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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die achte Ausgabe von „Contemporary Curated“ bei Sotheby’s in London war ein Erfolg, obwohl sie coronabedingt ins Internet wandern musste

Macht der Erinnerung



Ein neuer firmeninterner Rekord beim Online-Versteigern von zeitgenössischer Kunst ist das erfreuliche Ergebnis einer Auktion, mit der Sotheby’s in London bis zum 21. April dem allgemeinen Corona-Frust gegenzusteuern versuchte. Die achte Ausgabe der Reihe „Contemporary Curated“, die 2013 als „mid-season sales“ ins Leben gerufen wurde und diesmal ausschließlich via Internet stattfinden musste, erzielte eine Verkaufssumme von fast 5,1 Millionen Pfund einschließlich der Aufgelder. Die Schätzung für die etwas mehr als hundert Losnummern hatte bei rund 3,4 bis 4,6 Millionen Pfund gelegen. Ein Fünftel des Erlöses entfiel auf das Hauptlos der Versteigerung, George Condos humoristisches Ölgemälde „Antipodal Reunion“ aus dem Jahr 2005 mit drei picassoartig verzeichneten, knollennasigen Figuren in schwarz-weiß-gestreiften Oberteilen auf Großformat von gut zwei Metern Höhe. Mit 650.000 bis 800.000 Pfund taxiert, steigerte sich die Leinwand sogar noch ein bisschen auf netto 850.000 Pfund. Mit Aufgeld spendierte ein privater Sammler 1,035 Millionen Pfund.


Auch andere Bilanzwerte der Versteigerung können sich sehen lassen. So lag die losbezogene Verkaufsrate bei 88 Prozent, und Sotheby’s gab die durchschnittlichen Gebote pro Los mit 12,4 an. Der US-amerikanische Altmeister Robert Indiana reüssierte mit einer gold-blauen Version seiner berühmten „LOVE“-Skulptur, 2002 in acht Exemplaren herausgegeben, bei 180.000 Pfund (Taxe 160.000 bis 200.000 GBP). Landsmann und Pop Art-Kollege Andy Warhol machte mit zwölf 1982 auf Papier gezeichneten „Crosses“ unerwartete 85.000 Pfund locker (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). 190.000 Pfund im oberen Bereich der Schätzung schaffte die kleine Leinwand „Star“ von 1993 der inzwischen über neunzigjährigen Japanerin Yayoi Kusama. Mit ihren zellenartigen Strukturen erinnert die Acrylmalerei wohl nur zufälligerweise an Corona-Viren. Die im vergangenen Jahr 96jährig verstorbene Iranerin Monir Shahroudy Farmanfarmaian machte mit einem betörenden Wandrelief aus teils grünlich gefärbtem Glas und Spiegeln auf sich aufmerksam, das 1975 beste Op Art-Manier mit Elementen von Volkskunst ihrer Heimat verschmelzt. Mit 300.000 Pfund belegte das mit „Geometry of Hope“ betitelte Quadrat Platz zwei der Zuschlagsliste (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP).

International mit Beiträgen aus dem Nahen Osten blieb es mit der türkischen Malerin Fahrelnissa Zeid und ihrer großformatigen gestischen Leinwand „Lunar Chiaroscuro“ in kleiner dunkler Mosaikstruktur von 1965 für 200.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). 170.000 Pfund für Fernando Boteros mächtig aufgeplusterten „Pájaro“, 1990 als eines von sechs Exemplaren ins bronzene Vogelleben gerufen (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), 95.000 Pfund für Damien Hirsts buntes Tablettenbild „Dotriacontane“ von 2010 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP), 60.000 Pfund für Luc Tuymans’ zart hingehauchtes „Drumset“ in Grauweiß von 1998 (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP) und 180.000 Pfund für ein großes zweiteiliges abstraktes Bildrelief Imi Knoebels mit dem Titel „Trinity Bay“ von 1998 bestätigten die Attraktivität arrivierter westlicher Künstler auch unterhalb der Millionengrenze (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Tony Cragg erreichte mit seiner vierstrahligen schwarzen Bronzeplastik „Figments“ aus verschoben geschichteten Scheiben, die teilweise Gesichtsprofile ausbilden, die untere Schätzgrenze von 80.000 Pfund.

Aus Deutschland nahmen unter anderem noch Katharina Grosse mit ihrem Querformat einer Streifen- und Kreisringüberlagerung von 2003 für 35.000 Pfund (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP), Gert und Uwe Tobias mit ihrem Holzschnitt aus bunten Kreisen und Rechtecken auf schwarzem Grund von 2008 für 13.000 Pfund (Taxe 8.000 bis 12.000 GBP) sowie Thomas Bayrles erotische Tanzpaarvervielfältigung „Feuer im Weizen“ von 1970/2010 für 12.000 Pfund teil (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Über der Erwartung platzierten sich die beiden kleinen quadratischen Tierbilder „Kuh“ und „Schaf“ von Karin Kneffel aus dem Jahr 1992 bei 8.500 Pfund und 9.000 Pfund (Taxe je 6.000 bis 8.000 GBP), und auch Joseph Beuys’ „Gießkanne“ aus rotem Gummi von 1985, die wohl auch als Wärmflasche taugt und wieder einmal als „Wirtschaftswert“ daherkommt, ließ sich erst bei 9.500 Pfund aus dem Auktionshaus mitnehmen (Taxe 3.000 bis 4.000 GBP). Von 40.000 bis 60.000 Pfund auf 85.000 Pfund kletterte eine 2000 entstandene Neoninstallation von Tim Noble und Sue Webster, bei der mehrere lakonische „Fucking Beautiful“-Schriftzüge ein rotes Herz an die Wand zaubern. Asger Jorns kleines kritzeliges Aquarell- und Tuschewesen „Cul en Feu“ von 1957 freute sich ebenfalls über hohe 25.000 Pfund (Taxe 8.000 bis 12.000 GBP).

Auch eine Reihe junger und noch nicht so pointiert auf internationalem Parkett avancierter Künstler hatte Aufnahme in die Auktion gefunden und erzielte zum Teil beachtliche Zuschläge. So schaffte eine rosafarbene Reliefadaption von „Super Mario“ des 1980 geborenen US-Amerikaners Daniel Arsham 32.000 Pfund (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP), die skulpturale Übersetzung einer komplexen Gebäudestruktur „Airport City/Cloud-City/6 Cloud Modules 60 Solar“ mit integrierten Solarpaneelen des Argentiniers Tomás Saraceno 38.000 Pfund (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP). Rashid Johnsons wild-düsteres „Untitled Anxious Crowd Drawing“ von 2017 mit Andeutungen von Gesichtern ging für 38.000 Pfund weg (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP). Der französische Street Art-Künstler Invader, Jahrgang 1969, erlöste 130.000 Pfund für ein „Red Rubik Phantom“ von 2007. Ist es Zufall, dass dieses stilisierte Gesicht aus Exemplaren des berühmten Zauberwürfels von Ernö Rubik jetzt, wo alle zu Hause bleiben müssen und viel Zeit zum Nachdenken und Erinnern haben, uns in unsere Kindheit und die Anfänge der Computertechnologie – einschließlich der ersten Gehversuche in der Zauberwelt des Computerspiels – zurückversetzt? Der Erfolg scheint darauf hinzudeuten (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



29.04.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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14.04.2020, Contemporary Curated

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