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ohne Titel / Günther Uecker

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Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

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Nautiluspokal / Franz von  Stuck

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Holzvogel 1990 / Doris Ziegler

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Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Berliner Auktionatorin Irene Lehr hat ein ansprechendes Programm moderner und zeitgenössischer Kunst aufgelegt und trotzt Ende April der Corona-Krise

Westdeutsche Premiere



Eine umfangreiche Auswahl mit zahlreichen qualitätvollen Werken zu Unrecht wenig bekannter Künstler hat das Berliner Auktionshaus Irene Lehr für seine 52. Auktion zusammengestellt. Da wäre zum Beispiel Rudolf Auslegers abstrakte Komposition „Suchender“, ein frühes Werk des damals 22jährigen Künstlers von 1919, dessen Arbeiten aus dieser Schaffensphase ansonsten großteils vernichtet wurden. Der farbenfrohe Flickenteppich, aus dem sich der vieräugige Kopf eines Menschen herausschält, zeugt von der Aufbruchsstimmung nach dem Ersten Weltkrieg und zugleich von einer ersten Abkehr von den dogmatischen Normen des französischen Kubismus. 5.000 Euro soll das siebzig Zentimeter hohe Ölbild kosten. Ein mehr als doppelt so hohes Bild von Herbert Behrens-Hangeler aus dem Jahr 1927 trägt den Titel „Feierlich (Festivo)“ und ist durch seine abstrakten Naturformen aus zahlreichen Farbfeldern mit kurzen horizontalen Pinselstrichen für den Stil des Künstlers charakteristisch. 8.000 Euro stehen hier auf dem Etikett.


Franz Heckendorf erinnert mit seinem Motiv „Lokal am Wannsee“ aus dem Jahr 1912 ein wenig an Max Liebermann, aber sein Pinselstrich ist breiter und kräftiger als der des impressionistischen Altmeisters (Taxe 8.000 EUR). „Wir sind in voller Einsamkeit!!! Eingeschneit! Eingeschneit!“, notierte Walter Jacob 1924 von den Schweizer Alpen aus an einen Freund. Einer sonnigen Winterlandschaft an der Berghütte nach zu schließen, scheint es ihm dabei allerdings nicht schlecht gegangen zu sein (Taxe 10.000 EUR). Häusliches Glück strahlt auf den Blick Bernhard Kretzschmars spätimpressionistisches Familienbildnis seiner späteren Ehefrau Susanna mit zwei – allerdings noch gar nicht vorhandenen – Kindern aus der Zeit um 1916 aus. Doch die Vision sollte nicht in Erfüllung gehen, dem Paar blieb ein familiäres Segen verwehrt (Taxe 10.000 EUR). Auf der Schwelle zwischen Abstraktion und Realismus bewegt sich 1946 Hans Thiemanns surrealer „Strich durch die Landschaft“ (Taxe 3.000 EUR).

Die höchsten Schätzpreise tragen am 25. April erwartungsgemäß die Arbeiten der weitaus bekannteren Künstler. So ist etwa Heinrich Campendonks aquarellierte Grafitzeichnung „Ernte“ mit der Darstellung eines Bauernpaares von 1912 mit 60.000 Euro bewertet, Markus Lüpertz’ 1966/67 gemalter lapidarer „Sandhaufen, dithyrambisch“ mit 50.000 Euro und Arnulf Rainers vehement gestische Farbexplosion „Garten (Stück 4)“ von 1981 mit 30.000 Euro. Den Hauptpreis der Auktion trägt eine fünfteilige Wandinstallation Günther Förgs, entstanden 2001 für die Düsseldorfer Metro AG. Insgesamt zehn Meter ist das in Rot- und Grüntönen gehaltene Werk mit anthrazitfarbenem Mittelquadrat lang und zwei Meter hoch. Im vergangenen Oktober auf der 51. Auktion hatte Irene Lehr bereits zwei andere Teile aus diesem monumentalen, als Schmuck für ein Treppenhaus vorgesehenen Gesamtwerk im Programm, die insgesamt stolze 740.000 Euro erzielten. „Metro 3“ ist jetzt auf 150.000 Euro taxiert.

Jeweils 20.000 Euro sollen es für Theo von Brockhusens pastos aufgetragene nachimpressionistische Uferpromenade „Gardone VII“ am Gardasee aus dem Jahr 1911 und für Hans Purrmanns demgegenüber sanft hingestrichene südfranzösische „Landschaft bei Hendaye“ aus dem Jahr 1929 sein. Pure Idylle strahlt Conrad Felixmüllers „Heuernte in Klotzsche“ aus – kein Wunder, entstand das Bild 1931 doch in einer der glücklichsten Lebens- und Schaffensphasen des Künstlers. Es wurde vom Einlieferer direkt beim Sohn des Malers erworben (Taxe 30.000 EUR). Als „Bildnis Pianistin There Sita“ ist ein kantiger und zugleich verlaufender Frauenkopf des expressionistischen Malers Carl Lohse von 1920 bezeichnet. Eine Musikerin dieses Namens sucht man allerdings vergeblich, vielleicht verbirgt sich dahinter in Wahrheit die eigenwillige Opernsängerin Therese Malten (Taxe 25.000 EUR).

Nachdenklich ist die Atmosphäre auf Kate Diehn-Bitts Holztafel „Mutter mit Kind“ von circa 1936: Die zwei Menschen sitzen einsam und verloren nahe einem Fluss unter drei Bäumen und starren ohne Blickkontakt vor sich hin (Taxe 15.000 EUR). Auch Anita Rées Aquarell „Knabe mit blauen Augen“ von circa 1915 ist ein psychologisch einfühlsames Bildnis mit einem melancholischen Grundton (Taxe 14.000 EUR). Von Paula Modersohn-Becker gibt es das eindrückliche Brustbild einer Bäuerin mit Haube in Kohle auf Papier von 1903/04 für 9.000 Euro. Aus ihrem Worpsweder Umfeld ist noch eine in gleicher Technik um 1893 ausgeführte Bauernkate im Moor von Hans am Ende für 800 Euro zu haben. Die Ungegenständlichkeit wiederum vertritt Hermann Glöckners Collage „Drei gefaltete weiße Papiere auf Blau“ von 1934 für stattliche 80.000 Euro. Früher gehörte das Bild einmal Gerhard Altenbourg. Franz Radziwill blieb zeitlebens der gegenständlichen Malerei treu. Sein Stillleben mit Trichter und Blechkanne von 1968 ist ein schönes Beispiel für diese neusachlich-realistische Stilrichtung mit geheimnisvollen Anklängen (Taxe 25.000 EUR).

Unter den Grafiken ragen Otto Muellers aquarellierte Lithografie „Badeszene mit Jüngling und zwei Mädchen (1)“ von 1914 (Taxe 15.000 EUR) und Max Beckmanns 1924 datierte Kaltnadelradierung „Der Traum I (Totenklage)“ hervor, die eine aufgebahrte elegante Frau zwischen zwei musizierenden Mischwesen zeigt. In der surrealen Bilderfindung verarbeitete der Künstler seine gerade erfolgte Trennung von der Nationalökonomin Hildegard Melms, genannt Naila (Taxe 14.000 EUR). „Der Traum II“, in dem Naila noch recht lebendig und in mehrfacher Gestalt durch Beckmanns Kopf spukt, ist als Handprobedruck vielleicht schon für 5.000 Euro zu haben. Karl Tratt, Beckmanns langjähriger Schüler an der Frankfurter Städelschule, malte um 1930 ein etwas verloren dastehendes „Paar vor Stadtlandschaft“ (Taxe 18.000 EUR). Theodore Lux Feininger, der jüngste Sohn von Lyonel Feininger, emigrierte 1936 aus Deutschland nach New York. Dort malte er vier Jahre später in neusachlichen Formen das „Keansburg Boat“ mit einem seiner großen Schaufelräder (Taxe 15.000 EUR).

Günter Fruhtrunk schickt ein Frühwerk aus der Zeit um 1952/54 in die Versteigerung, das statt streng voneinander getrennter geometrischer Formationen ein freieres Schweifen der Farben auf der Leinwand zulässt (Taxe 14.000 EUR). Informelle Künstler standen dem jungen Maler hier Pate, wie sie in Person Theodor Werner mit seiner günstig auf 2.000 Euro angesetzten „Komposition mit Booten“ von 1954 oder Fritz Winter mit seinem „Wirbel“ von 1953 ebenfalls bei Lehr zugegen sind (Taxe 15.000 EUR). In den 1970er Jahren machte sich die 1940 in Berlin geborene Christa Dichgans als Repräsentantin einer Spielart der Pop Art einen Namen. Auf ihrer 1977 entstandenen Leinwand „Die Suppe“ ergießt sich aus einem silbernen Rokokoteller eine Unmenge von Zivilisationsprodukten, darunter Radiergummis, Flugzeugen, Zahnbürsten und Tuben, wie eine Buchstabensuppe über eine Landschaft (Taxe 9.000 EUR). Kürzlich in einer Retrospektive Bernd Koberlings im Museum Küppersmühle war das bis zur völligen Abstraktion verfremdete Naturbild „Rosa Birken“ von 1967 ausgestellt. Der Berliner Künstler arbeitete damals seit etwa zwei Jahren in einer von ihm erfundenen Technik der „Überspannungen“ (Taxe 10.000 EUR).

Als Willi Sitte 1951 in Ostdeutschland seine Laufbahn als Kunstprofessor in Halle an der Saale begann, malte er nicht nur im gewünschten Stil des Sozialistischen Realismus, sondern abweichend davon auch mehrere spätexpressionistische „Wächter mit Lanzen“ (Taxe 12.000 EUR). Für das Foyer des neuen Gewandhauses in Leipzig plante Bernhard Heisig 1978 eine malerische Ausgestaltung zur Geschichte des Hauses. Der Entwurf, bei Lehr für 15.000 Euro angeboten, blieb allerdings unausgeführt. Aus der zweiten Riege der DDR-Künstler sind Wilhelm Lachnits ungewöhnliches Arrangement „Stillleben mit Eule“ von 1954 (Taxe 14.000 EUR), Paul Wilhelms sachlich klarer Blick von der Brühlschen Terrasse auf den Schlossplatz und das sogenannte Italienische Dörfchen in Dresden aus den mittleren 1950er Jahren (Taxe 6.000 EUR) und Harald Metzkes’ düsteres und betont unausgeglichenes Landschaftsbild „Strand mit Bootsschuppen“ von 1959 zu nennen (Taxe 8.000 EUR). Abstraktes war in der DDR verpönt, trotzdem wagte Willy Wolf ab circa 1964 ungegenständliche Arbeiten wie „Der gerade Weg“ (Taxe 12.000 EUR). Ein zeichenhaftes buntes Bild ohne Titel von A.R. Penck hat das Privileg, dass es 1980 das erste Gemälde sein soll, das der gerade übergesiedelte Künstler in Westdeutschland gemalt hat. Das erklärt auch den ambitionierten Schätzpreis von 80.000 Euro.

Zu den jüngsten Offerten der Versteigerung gehören Cornelia Schleimes etwas lasziv wirkendes Mädchen im Bastrock mit langen schwingenden Zöpfen auf schwarzem Grund unter dem Titel „Havanna“ von 1996 aus einer „Der Zopf“ betitelten Serie (Taxe 9.000 EUR) und Norbert Biskys Kopf eines jungen blonden Mannes unter dem Titel „Kamerad 4326“ von 2002 für 30.000 Euro. In fotorealistischer Manier hat René Wirths 2015 einen „Zirkel“ in Öl auf Leinwand gebannt und damit die Schönheit des Banalen sichtbar gemacht (Taxe 10.000 EUR). Für skulpturale Akzente in der Auktion sorgen Katharina Heises filigrane überlängte „Tänzerin“ von 1922, Gerhard Marcks’ Akt „Schlafender Soldat“ von 1943 und Bernhard Heiligers verknappter Torso „Kleine Liegende“ von 1950, allesamt aus Bronze und mit 8.000 oder 9.000 Euro bewertet. Mit einer sperrigen Raumplastik Norbert Krickes von 1962 für 30.000 Euro findet sich hier auch noch ein Hauptlos. Den Abschluss der Versteigerung bilden knapp siebzig Arbeiten Joseph Beuys’ für bis zu 4.000 Euro aus der Sammlung des Mediziners und Kunsthistorikers Axel Hinrich Murken.

Die Versteigerung beginnt am 25. April um 13 Uhr in den Geschäftsräumen des Auktionshauses statt. Aufgrund der Corona-Epidemie ist der Zugang zum Auktionssaal begrenzt, eine persönliche Anmeldung daher erforderlich. Das Mitbieten ist live auch per Telefon oder über das Portal www.lot-tissimo.com möglich. Die schriftlichen Gebote können vorab per Brief, Fax oder online abgegeben werden. Unter Beachtung der notwendigen Verhaltens- und Abstandsregeln findet die Vorbesichtigung vom 22. bis 24. April täglich zwischen 11 und 19 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.lehr-kunstauktionen.de abrufbar.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

DE-10629 Berlin

Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95



17.04.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Hans am Ende, Bauernkate im Moor (Moorkate), um 1893

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Taxe: 800,- EURO

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Anita Rée, Knabe mit blauen Augen, um 1915

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Taxe: 14.000,- EURO

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Otto Mueller, Badeszene mit Jüngling und zwei Mädchen (1), 1914

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Taxe: 15.000,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 263

Karl Tratt, o. T. (Paar vor Stadtlandschaft), um 1930

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Losnummer: 352

Paula Modersohn-Becker, o. T. (Brustbild einer Bäuerin mit Haube), 1903/04

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Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 254

Theo von Brockhusen, Gardone VII, um 1911

Theo von Brockhusen, Gardone VII, um 1911

Taxe: 20.000,- EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 49




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