Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 16.07.2020 Auktion 67: Moderne, Post War & Zeitgenössische Kunst

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Journal

In der Corona-Krise ist das normale kulturelle Leben nicht möglich. Museen weltweit müssen ihre Häuser und Ausstellungen für Besucher*innen schließen. Jacqueline Rugo hat mit Stella Rollig, der Direktorin des Wiener Museums Belvedere, über die Folgen der Pandemie korrespondiert

Gemeinsame Wagnisse



Stella Rollig mahnt in der Corona-Krise rasche und unbürokratische Hilfe an

Stella Rollig mahnt in der Corona-Krise rasche und unbürokratische Hilfe an

Der durch den Corona-Virus ausgelöste Lockdown tangiert alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens. Auch in Wien haben seit Anfang März alle Kultureinrichtungen geschlossen. Kulturschaffende bangen um ihre Jobs, Ausstellungen und Festivals wurden abgesagt, Messen verschoben, Theater und Konzerthäuser zugesperrt. Langsam deuten sich am nahen Horizont Öffnungsszenarien an. Wie es dann genau weitergeht, weiß noch niemand. Über die Folgen der Pandemie und konkrete Planungen für die kommenden Wochen und Monate berichtet Stella Rollig, die Generaldirektorin der Österreichischen Galerie Belvedere, in einem Email-Interview.


Jacqueline Rugo:
Die österreichischen Museen können ab Mitte Mai schrittweise öffnen. Wie planen Sie derzeit für die Zukunft? Werden die ursprünglich projektierten Ausstellungen stattfinden? Sind Großausstellungen mit internationalen Leihgaben weiterhin finanzierbar oder wird es eine Konzentration auf die Sammlung und Präsentationen österreichischer Künstler*innen geben?

Stella Rollig:
Das Belvedere wird die Möglichkeit der Museumsöffnung ab Mitte Mai im Unteren Belvedere nutzen, um die Ausstellung „Into the Night. Die Avantgarde im Nachtcafé“ noch einmal für zwei Wochen zugänglich zu machen. Die Wiedereröffnung im Belvedere 21 erfolgt am 1. Juni, der Museumsbetrieb im Oberen Belvedere startet mit dem 1. Juli. Das Ausstellungsprogramm für die zweite Hälfte des Jahres wird aufgrund von Sparmaßnahmen auf zwei Neueröffnungen reduziert. Wir haben derzeit noch keine mittel- und längerfristige Perspektive für die Budgetplanung. Ohne verlässliche Zusage staatlicher Hilfe noch vor dem Sommer sind auch die geplanten Programme für 2021/22 gefährdet.

Jacqueline Rugo:
Reduzierte Besucherzahlen, verursacht durch die Schließung in den vergangenen Wochen, haben große finanzielle Einbußen zur Folge. Viele Mitarbeiter*innen mussten in Kurzarbeit geschickt werden. Mussten Sie Mitarbeiter*innen entlassen? Die zu erwartenden Restriktionen werden auch nach Öffnung der Museen zu Einnahmeverlusten führen. Welche konkreten Vorhaben sind gefährdet?

Stella Rollig:
Im Belvedere sind circa 200 von 300 Mitarbeiter*innen für vorerst drei Monate in die Kurzarbeit einbezogen. Die Kurzarbeit zielt darauf ab, Personalmaßnahmen zu vermeiden. Eine einschneidende Reduktion von Programm und Ausstellungsfläche würde unweigerlich auch zu einem deutlichen Verlust an Arbeitsplätzen führen. Konkret gefährdet und derzeit auf Eis gelegt sind große Infrastrukturmaßnahmen wie das geplante neue Besucher*innenzentrum.

Jacqueline Rugo:
Max Hollein hat unlängst in einem Interview angeregt, dass neben der finanziellen Unterstützung für große kulturelle Einrichtungen vor allem auf kleinere Kulturinstitutionen, unterstützenswerte Initiativen und Künstlerinnen und Künstler geschaut werden sollte, die finanziell nicht gut aufgestellt sind. Wie beurteilen Sie die Situation für Österreich?

Stella Rollig:
Besonders dramatisch ist die Lage sicher für die Freie Szene, kleinere Kulturinstitutionen und Selbständige. Viele fürchten um das wirtschaftliche Überleben. Es braucht unbürokratische und rasche Hilfe aus dem Covid-19-Krisenbewältigungsfonds auch für Kulturbetriebe, Kreative und Kulturinitiativen!

Jacqueline Rugo:
Viele Kulturinstitutionen bieten während der Zwangspause digitale Angebote an. Bekommen Sie Rückmeldungen, in welchem Ausmaß und von welchen Interessenten diese Offerten angenommen werden? Planen Sie das virtuelle Angebot in Zukunft zu erweitern?

Stella Rollig:
„Wenn die Menschen nicht zu uns kommen können, kommen wir zu den Menschen.“ Unter diesem Motto bietet das Belvedere seit dem 14. März täglich um 15 Uhr via Instagram, Twitter, YouTube und Facebook Kurzführungen online an. Die Kurzführungen werden mit Begeisterung angenommen. Auf den Social-Media-Kanälen des Belvedere wurden bisher mehrere hunderttausend Kunstinteressierte erreicht. Neu sind auch Online-Angebote für Familien mit Kindern. Wir werden das digitale Angebot auch nach der Wiedereröffnung intensiv weiterführen.

Jacqueline Rugo:
Neben den allgegenwärtigen Ängsten und Sorgen hoffen derzeit nicht wenige Menschen auf positive Resterinnerungen nach dem Ende der Krise, etwa auf Entschleunigung, Bewusstheit, Zusammenhalt, Gesundheit und Umwelt. Die Aufgabe der Kunst sollte nach Alexander Kluge die Bildung eines „Gegen-Algorithmus“ sein – eine nicht allein persönliche, soziale und politische Herausforderung, sondern auch eine thematische Stimulanz und Provokation für die Anfertigung von Texten, Musik, Filmen und Kunstwerken. Museen könnten als „Werkstätten“ neue Aufgaben übernehmen. Können Sie abschätzen, ob die Entwicklungen der letzten Wochen einen thematischen Einfluss auf das künftige Programm ihres Hauses haben wird?

Stella Rollig:
Wir haben uns bereits vor der Corona-Krise mit akuten Fragen der Gegenwart beschäftigt, etwa seit 2018 mit der (übrigens kostenlos zugänglichen) Veranstaltungsreihe „Gemeinsame Wagnisse“, die sich mit dem „guten Leben für Alle“ befasst. Mit Sicherheit werden die aktuellen Entwicklungen auch in das künftige Programm einfließen. Für das Jahr 2021 sind Ausstellungen zu Joseph Beuys und zu Lois Weinberger geplant – zwei Künstlern, in deren Werk Politik, Soziales und Ökologie eine zentrale Rolle spielen.

Stella Rollig, geboren 1960 in Wien, ist seit 2017 Generaldirektorin der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien. Zuvor leitete die Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin das Lentos Kunstmuseum und das Stadtmuseum Nordico in Linz.

Kontakt:

Österreichische Galerie Belvedere

Prinz Eugen-Straße 27

AT-1030 Wien

Telefon:+43 (01) 79 55 70

Telefax:+43 (01) 79 557 136

E-Mail: info@belvedere.at



30.04.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Österreichische Galerie Belvedere

Bericht:


Wiener Belvedere öffnet wieder

Bericht:


Positiv aus der Krise

Bericht:


Die Chance auf eine neue, bessere Welt

Bericht:


Kulturrat begrüßt Corona-Maßnahmen der Regierung

Bericht:


Wir bleiben flexibel

Variabilder:

Stella Rollig mahnt in der Corona-Krise rasche und unbürokratische
 Hilfe an
Stella Rollig mahnt in der Corona-Krise rasche und unbürokratische Hilfe an










Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce