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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem mit charakteristischen Werken bekannter Namen und der SØR Rusche Collection punktete Van Ham in Köln bei der Nachkriegs- und Gegenwartskunst

Und stets lockt die Farbe



Die Farbe in all ihren Facetten gehört zu einer primären Freude des Menschen. In der Kunst des 20. Jahrhunderts löste sie sich vom Gegenstand, wurde selbstständig und nahm ein eigenes Leben auf. Sie erfreut die Augen und durch diese die Seele. Gerade in grauen Wintertagen sind diese Qualitäten der Farbe nötig, um der Winterdepression zu entkommen. Ein hierfür geeignetes buntes Werk schuf Ernst Wilhelm Nay mit seinem „Dynamik Bild“. Die runden Formen schweben und taumeln in Blau, Rot, Gelb und etwas Grau über die große Leinwand, dass es schwer fällt, die Augen von ihr wegzureißen. Nays Gemälde aus dem Jahr 1965 war der Star in der Auktion „Post War“ bei Van Ham in Köln. Ein Berliner Farbenfreund erwarb die Leinwand, auf der Nay nach eigenen Worten „Menschliches und Kreatürliches in neuer, unbekannter Formulierung“ anschaubar machen wollte, für 250.000 Euro und hielt sich damit genau an den unteren Schätzwert.


Dahinter platzierte sich Günther Ueckers runde „Dunkle Spirale“ von 1983. Das dichte Nagelbild durchquerte mit seiner Sogwirkung bei 240.000 Euro das Ziel und wanderte in eine Sammlung nach Monaco (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Doch beide Künstler mussten am 27. November auch einige Federn lassen. Ueckers chaotisches Über- und Miteinander der Nägel in dem „Weissen Schrei“ von 1986 wollte bei 200.000 bis 300.000 Euro niemand haben, ebenso Ernst Wilhelm Nays noch figuratives, aber schon geometrisch verfestigtes Gemälde „Elch und Elchkuh“ von 1935 für 100.000 bis 150.000 Euro. Auch bei Tony Cragg war der Zuspruch geteilt: Zur kostspieligsten Skulptur der Versteigerung verhalfen die Kunden seiner vibrierenden Holzarbeit „Not yet titled“ von 2005 mit übereinander gestapelten Gesichtsprofilen bei 125.000 Euro (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR), während seine geschwungenen „Early Forms“ aus weißem Gips von 1993 bei 30.000 bis 50.000 Euro liegenblieben. Insgesamt konnte Van Ham gut 63 Prozent der Objekte in der Abteilung Nachkriegskunst losschlagen. Da behaupteten sich die Zeitgenossen und vor allem die SØR Rusche Collection doch um einiges besser.

Nachkriegskunst

Die Versteigerung startete mit guten Zuschlägen. Josef Albers’ chromatische quadratische Farbabstufungen auf den zehn Farbserigrafien „Homage to the square“ der Edition Keller von 1970 erfüllten mit 80.000 Euro den Wunschpreis. Dahinter folgte Pierre Alechinskys ausdrucksstarkes großes Blatt „L’œil du puits“, das „Auge des Brunnen“, mit freien abstrakten Formfindungen von 1999 bei 70.000 Euro an der unteren Schätzgrenze. Daran orientierte sich auch Peter Brünings 1960 gemalte, wilde informelle Komposition „Nr. 17“ mit finalen 33.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Nur 5.000 Euro teurer war sein zeitgleich geschaffenes, etwas dichteres, aber genauso energisches Ölgemälde „Nr. 14“ (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ein Jahr zuvor machte sich Emil Schumacher an die Arbeit an „Filis“. Im Sinne des Informel nehmen das Material und die Malerei selbst die zentralen Rollen ein. So ist der Farbauftrag betont flächig. Kratzspuren legen die schwarze und rötliche Farbschicht unter der beigegrauen Struktur frei und verweisen zudem auf den Arbeitsprozess. Die signierte und datierte Leinwand mied den unteren Grenzwert von 70.000 Euro um 5.000 Euro. Franz Grabmayr hatte 1976 sein „Felsenbild“ in vergleichbarem Kolorit ebenso pastos und schrundig angelegt; er kam aber mit 12.000 Euro heraus (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Georg Meistermanns freundliche „Muschelbank“ mit schwebenden Formen von 1950 gab sich dann wieder mit 10.000 Euro zufrieden (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Erfolgreicher zeigten sich da die blauen, schwarzen und violetten Farbkleckse von Mary Bauermeister. Das feine Gespinst von 1959 wanderte für 7.500 Euro in ein neues Heim (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Hans Hartungs schwungvolle kleine Leinwand „T 1980 – K9“ von 1980 besticht mit ihrem blauen Grund, über den sich mehreren weiße und schwarze Farbbögen sowie Kratzspuren legen. Die Ausdruckskraft seiner gestische Malweise riss so manchen Interessenten mit, so dass der Preis auf 47.000 Euro sprang (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Gegenüber Hartungs 13 Jahre älterem schwarz-gelbem Fächerbild „P 1967 – A 14“ legten die Kunden mit 38.000 Euro mehr Sparsamkeit an den Tag (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Sam Francis’ fröhliche Farbkleckse auf einem Spätwerk von 1986 kamen erst im Nachverkauf auf 56.500 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), und für Kazuo Shiragas ebenso energiegeladenes Acrylgemälde „Katsuro“ mit seinen Primärfarben und schwarzen Akzenten fand sich bei 50.000 bis 70.000 Euro überhaupt kein Abnehmer.

Zwei Arbeiten Walter Dexels sind der Geometrie und Farbrhythmik aus Schwarz und Weiß mit spärlichen Farbakzenten verpflichtet. Dennoch spielte die dichter ausgearbeitete Collage „Serie XXVII 4“ von 1927 gute 9.000 Euro, das Aquarell „3 weiße Senkrechten“ von 1965 jedoch nur 4.500 Euro ein (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR). Ulrich Erbens „Farben der Erinnerung“ von 1994 in warmem Rotbraun mit zwei Rechtecken in Hell- und Dunkelblau hielten eisern an 30.000 Euro fest (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Sein helleres Ölbild von 1974 mit einer grau-weißen Quadratschichtung verkaufte sich im Anschluss für gute 28.000 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Imi Knoebel war mit mehreren kleineren Werken im vierstelligen Preisbereich vertreten, darunter mit einer noch recht freien ungegenständlichen Collagemalerei in hellem Ocker von 1983 für taxgerechte 5.000 Euro oder der stärker konstruierten Kunststofffolien-Edition „schief und schräg“ von 2016 für 8.500 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Diesen Wert gab es gleichfalls für seinen roten unregelmäßigen „Kinderstern“ von 1994 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Ungleiche ZERO-Künstler

Die Nachfrage nach dem ZERO-Dreigestirn fällt am Markt recht unterschiedlich aus. Während sich Günther Uecker recht leicht tut und für seine Nagelbilder oft Preise über 100.000 Euro erwirtschaftet, muss Otto Piene derzeit schon etwas kämpfen. Von seinen elf Arbeiten schafften nur die Feuergouache „Black and Fire“ von 1974 in geheimnisvollem dunklem Leuchten bei 12.000 Euro an der unteren Taxgrenze sowie ihr kleineres rot-schwarzes Pendant „Fermentig“ von 2006 bei 9.000 Euro den Absprung (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Alle anderen Feuerbilder, darunter auch der „Sky Event 1“ von 1981/86 für 40.000 bis 60.000 Euro oder die frühe titellose feuerrote Arbeit von 1967 mit schwarzem, auslaufendem Kern für 80.000 bis 120.000 Euro, hatten das Nachsehen, ebenso wie sein silbernes Raster-Gemälde „Glow“ von 1957/86/92 für 60.000 bis 80.000 Euro. Auch nicht so recht in Fahrt kam Heinz Mack. Sein ebenfalls silberner Aluminiumfächer von 1985 blieb bei 38.000 Euro stehen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), seine rotierende „Kleine Sonne II“, obwohl schon 1959/60 entstanden, wurde verschmäht, nur sein Ölgemälde „Sonne u. Mond“, eine chromatische Konstellation von 1996, riss die Sammler zu 19.000 Euro hin (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Eine sichere Nummer ist dagegen Gerhard Richter. Die einstigen Eigentümer seiner Bilder konnten sich alle nicht beklagen. Richters 1992 getätigter schwarz-weißer Lackfleck über der Fotografie einer Innenraumkonstruktion ließ den Hammer nun im zweiten Anlauf bei 28.000 Euro fallen (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Die mehrfarbige Offsetlithografie „Abstract Painting“ von 2011, eines von fünf signierten Benefizexemplaren zugunsten der Obdachlosenhilfe fityfity, verzeichnete 26.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), sein bekanntes fotorealistisches Motiv „Kerze I“ in einem Farboffset von 1998 ebenfalls gute 14.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und seine 1969 für die Griffelkunst gedruckten „Schweizer Alpen [A1]“ 11.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Trotz Brexit fiel Bernd Schwarzers „Europäisches Flammenbild/Europäischer Vulkan (Blau-Gold)“ auf fruchtbaren Boden. Die als Farbrelief zu bezeichnende Arbeit von 1992/94 hüpfte auf 12.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Pop-Freuden zum Beethoven-Jubiläum

Gut meinte es Fortuna wiederum mit A.R. Penck. Sein unübliches Frühwerk mit dem melancholischen „Großvater und Mutter am Frühstückstisch“ von etwa 1961 verbesserte sich auf 16.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), ebenso wie die schon zu Zeichen verknappte, kleine grün-schwarze Gesichtsform „Remembrance of Prussia“ (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Für seine freundliche Acryl-Siebdruck-Kombination „Folge und Konsequenz“ aus der Werkgruppe „Menschen und Tiere nach der Öffnung“ von 1991 kamen 20.000 Euro zusammen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gottfried Helnwein überzeugte die Anwesenden mit dem 1998 gemalten gruseligen Werk „Epiphanie III (Darstellung im Tempel)“ und errang bei taxkonformen 120.000 Euro, die ein österreichischer Sammler bewilligte, fast einen internationalen Auktionsrekord. Nur Helnweins James Dean-Adaption notierte im Dezember 2016 bei Neumeister 5.000 Euro höher. Bei Antoni Tàpies’ frühem feinsinnig-surrealem Tuscheaquarell von 1951 einigten sich die Bieter auf 28.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

In Vorbereitung auf das Beethoven-Jubiläumsjahr waren auch Andy Warhols Bearbeitungen des Komponistenportraits von 1987 gefragt. Die schwarze Variante mit rosafarbenen Notenlinien platzierte sich am oberen Schätzrand bei 50.000 Euro, den blautonigen „Beethoven“, eines von 72 individuell gestalteten Exemplaren außerhalb der Mappe, übernahm ein Münchner Sammler für 65.000 Euro (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Roy Lichtenstein gesellte sich mit der 1967 in 300 Exemplaren bei Leo Castelli erschienenen Farbserigrafie ungestümer „Brushstrokes“ bei 11.000 Euro hinzu (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Mehr als das Doppelte seiner Erwartung konnte William Nelson Copleys mit Tusche bemaltes Stoffstück eines Interieurs bei 18.000 Euro erringen. Selbstsicher trat zudem Richard Hamiltons Radierung „Picasso’s meninas“ von 1973, die den Kubisten mit Diego Velázquez’ berühmtem Gemälde zusammenführt, bei 17.000 auf (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Nicht ganz so voreilhaft waren die 8.500 Euro für Hamiltons Farbserigrafie „I’m dreaming of a White Christmas“ mit einem schemenhaften Bing Crosby von 1967 bei 8.500 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Stolze 24.000 Euro aufs Konto erhielt der Verkäufer von Arnulf Rainers übermaltem Fotoselbstportrait „Grüner Winkel“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Aus weißem Gips schuf György Jovánovics 1971 die Illusion eines steifen, leicht geknickten und mit ein paar Knitterfalten versehen Stoffs. Die zarte und zerbrechliche Plastik erleichterte ein Konto um 11.000 Euro. Dietrich Klinges Bronze „Die Lust“ von 1998, die auf den ersten Blick wie eine grob gehauene Holzskulptur wirkt, strich 17.000 Euro ein (Taxe je 7.000 bis 9.000 EUR). Die etwas höher veranschlagten bildhauerischen Arbeiten taten sich schwer. Ins Depot zurück musste Niki de Saint Phalles gelbe, gepunktete und freundliche Stuhl-Schlange von 1994 (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), gleichfalls Rebecca Horns kinetische Skulptur „Serafina’s Lover“ von 1994 mit schimmernden Schmetterlingsflügel (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Sol LeWitts minimalistischer schwarzer Holzblock „Black Form – Dedicated to the Missing Jews“ von 1985 errang wenigstens 18.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Zeitgenossen

In der Auktion „Contemporary“, die die Kunden zu fast 70 Prozent mitnahmen, hatten zwei neoexpressive Menschenwesen von André Butzer die Nase vorn. Für je 75.000 Euro – was beim nachdenklichen „Bobby Bohnen und seine Hunde“ von 2001 knapp über dem Schätzwert von 50.000 bis 70.000 Euro rangiert, beim Augengesicht „Todallst, Bloedst, Icho?“ von 35.000 Euro aus eine erhebliche Steigerung bedeutet – wanderten die Werke nach Los Angeles und London. Tim Eitel karikierte 2002 das strenge Formschema von Piet Mondrian, indem er vor dessen überdimensioniertes Rechteckraster eine junge Frau stellte. Seine Leinwand „Rot und Blau“ verfehlte bei 43.000 Euro ihre Wirkung auf die Anwesenden nicht (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Weniger erfolgreich war Leiko Ikemuras Gemälde „Torero, gelb“ von 1983 mit 18.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gelb- und ockerlastig ist auch Neo Rauchs frühe Mischtechnik „Wandel“ von 1993 mit einem schwarzen Figurenpersonal und einer Art Bohrer. Mit 33.000 Euro positionierte sie sich beinahe an der oberen Preisvorstellung. Rauchs noch ältere und zaghaftere Figuration „…lachend auf euch niederschauend“ von 1991 wollte indes niemand haben (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Mehr Interesse kam bei den kraftvoll formulierten Menschenbildern der 1980 geborenen Amerikanerin Natalie Frank auf. Ihr Aktgemälde „When I Marry“ von 2011 errang 3.800 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), ihre träumerische „Mother“ von 2010 ebenso stabile 2.200 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Das Bildnis eines Mädchens verewigte Justine Otto 2008 als „Lonestar“. Aus der Untersicht wirken die vorgeschobenen Hände des Mädchens mit ihren auffallenden roten Fingernägeln beunruhigend und bedrohlich, was zu 7.000 Euro führte (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die rasante und zu Unfällen führende Skiwelt in Sven Kroners Winterbild von 2002 verharrte bei 12.000 Euro am unteren Taxrand. Jeweils 8.000 Euro hieß der Endstand bei zwei flächig stilisierten weiten Landschaften Julian Opies, die eine mit dem Titel „I followed the Audi…“ von 2004 (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR), ebenso bei seinem auf wenige Konturlinien reduzierten Bildnis „Jean-Jacques, Industrialist“ von 2000 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Stillleben, Fotografie und (un)endliche Zahlen

Dem Reiz des Stilllebens erlagen die Kunden bei Adrian Ghenies unaufdringlicher Zusammenstellung von satten Pfirsichen, die sich in bronzenen Karaffen und Tellern spiegeln, und hievten das Gemälde aus dem Jahr 1992 von 8.000 Euro auf 15.000 Euro. Beinahe den doppelten Schätzwert konnte Luciano Ventrones fotorealistische, in zwei Hälften aufgerissene Zitrone unter dem Titel „Il Cedro Spaccato“ mit 13.000 Euro verbuchen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). 14.000 Euro waren es für die beiden Hühner von Karin Kneffel, die seit 1986 ihre Hinterteile hochstrecken und gegeneinander reiben (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). R. H. Quaytmans „Hexagon“, einer 2003 erstellten Kombination aus den Siedrucken zweier Handausschnitte, einem weißen Gesso-Dreieck und der Maserstruktur der zugrundliegenden Holzplatte, brachte 30.000 Euro ein (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). David Schnells „Pause“ von 2007 verschachtelt Linienzüge in Graubraun mit blauen und rosafarbenen Flächen zu einem Gemälde, dessen Zentrum eine dunkelrote, an eine T-Kreuzung erinnernde schwebende Struktur ist. Fragmente von Sträuchern, ein orangefarbener Baum und ein blauer Himmel lassen eine Landschaft erahnen. Die Strahlkraft des Gemäldes sicherte sich ebenfalls 30.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Für die neunteilige Serie „Igloo“ lichtete Olafur Eliasson 1999 ein künstlich gebautes und weißes Iglo aus Metall und Planen mal auf schwarzem Boden oder auch vor einem mit Gras bewachsenen dunklen Hang ab, was nun zu 12.000 Euro führte (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ralf Kaspers’ monumentale nächtliche New York-Silhouette „Tribute in Light“ von 2002 mit den beiden Lichtsäulen für das zerstörte World Trade Center überquerte schon bei 18.000 Euro die Schwelle, auf der mindestens 20.000 Euro sehen sollten. Etwas mehr Glück hatte Tatsuo Miyajimas 14teilige Wandinstallation „Oblique Twelve“ von 1995. Der Japaner setzt sich mit dem Thema des Wandels und der ständigen Bewegung auseinander und nutzt auf den LED-Panels numerische Verläufe, die sich unentwegt zwischen eins und neun herumspringen. Der neue Besitzer kann nun mit gezahlten 20.000 Euro näher über Lebenszyklen und Glaubensfragen reflektieren (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Katharina Grosse hat keine Angst vor Farbe. Dies beweisen nicht zuletzt ihre wagemutigen Farbüberlagerungen in einem Bild von 1994, das die Sammler bei 17.000 Euro begeisterte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Weniger ergiebig zeigte sich Damien Hirsts bunte Punkteschar im 2018 datierten Giclée-Druck „Gritti (H5-1)“ bei finalen 4.800 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Eine bessere Figur machte Markus Oehlens Leinwand von 1983 mit abstrakten Formfindungen und Farbschmierereien bei 7.500 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

SØR Rusche Collection

Der Sieger im Vergleich der Zuschlagsquoten war am 27. November die SØR Rusche Collection mit 84,2 Prozent. Das lag nicht zuletzt an den niedrig angesetzten Taxen. Hier trug Alicja Kwades „Kohle“ den Sieg davon. 2006 ließ sie 76 Kohlebriketts in Bronze gießen und vergolden. Der glänzende Block sprang dank eines Berliner Interessenten von 12.000 Euro auf 40.000 Euro. Dahinter platzierte sich die tänzerisch beschwingte Objektskulptur „Animal Metaphysicum (Im Bogen zurück)“ der Polin. Kwades Porzellanfiguren verschiedener Manufakturen, die auf hohen weißen Holzsockeln miteinander in Interaktion treten, entschwebten bei 35.000 Euro nach Frankfurt (Taxe je 12.000 bis 18.000 EUR). Schon in der Oktober-Auktion der SØR Rusche Collection zogen die geheimnisvollen, an Alten Meistern orientierten Gemälde des 1977 geborenen Italieners Nicola Samorì die Käufer an. Diesmal war es vor allem die junge Frau namens „Larvatorium“ mit einem Schädel und halb verdorrten Blumen von 2010, deren dunkler Zauber den Zuschlag auf 22.000 Euro springen ließ. Auch auf dem Seesturm „God turns all these things to the best“ hatte Samorì die Farbeschicht teils wieder abgezogen und erntete nun 15.000 Euro (Taxe je 3.000 bis 5.000 EUR).

Grund zu Freudensprüngen hatte gleichfalls Ruprecht von Kaufmanns „Drachentöter von 2007. Der nur mit einer Badehose bekleidete Held sprang wagemutig mit einem großen Messer ins Wasser, begegnete dort einem trägen pinkfarbenen Krokodil und beendete die Schlacht bei 7.500 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Einen weiteren finanziellen Sieg trugen „Dani + Ich“ von 2001 davon. Erst bei 19.000 Euro konnte sich ein Abnehmer durchsetzen, so dass das aufgewühlte Doppelportrait von Daniel Richter und Jonathan Meese eine Steigerung um das 23fache absolvierte. Ein ähnliches Schnippchen schlug auch Johannes Rochhausens „Atelieransicht X“ von 2008. Der weite, leere weiß-graue Raum mit Malmaterialien forderte 17.000 Euro ein. Auch „Clemens“ von Herbert Volkmann aus dem Jahr 2008 gefiel gleich mehreren Bietern. Der Sieger des Preisgefechtes nannte das vierarmige Portrait des Schriftstellers Clemens Meyer erst bei 12.000 Euro sein Eigen (Taxe je 800 bis 1.200 EUR).

Viele Positionen waren in diesem niedrigen Preissektor angesetzt und korrigierten ihre Werte nach oben, etwa Moritz Schleimes fantastische Waldlandschaft „Absinth Eden“ von 2010. Für die menschliche Absinthfee mit Hauspantoffeln und ihren grünhäutigen und -haarigen Trinker fiel der Hammer erst bei 7.500 Euro (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Jan Dörre war mit einem Vanitas-Stillleben von 2007 samt Büchern, Schachteln, Obst, Tieren und einem Totenschädel, auf dem ein bunter Vogel den titelgebenden „Faden“ im Schnabel hält, ebenfalls bei 800 bis 1.200 Euro angetreten und kam mit 6.000 Euro heraus. Die betont grafische Wiedergabe „Bahnsteig Leipziger Hbhf“ von Wolfram Ebersbach mit weißen, grauen und schwarzen Farbbalken aus dem Jahr 2010 reüssierte bei 4.800 Euro (Taxe 800 bis 1.200 EUR), Marcel Dzamas erotische Zeichnung „The back bone of contagious disease“ von 2011 bei 4.500 Euro (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR) und Benedikt Hipps mehrdeutige Bilderwelt „Das Land selbst“ von 2010 bei 4.500 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Martin Kobe gelang es, in seiner Leinwand von 2008 einen fließenden Übergang zwischen dem warmen hölzernen Appartement und dem blauen Himmel zu schaffen, so dass der Preis für den futuristischen Ausblick auf 10.000 Euro kletterte (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



27.01.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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