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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Kunsthaus Bregenz mit erster Corona-Ausstellung

Annette Messager, Certitudes – Incertitudes, 2019/20

Unter dem Titel „Unvergessliche Zeit“ präsentiert das Kunsthaus Bregenz von diesem Wochenende an Werke von sieben zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die entweder die Corona-Krise reflektieren oder sich als ihre Vorahnung lesen lassen. Das Spektrum der Schau bildet dabei die Bandbreite der menschlichen Reaktionen auf eine derartige Krisensituation ab. Neben stillen und intimen Arbeiten stehen auch apokalyptische Voraussagen. Andere Werke fragen nach den gesellschaftlichen Konsequenzen der Krise oder thematisieren die Gefahr durch politische Entfremdung und den Verlust demokratischer Rechte. Für Thomas Trummer, den Direktor des Kunsthauses Bregenz, reagiert die Schau direkt auf die gegenwärtige Situation: „Diese Ausstellung ist nur genau zu diesem Zeitpunkt in dieser Form möglich. Es sind einfühlsame Einblicke in die gegenwärtigen Existenzbedingungen von Isolation und Gefährdung. Diese Ausstellung ist ein einzigartiger Abdruck einer unvergesslichen Zeit.“

Die 1970 in Staffordshire geborene Helen Cammock erforscht in ihrem Film „Idleness“, was es bedeutet, durch die Pandemie ausgebremst zu werden. Blicke aus dem Fenster, Aussichten auf die englische Landschaft, auf Haine, Wälder und Hinterhöfe wechseln mit Nahaufnahmen. Die Bilder tasten sich an die Dinge heran. Cammock unterlegt ihre filmischen Streifzüge mit einer lyrisch anmutenden Stimme. Gedanken und Gesänge klingen an, sie zitiert Nina Simone, Maya Angelou, Walter Benjamin. Alle diese Eindrücke sind von Entschleunigung geprägt und korrespondieren mit dem titelgebenden Thema des Filmes „Idleness“, der Trägheit.

Rabih Mroués Werke sind zwischen bildender Kunst, Theater und wissenschaftlichem Vortrag angesiedelt. Mroué interessiert sich dafür, wie Bilder Geschichten konstruieren. Diese Gedanken spiegeln sich auch in seiner Arbeit „Chalk Outlines“ mit Umrissen menschlicher Figuren in weißer Kreide auf schwarzem Untergrund wider. Hastig wechseln die Bilder, die Figuren vereinzeln, schweben oder zucken. Sie wirken geritzt und schattenhaft wie Radierungen, Graffiti oder mangelhafte Negative. Ob die dargestellten Menschen schlafen oder ob man auf die Umrisse einer Tatorterhebung blickt, bleibt offen. Nur ein eingefügter Text lässt erahnen, dass es sich um ein Selbstporträt des libanesischen Künstlers in Zeiten der Isolation handelt.

Marianna Simnett will den Körper als Schauplatz der Transformation erforschen. Das Kunsthaus Bregenz präsentiert zwei Werke der Künstlerin, die während des globalen Shutdowns entstanden sind. In dem Film „Tito’s Dog“ hinterfragt die Britin ihre eigene Identität. Mithilfe von Schminke und Prothesen, abwechselnd Kroatisch und Englisch sprechend, verwandelt sich Simnett vom menschlichen Wesen in einen Deutschen Schäferhund. Dabei erzählt sie eine Geschichte über das Überleben und den Selbstmord von Tieren. Die Französin Annette Messager, die in den 1980er Jahren durch ihre „Chimären“ genannten Installationen aus übergroßen Alltagsgegenstände, Fotografien verzerrter Körperteile, Stofftieren und abgehängten Netzen bekannt wurde, musste sich im vergangenen Oktober einer Kopfoperation unterziehen. Als Reaktion darauf malt sie seit der Corona-Krise Aquarelle mit Schädeln zwischen erhabener Schönheit, intimer Sensibilität und furchteinflößender Todesahnung.

Das von William Kentridge 2016 gegründete „The Centre for the Less Good Idea“ beteiligt sich in Bregenz mit einer filmischen Arbeit. In dem Johannesburger Kunstzentrum werden gewöhnlich Performances, Musikdarbietungen und Theaterstückte aufgeführt. Eine für April 2020 geplante Veranstaltungsserie musste aufgrund der Verbreitung des Coronavirus abgesagt werden. Die ursprünglich geladenen Kunstschaffenden wurden gebeten, digitale Beiträge zu übermitteln. Bronwyn Lace, Direktorin des Zentrums, stellte einige dieser Arbeiten in der Länge von je einer Minute zu einem abwechslungsreichen Instagram-Thread zusammen. Im Kunsthaus Bregenz ist dieser Zusammenschnitt unter dem Titel „29 Long Minutes“ erstmals als Film zu sehen.

Als Dokumente erstaunlicher Vorahnung versteht Thomas Trummer eine Serie von Bildern, an denen Markus Schinwald schon in den 1990er Jahren arbeitete. Dafür erwarb er Porträts aus dem 19. Jahrhundert, verfremdete die Abgebildeten, fügte Gebrechen und körperliche Beeinträchtigungen hinzu. Mit Brillen, Spangen und verstörenden medizinischen Gerätschaften manipulierte er die Gesichter. Unter ihnen finden sich auch Masken, wie sie derzeit im öffentlichen Raum vorgeschrieben sind. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie entwickelt die 1970 geborene Polin Ania Soliman eine Serie von Instagram-Posts und hat dafür Zeichnungen zu einem Online-Tagebuch zusammengestellt, in dem es um Sinnsuche und Selbstvergewisserung geht. Es sei ein Projekt über Intimität, Gedächtnis und die Technologien der Kommunikation, so Soliman. Die quadratischen Zeichnungen, die im Kunsthaus Bregenz im Original hängen, hat sie jeweils mit einem Datum, einem Motiv im Zentrum und einen Text in roter umlaufender Schrift versehen und bildliche Verweise auf Bildschirmoberflächen, Computerbefehle, Programmanweisungen, manchmal auch politische Zeichen oder Flaggen integriert.

Die Ausstellung „Unvergessliche Zeit“ läuft vom 5. Juni bis zum 30. August. Das Kunsthaus Bregenz hat donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 11 Euro, ermäßigt 9 Euro bzw. 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre ist er kostenlos.

Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
A-6900 Bregenz

Telefon: +43 (0)5574 – 485 94 0
Telefax: +43 (0)5574 – 485 94 408

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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Veranstaltung vom:


05.06.2020, Unvergessliche Zeit

Bei:


Kunsthaus Bregenz

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

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Helen Cammock, They Call it Idlewild, 2020
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Ania Soliman, journal of confinement, 2020
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Markus Schinwald, Grita, 2010
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Rabih Mroué, Chalk Outlines, 2020
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Annette Messager, Werk aus der Serie „Certitudes-Incertitudes“,
 2019/20
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