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Brandung bei Knokke, 1895 / Max Schlichting

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Ohne Titel - Chromatische Konstellation, 2015 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Noch vor den Einschränkungen durch die Corona-Krise konnte das Wiener Auktionshaus im Kinsky die Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert gut unter die Leute bringen und lag mit seinen Bewertungen zumeist richtig

Frisur an ungewohnter Stelle



Fünf schlanke Menschen in gewöhnlichen Pullovern stehen, etwas verloren, in einer weiten Landschaft, über die sich soeben die Abendsonne senkt. Lange Schatten werfen die Personen, die der Betrachter stark von unten sieht, als läge er auf dem Boden. Die Szenerie ist in gedeckten Farben, aber nicht atmosphärisch kühl eingefangen und damit ein typisches Werk von Werner Berg. Die Gemälde des aus dem heutigen Wuppertal stammenden, in jungen Jahren nach Österreich ausgewanderten Künstlers zählen gegenwärtig zu den gefragtesten Objekten der späten Moderne österreichischer Provenienz auf dem Markt. Dies bewies zuletzt die Versteigerung des Wiener Auktionshauses im Kinsky mit dem 1979 datierten Spätwerk „Kegler. Sommerabend“. Die 120 Zentimeter breite Leinwand war mit einem Schätzpreis von 150.000 bis 200.000 Euro schon im Vorfeld als Favorit gehandelt worden und verteidigte diese Position souverän. Für 195.000 Euro wechselte das Bild schließlich seinen Besitzer. Das war nicht nur einer von zwei sechsstelligen Zuschlägen der Versteigerung, sondern auch ein Rekordpreis für Berg auf dem internationalen Kunstmarkt.


Noch ohne Ausgangsbeschränkungen und Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie erfreute sich das breite Angebot der klassischen Moderne am 4. März mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von etwas über 70 Prozent eines sehr guten Absatzes; mit Ausnahme von Alfons Waldes etwas schwammigem Gemälde „Andreaskirche in Kitzbühel“ von etwa 1924 blieb kein hochpreisiges Werk unveräußert (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Im Gegenzug erreichte Waldes kleinformatige „Winterlandschaft gegen die Hohe Salve“ bei ungewohnt grauem Wetter die obere Grenze von 25.000 bis 50.000 Euro. So lag der Nettoumsatz der Auktion bei gut 2,8 Millionen Euro. Schon der Beginn der Veranstaltung mit zwei feinlinigen Aktzeichnungen Gustav Klimts, die für taxgerechte 40.000 Euro und 45.000 Euro weggingen, war erfreulich. Es folgte direkt danach eine expressionistisch-symbolistische Landschaft von Koloman Moser, der Blick auf die Rax von der Villa Mautner von Markhof aus, von 1913 für gute 55.000 Euro (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Das zweite Toplos des Nachmittags war Albin Egger-Lienz’ kraftvoller „Schnitter“ von circa 1920/22 aus altem Familienbesitzer, erworben wohl vom Großvater des Einlieferers direkt beim Künstler. Auch hier wurden mit 152.000 Euro die Erwartungen vollauf bestätigt.

Unter den kleineren Preisen sind 28.000 Euro für Josef Flochs melancholisches Interieur „In the studio I“ von 1957, 22.000 Euro für eine ornamentale Darstellung tropischer Pflanzen von Helene Funke aus den späten 1910er Jahren und Karl Hauks gemäßigt expressive „Bucht in Kroatien“ von circa 1930 für 18.000 Euro jeweils im Rahmen der Schätzungen zu nennen. Friedrich Königs symbolistisches Gemälde „Der Tod und das Mädchen“ von 1912 spielte 15.000 Euro ein (Taxe 10.000 bis 16.000 EUR). Zoran Musics zarter, fast abstrakter „Paesaggio italiano II“ von 1968 schaffte 22.000 Euro (Taxe 20.000 bis 35.000 EUR). Eine Zeichnung Oskar Kokoschkas von 1936 mit dem Portrait seiner späteren Frau Olda Palkovska in blauer Fettkreide verbesserte sich von 8.000 Euro auf 15.000 Euro. Drei Selbstportraits in Kohle des wenig bekannten Dornbirner Künstlers Edmund Kalb spülten insgesamt 15.200 Euro in die Kasse eines österreichischen Einlieferers (Taxen zwischen 1.500 und 4.000 EUR). Internationales Flair brachte Georges Braque mit seiner 29.000 Euro teuren Mappe „Lettera amorosa“ von 1958/62, bestehend aus 22 Farblithografien mit gängigem Motivrepertoire aus einer Auflage von insgesamt 75 Exemplaren, in die Auktion (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Die umfangreichere Offerte an zeitgenössischer Kunst, wieder hauptsächlich mit österreichischem Schwerpunkt, fand zu 77 Prozent ebenfalls zahlreiche Abnehmer. Altmeister Max Weiler überzeugte mit der späten ungegenständlichen Naturimpression „Morgenwolken“ von 1989 für 65.000 Euro (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR), seine kleine Papierarbeit „Pflanzenwelt“ aus dem Jahr 1986 kletterte von 2.000 Euro auf 18.000 Euro. Mehrmals erregte auch Hans Bischoffshausen große Aufmerksamkeit. Spitzenreiter wurde sein reliefartiges weiße Hartfaserplatte „Fracture de l’énergie“ von 1961 für 60.000 Euro (Taxe 45.000 bis 80.000 EUR), zwei reliefierte Goldlackbilder von 1969 und 1970 bestachen zu jeweils 18.000 Euro (Taxen zwischen 8.000 und 15.000 EUR). Auch zahlreiche Klassiker unter den Lebenden hatten mit ungegenständlichen Werken Erfolg. So erlöste Herbert Brandls frühe, noch pastos aufgetragene Abstraktion „2 Winde“ von 1984 taxkonforme 34.000 Euro, Martha Jungwirth reüssierte mit mehreren der gestischen Kunst nahestehenden Bildern bei bis zu 80.000 Euro – neuer Auktionsrekord für die 1940 geborene Künstlerin, die seit einigen Jahren vermehrt auf dem Markt präsent ist.

Die schrundige Mischtechnik „Reconstructions“ von Rudolf Polanszky aus dem Jahr 2002 erzielte 50.000 Euro noch 5.000 Euro über dem Schätzpreis, ein drei Jahre jüngeres Bild mit demselben Titel ließ sich sogar erst bei 58.000 Euro bitten (Taxe 45.000 bis 75.000 EUR). 28.000 Euro gab es für ein brandneues Schüttbild Hermann Nitschs in Blau und Grün von 2018 (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR), 36.000 Euro für eine schwarzblaue „Fußmalerei“ Arnulf Rainers aus den Jahren 1977/89 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Die Gegenständlichkeit wurde durch Xenia Hausners Doppelbildnis von André Heller und seinem Sohn Ferdinand Sarnitz unter dem Titel „Wonderhouse“ von 2004 würdig vertreten. 60.000 Euro waren der Lohn (Taxe 45.000 bis 65.000 EUR). Skulpturales gab es in Form von Karl Prantls „Stein zur Meditation“ aus amerikanischem Serpentin von 1977/78 für 30.000 Euro (Taxe 25.000 bis 45.000 EUR) und Josef Pillhofers kubischer „Großer Sphinx“ aus Bronze von 1951 für 28.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Vornehmlich als Bildhauer ist auch Bruno Gironcoli hervorgetreten, überzeugte im Kinsky aber vor allem mit einer fantasievoll-surrealen Zeichnung, die von einem Ährenkranz aus goldener Metallpulverfarbe dominiert wird, aus dem Jahr 1987 für 65.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch Franz West hat sich nicht zuletzt mit Skulpturen einen Namen gemacht, doch eigentlich war er in jedem Medium zu Hause – und überschritt auch sonst gern Grenzen. „Lunedi con Samuel“ ist eine etwas obszöne Collage von 1981 betitelt, auf der eine nackte Frau soeben ihre Schamhaare frisiert. Statt 14.000 bis 20.000 Euro erreichte das kleinformatige Werk stolze 38.000 Euro. Von Erwin Wurm ist man skurrile Albernheiten nicht weniger gewohnt: Für 35.000 Euro und 40.000 Euro erfreuen sich Kunstfreunde nun an seinem kopflosen Anzug-Duo „Disobedience“ aus dem Jahr 2014 (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR) und dem schmelzenden Guggenheim-Museum in New York aus weißem Polyester von 2005 (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



08.04.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


04.03.2020, Klassische Moderne – Zeitgenössische Kunst

Bei:


im Kinsky - Kunst Auktionen

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Schmelzende Museen

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Koloman Moser, Blick auf die Rax von der Villa Mautner von Markhof, um 1913
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Gustav Klimt, Aufgestützt kniender Akt nach links, 1904
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Albin Egger-Lienz, Schnitter, um 1920/22
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Koloman Moser, Blick auf die Rax von der Villa Mautner von Markhof, um 1913

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Taxe: 35.000 - 70.000 EURO

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Zuschlag: 152.000,- EURO

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Gustav Klimt, Aufgestützt kniender Akt nach links, 1904

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Taxe: 35.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 2

Friedrich König, Der Tod und das Mädchen, 1912

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Taxe: 10.000 - 16.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 99




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