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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mehrere Privatsammlungen, darunter den zweiten Teil der „Schwarzach Collection“ mit Mörsern aus fünf Jahrhunderten, hat Lempertz in Köln für seine Versteigerung mit Kunsthandwerk aufgetan

Armee der Stampfer



Andreas Roßner, Renaissance-Pokal, Nürnberg 1592/1601

Andreas Roßner, Renaissance-Pokal, Nürnberg 1592/1601

Ein vergoldeter und an seiner Bekrönung farbig gefasster Traubenpokal der bildet mit einer Schätzung von 80.000 bis 90.000 Euro einen Höhepunkt der kommenden Versteigerung von Kunsthandwerk bei Lempertz. Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert schuf der Nürnberger Meister Andreas Roßner das kostbare Gefäß. Den virtuosen und à jour gearbeiteten Fuß hielt er in Form eines Weinstockes, an dem sich gerade ein Holzfäller mit seiner Axt zu schaffen macht. Auch die Bekrönung mit dem floral durchbrochenen, noch farbig gefassten Schmeck zeichnet das Renaissance-Gefäß aus. Das Motiv eines Holzfäller mit Axt an einem Traubenpokal wählte wenige Jahre später Michael Müllner ebenfalls aus der großen fränkischen Handelsstadt, setzte es allerdings nicht ganz so vollkommen um. Daher stehen hier nur 10.000 bis 14.000 Euro auf dem Etikett. Hans Pezolt gehörte damals zu den produktivsten Silberschmieden Nürnbergs. Offenbar im Auftrag des Stadtrates schuf er einen mit Beschlagwerk geschmückten Pokal, dessen Kuppa an der Unterseite das Wappen von Betzenstein zeigt und vermutlich als Geschenk dorthin kam. Für 20.000 bis 24.000 Euro könnte ihn die oberfränkische Kleinstadt zurückerwerben.


Ein steigender Steinbock bildet den krönenden Abschluss eines Augsburger Muschelpokals, dessen Schaft die Gestalt eines Edelmanns mit gewundener Schlange in der rechten Hand besitzt. Hans Otto hat das originelle Stück in den 1660er Jahren hergestellt (Taxe 14.000 bis 20.000 EUR). Das Wappen der Sieneser Familie Bargagli prangt auf einer großen klassizistischen Deckelterrine des Rigaer Meisters Johann Joachim Krusemann aus der Zeit um 1778/80 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Zwei prachtvolle Terrinen fertigte der Augsburger Johann Georg Christoph Neuss um 1821/22 im Auftrag des Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz im Empire-Stil an. Die eine Schale wird von vier Widdern, die andere von Schwänen getragen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Bis ins 20. Jahrhundert zieht sich die reiche Silberauswahl bei Lempertz, etwa zu dänischen Artefakten wie mehreren Jugendstil-Objekten Georg Jensens, darunter seinem eleganten Zuckerstreuer No. 4 von 1909 (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR), Evald Nielsens bauchiger Teekanne, die auf einem Blütenbouquet mit vier Füßen ruht (Taxe 3.500 bis 3.800 EUR), oder zu den 151 Teilen des Art Déco-Bestecks „Vauban“ aus dem Pariser Haus Jean-Emile Puiforcat (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Eine schlanke Sakeflasche aus Meißen, die um 1725 in fernöstlicher Manier von der Augsburger Hausmalerin Anna Elisabeth Auffenwerth prachtvoll bemalt wurde, gehört zu den interessantesten und mit 30.000 bis 40.000 Euro kostbarsten Porzellanofferten. Noch einmal rund 10.000 Euro mehr soll die Skulpturengruppe „Der indiskrete Harlekin“ kosten, bei der der titelgebende Komiker einer jungen, mit ihrem Liebhaber schmusenden Frau ungeniert unter den Rock guckt. Wohl Meißens berühmtester Modelleur Johann Joachim Kändler erarbeitete die Vorlage um 1740. Für das eher seltene Frankenthaler Porzellan steht ein junges Schäferpaar beim Flötenunterricht, eine feine Rokoko-Erfindung Johann Friedrich Lücks aus dem Jahr 1758 in einer wenig späteren Ausformung (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).

Die teuersten Fayencen, drei große Delfter Vasen des späten 17. Jahrhunderts mit vielfigurigen Chinoiserien in Etagenlandschaften, stammen aus einer umfangreichen Kopenhagener Privatsammlung (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), die auch drei prächtige Empire-Leuchterpaare des frühen 19. Jahrhunderts unter anderem wohl von Pierre Philippe Thomire aus Paris und Johann Georg Danninger aus Wien stellt (Taxen zwischen 20.000 und 40.000 EUR). Außerdem kommen aus dieser Sammlung für jeweils 15.000 bis 20.000 Euro zwei Eglomisé-Gemälde des auf solche Bilder spezialisierten Graveurs Jonas Zeuner von 1786 zum Aufruf. Zu sehen sind zwei filigran gestaltete Architekturmotive aus der Grachtenstadt Amsterdam.

Das Wappen der Stadt Neuss tragen zwei 1674 datierte Zinnkannen von Peter Gummersbach aus Köln. Vielleicht wurde damals aus Anlass des Abzugs französischer Truppen jedem der zwölf bis vierzehn Neusser Ratsherren ein solches Gefäß geschenkt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Unter den Möbeln ragt ein ebonisierter Kabinettschrank aus Neapel um 1700 hervor, dessen Front mit einer Reihe antiker Ruinenlandschaft in Hinterglasmalerei geschmückt ist. Sie wurden möglicherweise von einem Mitarbeiter Luca Giordanos angefertigt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Ein unbekannter Meister aus Paris zeichnet für einen eleganten zweitürigen und vergoldeten Bronzebeschlägen des mittleren 18. Jahrhunderts verantwortlich (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR).

Eigentlich schon ein Objekt der bildenden Kunst ist die Terrakotta-Büste eines selbstbewussten Herrn, der sich anhand seines Emblems auf der Brust als Angehöriger des Ordens vom Goldenen Vlies zu erkennen gibt. Früher dem 1606 verstorbenen Flamen Jacques Jonghelinck zugeschrieben, sieht Lempertz eher einen italienischen Meister aus dem Umkreis Gian Lorenzo Berninis oder Alessandro Algardis gegen Mitte des 17. Jahrhunderts am Werk (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Ein liegender Pudel samt Knochen ebenfalls aus Terrakotta wird dem Umkreis des französischen Bildhauers Claude Michel, genannt Clodion, zugewiesen (Taxe 22.000 bis 24.000 EUR). Aus einer norditalienischen Sammlung stammt eine größere Anzahl von Marmorreliefs, darunter ein Quartett querovaler Plaketten mit Jahreszeitendarstellungen in Gestalt spielender Putten wohl aus der Nachfolge Gerard van Opstals (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Einen eigenen Katalog hat Lempertz dem zweiten Teil der Mörser-Sammlung „Schwarzach“, benannt nach ihrem Entstehungsort im Odenwald, gewidmet; der erste Teil war vor einem Jahr zum Aufruf gelangt und großteils erfolgreich an den Mann gebracht. Die fast 150 Objekte stammen auch diesmal aus aller Herren Länder von England bis Afghanistan. Preislich bewegen sie sich im drei- und vierstelligen Bereich, nur ein Braunschweiger Ellenbogenmörser des frühen 15. Jahrhunderts wohl von Henning Bussenschutte und zwei ebenfalls spätgotische Mörser aus Nürnberg werden für bis zu 15.000 Euro gehandelt. Manchmal verraten Inschriften, wem die Gefäße gehörten, so beispielsweise ein besonders schmuckvolles Exemplar von 1633 dem Bürgermeister von Fehmarn David Gloxin. Ein etwas schlichterer niederländischer Mörser gibt immerhin sein Entstehungsjahr 1514 preis (Taxen je 6.000 bis 8.000 EUR), und Conrad Gobel in Frankfurt hat in der Mitte des 16. Jahrhunderts neben einigen drolligen Putten auch seine Signatur auf der Wandung hinterlassen (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. Mai um 11 Uhr mit der „Schwarzach Collection“, um 14 Uhr mit dem Kunstgewerbe. Eine Vorbesichtigung ist nach Terminvereinbarung bis zum 27. Mai von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.lempertz.com abrufbar. Lempertz bittet darum, möglichst telefonisch oder online an der Auktion teilzunehmen.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



25.05.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Hans Pezolt, Renaissance-Pokal, Nürnberg um 1590/1600

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Taxe: 6.000 - 8.000 

Losnummer: 553

Jonas Zeuner, Eglomisé-Gemälde mit Ansicht des Montelbaanstoren an der Oude Schans, 1780er Jahre

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 946

Bedeutender Braunschweiger Ellenbogenmörser, Henning Bussenschutte, zugeschrieben, erstes Viertel 15. Jh.

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Taxe: 8.000 - 10.000 

Losnummer: 545

Peter Gummersbach, Paar Neusser Ratskannen, 1674

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Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Losnummer: 977

Seltener Nürnberger Einhenkelmörser mit Monogramm W, Nürnberg, zugeschrieben, 15. Jh.

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Taxe: 13.000 - 15.000 

Losnummer: 602

Schrank aus der Epoche Louis XV, Paris, Mitte 18. Jh.

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Taxe: 30.000 - 60.000 

Losnummer: 1003

Jonas Zeuner, Eglomisé-Gemälde mit Ansicht von Singel und Munttoren in Amsterdam, 1786

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 945

Satz von drei Vasen, Delft, um 1670/90

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Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

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Große Rigaer Deckelterrine, Riga, Johann Joachim Krusemann, 1778 - 80

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Augsburger Muschelpokal, Augsburg, Hans Otto, 1663 - 66

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