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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit Carl Spitzweg fand die Auktion Alte Kunst bei Neumeister ihren krönenden Abschluss

Genehmigung in letzter Minute



Carl Spitzweg, Das Auge des Gesetzes (Justitia), 1857

Carl Spitzweg, Das Auge des Gesetzes (Justitia), 1857

Effektvoll am Ende der Versteigerung Alter Kunst hatte das Münchner Auktionshaus Neumeister sein Hauptlos platziert: Carl Spitzwegs knapp halbmeterhohe Leinwand „Das Auge des Gesetzes (Justitia)“ aus dem Jahr 1857. Erst im vergangenen Jahr war das humorvolle und politisch hintersinnige Bild, das neben einem ängstlichen knollennasigen Polizeidiener eine brüchige, unter ihrer Augenbinde hervorblinzelnde und körperlich betont üppige Allegorie der Gerechtigkeit zeigt, an die Erben des jüdischen Kunstsammlers Leo Bendel restituiert worden, nachdem es jahrzehntelang unter anderem im Bundespräsidialamt gehangen hatte. Um den Schätzpreis für diese Kritik an Obrigkeit und staatlichem Justizwesen im nachrevolutionären Deutschland hatte Neumeister ein kleines Geheimnis gemacht und nur vage von einem hohen sechsstelligen Betrag gesprochen.


Ob die letztlich erzielten 550.000 Euro diesen Vorstellungen entsprachen, ist nicht ganz sicher. Nachdem laut Auskunft des Unternehmens an das Handelsblatt im Vorfeld zwanzig ernsthafte Offerten eingegangen waren und die Versteigerung im Saal bei 450.000 Euro begann, meldeten sich nur noch zwei Bieter. Ein Interessent am Telefon erhielt dann den Zuschlag und muss samt Aufgeldern knapp 700.000 Euro berappen – immerhin der höchste Spitzweg-Preis seit 15 Jahren. Die aktuelle Situation hatte es dem Auktionshaus nicht gerade leicht gemacht, musste der Termin doch vom ursprünglich geplanten 25. März wegen der Corona-Ausgangsbeschränkungen auf den 6. Mai verlegt werden. Überdies war es Unternehmenschefin Katrin Stoll erst in letzter Minute gelungen, von der Stadt München eine Genehmigung zur Durchführung der Veranstaltung mit Saalpublikum zu erwirken.

Trotzdem konnten noch sieben weitere Bilder Carl Spitzwegs vermittelt werden, die meisten davon aus der Sammlung des ehemaligen Münchner Oberbürgermeisters Wilhelm von Borscht und zuletzt als Dauerleihgabe im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Hier kamen zum Teil beachtliche Preissteigerungen zustande. So verbesserten sich eine fränkische Landschaft mit Wirtshaus und ein Gebirgspass mit Brücke, über die soeben zwei kleine Menschenpunkte schreiten, von jeweils 25.000 bis 30.000 Euro auf 45.000 Euro. Das Innere einer gotischen Kirche, in der sich gerade eine bunte Prozession bewegt, konnte ihren unteren Schätzwert auf 50.000 Euro sogar verfünffachen. Die kleinste der Tafeln, „Am Marterl“ in einer Schlucht, verließ für 35.000 Euro das Haus (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Ansonsten ging es in der umfangreichen Abteilung der Neueren Meister recht ruhig zu, was sich auch in der losbezogenen Zuschlagsquote von nur knapp 40 Prozent zeigte. Gefragt waren hier Landschaftsdarstellungen einheimischer Münchner Künstler. So erlöste Heinrich Bürkels kleine, fast quadratische „Rückkehr von der Bärenjagd“ zur Winterszeit 8.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und Anton Dolls ehemals in der Sammlung Georg Schäfer befindlicher Blick in die Maximilianstraße von Lindau 10.000 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Unter drei Arbeiten Josef Wopfners schafften die „Netzziehenden Fischer am Chiemseeufer“ die untere Taxe von 20.000 bis 24.000 Euro, eine stimmungsvolle „Abendandacht auf dem Chiemsee“ auf wesentlich kleinerem Format verbesserte sich von 3.000 bis 4.000 Euro auf 17.000 Euro. Leopold Schmutzlers rassige junge Frau am Brunnen bezirzte die Kunden zu 6.500 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Auch ausländische Künstler zogen die Aufmerksamkeit auf sich, allen voran der gebürtige Pole Alfred von Wierusz-Kowalski mit einer gestochen scharfen Wiedergabe rastender Soldaten vor einer Bauernkate, die ihre untere Schätzung durch polnische Hand auf 90.000 Euro verdreifachen konnte und damit Platz zwei der gesamten Zuschlagsliste belegte. Die ungebrochene Beliebtheit venezianischer Veduten bezeugten 8.500 Euro für eine Ansicht der Rialtobrücke von Giovanni Grubacs (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Die französische Freiluftmalerei vertraten Stanislas Lépines duftige „Bords de Seine. Les peupliers“ für 17.000 Euro (Taxe 11.000 bis 14.000 EUR). Als Orientalist tat sich Adolf Schreyer mit seinem arabischen Reitervolk in der Steppe bei 12.000 Euro an der oberen Schätzgrenze hervor.

Insgesamt eher zurückhaltend war auch das Interesse der Kunden an den Gemälden Alter Meister. Nur bei einer in effektvolles caravaggeskes Hell-Dunkel getauchten Darstellung der Verleugnung des heiligen Petrus, die einem niederländischen Meister des 17. Jahrhunderts zugeschrieben wurde, gab es ein größeres Bietgefecht. Statt 3.000 bis 4.000 Euro erzielte die Leinwand stolze 25.000 Euro. Eine Heilige Familie mit Johannesknaben aus der Nachfolge Peter Paul Rubens’ bewegte sich mit 12.500 Euro im Rahmen der Schätzung, ebenso das über Eck gestellte Bildnis eines Herrn mit Pelzmütze von Hendrick Gerritsz Pot mit 6.500 Euro. In der Grafikabteilung sind eine humorvolle Originalzeichnung samt vier Versen aus Wilhelm Buschs „Maler Kleksel“ und ein Ausschnitt aus der 1938 uraufgeführten Oper „Daphne“ des Komponisten Richard Strauss für jeweils 7.500 Euro zu nennen (Taxen 1.500 bis 2.000 und 5.000 bis 7.000 EUR).

Im Kunsthandwerk, das sich losbezogen zu 42,7 Prozent etwas besser verabschiedete, waren zwei umfangreiche Nymphenburger Porzellankonvolute des „Bayrischen Königsservices“ nach Dominikus Auliczek für 27.000 Euro und 6.000 Euro gefragt (Taxen 10.000 bis 12.000 EUR und 2.800 bis 3.800 EUR). 59 Teile seines unbemalten „Perlservices“ kletterten von 1.200 Euro auf 14.000 Euro. Beim Silber reüssierte mit 12.000 Euro ein Paar ovaler Platten aus Den Haag mit dem Allianzwappen der Familien Aldenburg und Bentinck. Hintergrund ist die Heirat der schillernden Charlotte Sophie von Aldenburg mit einem Grafen Bentinck 1733, die allerdings einige Jahre später in einer spektakulären Scheidung endete (Taxe 2.900 bis 3.500 EUR). Später lebte Charlotte Sophie in Hamburg, wo ihr zwölf Silberteller von Johann Friedrich Früchtnicht gehörten. Auch diese fanden jetzt für stattliche 11.000 Euro einen neuen Besitzer (Taxe 2.800 bis 3.400 EUR).

Taxgerechte 11.000 Euro spielte ein 13flämmiger Messingleuchter Bruno Pauls von 1901 ein, 10.000 Euro eine chinesische grün glasierte Keramikvase im Song-Stil mit großflächigem Blüten- und Blattdekor (Taxe 2.000 EUR). Bei den insgesamt etwas enttäuschenden Skulpturen – die fünfstellig taxierten Stücke des späten Mittelalters blieben allesamt unveräußert stehen – setzte sich ein heiliger Hubertus aus Spanien des späten 17. Jahrhunderts für 8.000 Euro an die Spitze (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Eine italienische Barockkommode, die mal die Einrichtung eines Schlosses in Süddeutschland zierte, konnte ihren Wert auf 13.000 Euro mehr als vervierfachen. Und auch eine Bronze- und Messingschatulle, die wohl in Venedig um 1600 aus durchbrochenem Rankenwerk, Fabelwesen und Blüten gebildet wurde, erfreute bei 7.500 Euro die Bieter (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



13.05.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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