausschnitte der Wirklichkeit erscheinen vertikal in Monet späten Gemälden. Die von subjektiver Handschrift bereinigte geometrische Abstraktion erscheint bei Adrian Schiess als horizontal am Boden ausgelegte farbige Aluverbundplatten. Der isländische Künstler Olafur Eliasson bindet die Umgebung des Basler Museums in seine Arbeit ein: „Your spiral view“ lenkt den Blick auf das Bassin vor der Fondation Beyeler, in dem Seerosen blühen.

Die von Verena Formanek und Markus Brüderlin kuratierte Schau ist noch bis zum 18. August in der Fondation Beyeler täglich von 9 Uhr bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt beträgt 16 bzw. 20 Franken, ermäßigt 14 bzw. 18 Franken. Begleitend zur Ausstellung erschien ein 250seitiger bebilderter Katalog, in dem das Konzept der Schau anhand begleitender Texte dargelegt wird.

Kontakt:

Fondation Beyeler

Baselstrasse 101

CH-4125 Riehen

Telefax:+41 (061) 64 59 719

Telefon:+41 (061) 64 59 700

E-Mail: fondation@beyeler.com

Von Monet bis zum digitalen Impressionismus



07.07.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Boehl

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 14

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (3)Variabilder (9)

Veranstaltung vom:


28.03.2002, Claude Monet ... bis zum digitalen Impressionismus

Bei:


Fondation Beyeler

Bericht:


Die Welt im Fluss

Bericht:


Lichtzauber zum 20. Geburtstag

Bericht:


Markus Brüderlin überraschend gestorben

Variabilder:

Claude Monet in seinem Atelier, um 1921
Claude Monet in seinem Atelier, um 1921

Variabilder:

Robert Ryman,
 Branch, 1980
Robert Ryman, Branch, 1980

Variabilder:

Clyfford Still,
 1951-D, 1951
Clyfford Still, 1951-D, 1951

Variabilder:

Ellsworth Kelly, Green Curves (EK 854), 1997
Ellsworth Kelly, Green Curves (EK 854), 1997







Claude Monet in seinem Atelier, um 1921

Claude Monet in seinem Atelier, um 1921

Robert Ryman, Branch, 1980

Robert Ryman, Branch, 1980

Clyfford Still, 1951-D, 1951

Clyfford Still, 1951-D, 1951

Ellsworth Kelly, Green Curves (EK 854), 1997

Ellsworth Kelly, Green Curves (EK 854), 1997

Claude Monet, Der Seerosenteich am Abend, 1916-1922

Claude Monet, Der Seerosenteich am Abend, 1916-1922

Angela Bulloch, Z Point, 2001

Angela Bulloch, Z Point, 2001

Olafur Eliasson, Your spiral view, 2002

Olafur Eliasson, Your spiral view, 2002

Sam Francis, Round the World, 1958/59

Sam Francis, Round the World, 1958/59




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce