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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit einer stärkeren Auswahl hatte Sotheby’s bei der zeitgenössischen Kunst in London die Nase vorn

Veritable Wasserspritzer



David Hockney, The Splash, 1966

David Hockney, The Splash, 1966

Kein Lebewesen ist zu sehen. Eigentlich müsste aber eines da sein. Denn auf David Hockneys Bild „The Splash“ schwappt hinter einem Sprungbrett gerade Wasser in die Höhe. Der Mensch ist wohl eben in das tiefblaue Nass des Swimmingpools abgetaucht. Das Thema ist charakteristisch für den britischen Künstler, der 1964 in die USA auswanderte, sich in Kalifornien niederließ und etliche Bilder von Pools der Villen in Los Angeles malte. Nun war „The Splash“ aus dem Jahr 1966 Teil der „Contemporary Art“ bei Sotheby’s in London. 1973 noch zu Beginn von Hockneys Karriere hatte der Versteigerer das Gemälde erstmals im Programm und schlug es für 25.000 Pfund zu. Zweiter Schritt seiner Auktionskarriere war dann das Jahr 2006. Damals erreichte das in einer etwas distanzierten, von monochromen Farbflächen ohne räumliche Wirkung bestimmten Pop Art-Manier gestaltete Bild schon 2,6 Millionen Pfund. Nun kamen 21 Millionen Pfund zusammen. Gefreut haben soll dieser Preis den etwas zwielichtigen chinesischen Immobilientycoon und Kunstsammler Joseph Lau, der laut Bloomberg News das Gemälde bei Sotheby’s eingeliefert und nun einen erklecklichen Gewinn erzielt hat.


Noch vor der Corona-Krise, aber im Umfeld des Brexit, der das Geschäft wohl etwas eingetrübt hat, ging David Hockneys mittelgroßes Spitzenlos am 11. Februar ohne ein langes Bietgefecht im Rahmen der angesetzten 20 bis 30 Millionen Pfund über die Bühne. Ausgestattet mit einer Garantiesumme und einem unwiderruflichen Gebot, war dieser Verkauf schon im Vorfeld gesichert, ebenso der von Jean-Michel Basquiats schriller Collage-Malerei „Rubber“ mit Masken und Feuerzungen von 1985 für 6,4 Millionen oder Yves Kleins „Untitled Anthropometry (ANT132)“ mit zwei blauen weiblichen Köperabdrücken von 1960 für 5,4 Millionen Pfund (Taxe je 6 bis 8 Millionen GBP). An den Garantiegeber ging wohl auch Christopher Wools großformatige graue Linien-Abstraktion mit helleren Verwischungen aus dem Jahr 2007 wiederum bei 5,4 Millionen Pfund (Taxe 5,5 bis 6,5 Millionen GBP). An die untere Taxgrenze von 6 Millionen Pfund hielt sich Francis Bacons verkrüppelte „Turning Figure“ von 1963, die mit ihrem Schatten durch eine menschenleere seelenlose Straße spaziert.

Für etwas mehr Furore sorgte Adrian Ghenie mit seinem ebenfalls verzerrt dargestellten Mann, der gerade in einem dicken pelzverbrämten Mantel und mit gelbem Koffer in einer subtropischen Vegetation eintrifft. Das Gemälde „The Arrival“ von 2014, in dem Ghenie auf den berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele rekurriert, erreichte die oberen anvisierten 3,5 Millionen Pfund. Dagegen war Wayne Thiebauds „Fruit Stand“, der einsam in einer unwirklichen Landschaft mit tiefem weitem Horizont steht und für eiskalte Wassermelonen wirbt, völlig unspektakulär und vordergründig objekthaft. Dennoch spendierten die Kunden für das kleine, 1963 gemalte Werk, das zur legendären Sammlung Schniewind gehörte, gute 1,5 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Zuwächse verbuchten gleichfalls Morris Louis’ bunte vertikale Streifenbahnen „Sidle“ von 1962 mit selber Provenienz mit 750.000 Pfund oder Banksys „Vote to Love“ mit 950.000 Pfund. Dafür nahm der Street Art-Künstler 2018 mit einem Schuss Ironie ein Werbeplakat für den Brexit der UKIP-Partei her und gestaltete das „Leave“ mit einem Ballonherzen zum „Love“ um (Taxe je 400.000 bis 600.000 GBP).

Während Gerhard Richters schwarzweiße Abstraktion „Stadtbild Sa“ von 1969 nicht über die untere Erwartung von 1,8 Millionen Pfund stieg, zog Günther Ueckers Nagelbild von 1982 mehr Aufmerksamkeit auf sich: das dichte wogende „Weiße Feld“ schoss von 680.000 Pfund auf 1,25 Millionen Pfund. Für Albert Oehlens titellose Leinwand mit einem schwarzen Durchgang, über die sich quadratische kleine Spiegel mit weißen Verbindungslinien ziehen, platzierte sich ebenfalls einträglich bei 480.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Die Reaktionen auf die beiden Arbeiten von Sigmar Polke fielen unterschiedlich aus: für seine weißen Farbinseln auf zwei bunt bedruckten Stoffbahnen von 1985 interessierte sich niemand (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP), seine vier Jahre jüngere, abstrakte Farbexplosion auf Polyestergewebe spielte gute 580.000 Pfund ein. Etwas untertourig fuhr Georg Baselitz’ Zeichnung eines etwas schlaffen Typen aus der frühen Serie der „Heldenbilder“ von 1965 mit 430.000 Pfund (Taxe je 450.000 bis 650.000 GBP). An Kunst aus Deutschland reüssierte noch Günther Förgs rote, dicht übermalte Gitterstruktur von 2006 bei 350.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP) und A.R. Pencks grau-schwarzes Strichfiguren- und Zeichenbild „Welt des Adlers I“ von 1981 zum neuen Rekordwert von 430.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP).

Älteste Künstlerin in der Versteigerung war die 1908 in Lissabon geborene Portugiesin Maria Helena Vieira da Silva. In ihrem siebenjährigen Exil in Brasilien schuf sie während des Zweiten Weltkriegs nur 21 Gemälde, darunter 1944 „L’Incendie II ou le Feu“. Die beunruhigende apokalyptische Szene, in der unzählige Menschen und Häuser in züngelnden Flammen aufgehen, forderte taxgerechte 1,35 Millionen Pfund. Eine Generation jünger ist Bridget Riley, eine der Protagonistinnen der Op-Art. Auch ihre nun mit 2,25 Millionen Pfund bewertete Komposition „Shift“ von 1963 aus weißen und schwarzen Dreiecken scheint sich zu bewegen und aus der flachen Bildebene hervorzutreten (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Noch etwas teurer war mit 2,6 Millionen Pfund Marlene Dumas’ weiblicher Akt von 2001, über dem wie die Bleiruten eines Glasfensters ein schwarzes Gitter liegt und der daher auch „Cathedral“ heißt (Taxe 2,2 bis 2,8 Millionen GBP).

Gerade in der jüngeren Alsterstufe traten die Künstlerinnen verstärkt und erfolgreich auf, etwa Nicole Eisenman mit ihrer surrealen winterlichen Skifahrerszene „European Painting“ von 2004 bei 310.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auch die Französin Julie Curtiss gab ihre von einer braunen Haarmähne dominierte, gesichtslose „Witch“ von 2017 gewinnbringend für 130.000 Pfund ab (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Bei ihren männlichen Gegenparts standen der Amerikaner Eddie Martinez mit seinem „Empirical State Mind“, einer von Comicbildern und ungegenständlichen Schmierereien gefüllten Sprechblase aus dem Jahr 2009, bei 500.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) und George Condos an Picasso gemahnendes „Female Portrait with Blue Eyes“ von 2013 bei 700.000 Pfund auf der Einkaufsliste (Taxe 600.0000 bis 800.000 GBP). Wieder schockierend war die Bildsprache von Maurizio Cattelan: 2007 kreuzigte er eine junge blonde Frau kopfüber in ein Bett und hängte es an die Wand. Erst im Mai 2017 bei Christie’s in New York für 1,25 Millionen Dollar gehandelt, verdoppelte sich nun der Preis von 600.000 Pfund auf 1,25 Millionen Pfund.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



24.03.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Adrian Ghenie, The Arrival, 2014

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Taxe: 2.500.000 - 3.500.000 GBP

Zuschlag: 3.500.000,- GBP

Losnummer: 5

Georg Baselitz, Ohne Titel (Held), 1965

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Taxe: 450.000 - 650.000 GBP

Zuschlag: 430.000,- GBP

Losnummer: 6

Jean-Michel Basquiat, Rubber, 1985

Jean-Michel Basquiat, Rubber, 1985

Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 GBP

Zuschlag: 6.400.000,- GBP

Losnummer: 8

A.R. Penck, Welt des Adlers I, 1981

A.R. Penck, Welt des Adlers I, 1981

Taxe: 300.000 - 500.000 GBP

Zuschlag: 430.000,- GBP

Losnummer: 7

Nicole Eisenman, European Painting, 2004

Nicole Eisenman, European Painting, 2004

Taxe: 200.000 - 300.000 GBP

Zuschlag: 310.000,- GBP

Losnummer: 2

Marlene Dumas, Cathedral, 2001

Marlene Dumas, Cathedral, 2001

Taxe: 2.200.000 - 2.800.000 GBP

Zuschlag: 2.600.000,- GBP

Losnummer: 22

Morris Loius, Morris Louis, Sidle, 1962

Morris Loius, Morris Louis, Sidle, 1962

Taxe: 400.000 - 600.000 GBP

Zuschlag: 750.000,- GBP

Losnummer: 13

Julie Curtiss, Witch, 2017

Julie Curtiss, Witch, 2017

Taxe: 50.000 - 70.000 GBP

Zuschlag: 130.000,- GBP

Losnummer: 1

Yves Klein, Untitled Anthropometry (ANT132), 1960

Yves Klein, Untitled Anthropometry (ANT132), 1960

Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 GBP

Zuschlag: 5.400.000,- GBP

Losnummer: 21

Gerhard Richter, Stadtbild Sa, 1969

Gerhard Richter, Stadtbild Sa, 1969

Taxe: 1.800.000 - 2.500.000 GBP

Zuschlag: 1.800.000,- GBP

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Christopher Wool, Untitled, 2007

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Taxe: 5.500.000 - 6.500.000 GBP

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Wayne Thiebaud, Fruit Stand, 1963

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Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 1.500.000,- GBP

Losnummer: 15

Bridget Riley, Shift, 1963

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Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.250.000,- GBP

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