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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Die Entdeckermesse Art Rotterdam ist vergangene Woche zu Ende gegangen. Einige Neuerungen sorgten für ein Facelift und guten Publikumszuspruch

Frische Kunst für neugierige Sammler



Benedikt Leonhardt, Untitled (WF-RB-BO-I/PG-1), 2020

Benedikt Leonhardt, Untitled (WF-RB-BO-I/PG-1), 2020

Die Art Rotterdam, eingebettet in die Rotterdam Art Week, nennt sich im Untertitel „The Fair to Discovery Young Art“ und positioniert sich einmal mehr mit ihrer Mischung aus junger Kunst zu Einsteigerpreisen und einem Fokus auf niederländische Galerien sowie einige Händler aus anderen europäischen Ländern. Mit 225 Euro pro Quadratmeter ist der Kojenpreis auf dieser Kunstmesse vergleichsweise günstig. Exakt 100 Galerien waren nach Rotterdam gereist, um in der historischen Van Nellefabriek etwas außerhalb des Stadtzentrums Kunst von etablierten Stars der internationalen Kunstszene, darunter etwa Documenta-Teilnehmer Guillaume Bijl, bis hin zu ganz jungen Akademieabsolventen zu präsentieren. Allein 67 Nachwuchskünstler wurden in der kuratierten und eher unkonventionellen Sektion „Prospects & Concepts“ vorgestellt.


Am 9. Februar ist nun die 21. Ausgabe der Art Rotterdam zu Ende gegangen. Die Veranstalter zählten 27.500 Besucher und blieben damit nur geringfügig unter der Rekordmarke von 28.500 Besuchern im vergangenen Jahr. Das Publikum der Art Rotterdam kam überwiegend aus den Benelux-Ländern sowie aus dem nahen Nordrhein-Westfalen. Die seit vielen Jahren kontinuierlich von Fons Hof, dem Direktor und Eigentümer der Art Rotterdam, verantworte Messe hält auch für gut vernetzte Kunstprofis noch Überraschungen bereit. Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle Lingen und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine, findet: „Die Art Rotterdam bietet für Kuratoren und Leiter von Museen und Institutionen eine gute Möglichkeit, Künstlerinnen und Künstler zu entdecken, da viele Galerien Einzelpositionen zeigen.“

So stellte die Wiener Galerie Koenig2 die Multi-Media-Installation „Don’t be Maybe“ des 1982 in München geborenen Künstlers Felix Burger in den Mittelpunkt. Vor wandfüllenden Spiegelwänden baute er eine Art Fitnessstudio mit kopflosen Puppen auf, die von modifizierten Sexmaschinen angetrieben wurden. Körperoptimierung, Schönheitswahn und gesellschaftliche Zwänge hinterfragt Felix Burger dabei kritisch und ironisch. Die Gesamtinstallation wurde für 40.000 Euro angeboten, Videoarbeiten in Dreierauflage kosten 3.500 Euro, Siebdrucke mit Kampfmotiven in gleicher Auflagenhöhe 2.000 Euro.

Die Amsterdamer Galerie Hero hatte Fotografien von Oliver Chanarin, Jahrgang 1971, mitgebracht. Es ist die erste Soloarbeit des Londoner Fotografen, der auch Teil des Duos Adam Broomberg und Oliver Chanarin ist, das seit Herbst 2016 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg eine Professur für Fotografie bekleidet. Grundlage für Chanarins Farbfotografien sind Aufnahmen aus den sozialen Netzwerken. Chanarin hat zu einzelnen Personen, die sich exponiert im Internet präsentiert hatten, Kontakt aufgenommen und die im Netz existierenden Fotos auf seine Weise neu interpretiert. Die Unikate aus der Serie „The Apparatus“ war mit je 4.000 Euro ausgepreist.

Eine weitere Entdeckung auf der Art Rotterdam stellte der walisische Konzeptkünstler S Mark Gubb, Jahrgang 1974, dar. Am Stand der Londoner Galerie Division of Labour hing in der Solo Section als Eyecatcher eine großformatige Fotografie mit dem Bronzedenkmal eines Minenarbeiters in der Innenstadt von Cardiff. S Mark Gubb hat dem „Working Class Hero“ den Kopf der Medusa als Gouachezeichnung hinzugefügt und der bearbeiteten Fotografie den Titel „From Enslavement to Obliteration“ gegeben. Das Unikat war mit 6.000 Euro veranschlagt. Für seine Arbeit „The Only thing that Matters is the Everlasting Present“ griff S Mark Gubb auf einen Filmstill aus dem Science Fiction-Klassiker „Fahrenheit 451“ von 1966 zurück. Darauf zu sehen ist das für den Film zentrale Buch „The Moon and Sixpence“ von William Somerset Maugham aus dem Penguin Verlag. Der Künstler hat sich davon ein Exemplar besorgt, dieses verbrannt und mit der Asche wiederum das Motiv auf Papier gedruckt. Diese prozesshafte Arbeit mit Unikatcharakter war ebenfalls für 6.000 Euro zu haben.

Die Leipziger Galerie ASPN machte auf abstrakte Gemälde von Benedikt Leonhardt aufmerksam. Der 1984 geborene Leipziger hat bei Astrid Klein an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert und im Jahr 2017 den renommierten Preis der Leipziger Volkszeitung erhalten. Leonhardt ist derzeit in der Ausstellung „Jetzt! Junge Malerei in Deutschland“ vertreten, die einen Überblick über aktuelle Nachwuchsmalerei in Deutschland liefert und letzte Woche als zweite Station in den Hamburger Deichtorhallen startete. Seine vielschichtigen Gemälde basieren auf kleinen Details oder Farbstimmungen, die der Künstler digitalen Bildern entnimmt. Diese verfremdet er aber so weit, dass sie nur noch als ungegenständliche Spur in den fertigen Arbeiten aufscheinen. Kleinere Formate von Benedikt Leonhardt waren bereits für 3.600 Euro im Angebot, Großformate für 11.700 Euro.

Die Sektion für Film und Videokunst, die seit dieser Ausgabe der Art Rotterdam in „citizenM Projections“ umbenannt wurde, hielt in einer abgedunkelten Halle eine Auswahl von 16 aktuellen Werken bereit. Herausragend war hier die eher konzeptuelle und zurückgenommene Arbeit „Walking and Talking“ des aus Marokko stammenden Künstlers Hamza Halloubi von 2018/19. Der Filmemacher wurde 1982 in Tanger geboren und hat in Gent und Brüssel studiert. Halloubi thematisiert in seinem sprachbasierten Video auf sinnliche Art und Weise die Hürden, die außereuropäische Künstler häufig nehmen müssen, um zwischen den Alten Meistern in westlichen Museen Präsenz zu zeigen. Auf großes Interesse stieß außerdem die 1978 geborene niederländische Künstlerin Melanie Bonajo mit ihrem Video „TouchMeTell“ von 2020. Sie stellt Kindern im Kita- und Grundschulalter Fragen zur Liebe, zur Sexualität und zu anderen „Erwachsenen“-Themen und produziert Bilder mit Auftritten ungehemmt und theatralisch antwortender Kinder von entwaffnender Offenheit.

Messedirektor Fons Hof zieht eine positive Bilanz: „Insbesondere die runderneute Sektion ‚citizenM Projections‘ wurde von den Besuchern sehr gut angenommen und hatte auch gute Verkaufsresultate. So erwarb citizenM das Video „Stripes3“ des französischen Bruderpaars Florian und Michaël Quistrebert bei der Upstream Gallery, das Centraal Museum Utrecht erwarb gemeinsam mit dem Frans Hals Museum in Haarlem die Videoarbeit ‚Qu’un sang impur‘ von Pauline Curnier Jardin bei der Galerie Ellen de Bruijne, und die Galerie Ron Mandos konnte eine Videoarbeit von Hans Op de Beeck und eine Lichtbox von Geert Mul an das Kröller-Müller Museum verkaufen.“

Neu in diesem Jahr war „The Performance Show“, ein von der Kuratorin Zippora Elders zusammengestelltes Performance-Programm auf dem Gelände „AVL Mondo“ des Ateliers van Lieshout. Shuttlebusse brachten das Publikum zu diesem auf dem Weg von der Van Nellefabriek zum Stadtzentrum gelegenen Kunstort mit alternativem Flair. Ein gut besuchtes Highlight war eine mehrmals aufgeführte Performance des südafrikanischen Künstlers Kendell Geers, der seit dem Jahr 2000 in Brüssel lebt und von der Galerie Ron Mandos vertreten wird. In Rotterdam wird mit Spannung die Eröffnung des neuen Schaudepots für das Museum Boijmans Van Beuningen erwartet, das zur Zeit wegen Renovierung geschlossenen ist. Wenn der spektakuläre Bau der Rotterdamer Stararchitekten MVRDV denn im nächsten Jahr eröffnet sein wird, dürfte die Rotterdam Art Week noch um eine Attraktion reicher sein.

www.artrotterdam.com



20.02.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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 Rotterdam 2020
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Benedikt Leonhardt, Untitled (WF-RB-BO-I/PG-1), 2020
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The Performance Show – zur Art Rotterdam

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auf der Art Rotterdam 2020

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Felix Burger, Don’t be Maybe, 2020

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Fons Hof, der Direktor der Art Rotterdam

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