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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Für die Bibliophilen ist das letzte Januarwochenende ein Pflichttermin. Dann starten die Antiquare mit ihren Messen in Stuttgart und Ludwigsburg ins neue Jahr

Hohe Buchkunst



Sind Bilderbücher nur etwas für Kinder? Schaut man sich „Das wunderliche Bilderbuch“ von Grethe Jürgens an, denkt man sofort an das malerische Vokabular des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit. So reduziert und experimentell hat die Hannoveraner Künstlerin ihre neun ganzseitigen Farblithografien gestaltet, etwa die lustige Szene mit einer doch noch unsicheren Maus, die am Halsband eine Spielzeugkatze hinter sich herzieht. Zudem lässt „Das wunderliche Bilderbuch“ das Menschenbild und die Utopien der Weimarer Republik erkennen. Die seltene erste Ausgabe, für die Jürgens auch den jeweils vierzeiligen Text typografisch herausragend aufgearbeitet hat, liegt im Antiquariat Sabine Keune vor. Auf der aktuellen Stuttgarter Antiquariatsmesse stellt die Aachenerin das um 1935 erschienene Werk nun für 4.400 Euro vor und hat ihren Stand auf einen Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung ausgerichtet. Denn mit der Sonderschau „Internationale BilderBuchKunst der Gegenwart“ will man in Stuttgart über die pädagogische Zielsetzung dieser Bücher hinaus auch ihre künstlerische Eigenart und die kreative Verbindung von Bild und Text beleuchten. Dafür trennt sich der österreichische Musikwissenschaftler und Buchliebhaber Friedrich C. Heller kurze Zeit von 40 Bilderbücher und spricht am Samstagnachmittag über seine Sammelleidenschaft.


Hat sich der Besucher mit ihr angefreundet, wird er auch beim ortsansässigen Antiquariat Lindner fündig. Dort gibt es für 1.900 Euro das seltene Traum-Bilderbuch „Barbaritzchen. Herr Dunkel-Munkel und der Mond. Ein Traum in Versen und Scherenschnitten“. Um 1930 erzählt hierin Tilla Streckewald-Ebhardt die Geschichte des kleinen Mädchens Barbaritzchen, das vom Käfer Dunkel-Munkel auf den Mond getragen wird und dort dem lieben Gott begegnet, und hat dafür reizvolle farbflächige Scherenschnitt-Illustrationen in Blau, Schwarz-Weiß und Gold geschaffen. 75 deutsche und internationale Antiquariate und Galerien präsentieren von morgen an wieder ihre Schätze im Württembergischen Kunstverein und lassen das Publikum in die faszinierende Welt von illuminierten Handschriften und Wiegendrucken, aufwendig gestalteten wissenschaftlichen Publikationen, Autografen, illustrierten Büchern, künstlerischer Grafik bis ins 20. Jahrhundert und all ihrer Gedanken und Ideen abtauchen.

Dass Bild und Text schon seit dem Mittelalter oft eine Beziehung eingehen, macht das Stundenbuch „Horae B. M. V. für den Gebrauch von Paris“ mit fein ausgeführten Miniaturen deutlich. Die lateinische und französische Handschrift auf Pergament reicherte der Mazarine-Meister um 1405/07 in Paris mit elf Szenen aus dem Leben Jesu und Mariens an, die zwölfte Miniatur eines unbekannten Meisters weist wohl an den Mittelrhein. Heribert Tenschert vom Antiquariat Bibermühle aus dem schweizerischen Ramsen offeriert das teuerste Stück der Stuttgarter Messe für 680.000 Euro. Bei den Wiegendrucken wartet sein Züricher Kollege Hellmut Schumann mit einer Besonderheit auf: Aurelius Augustinus’ „De civitate dei“ mit farbig ausgemalten Initialen und breitem Rankenornament wurde 1473 von Johannes Fust und Peter Schöffer in der noch von Johannes Gutenberg gegründeten Offizin gedruckt. Das Monument des Mainzer Frühdruckes verlangt 95.000 Euro.

Wer sich noch für eine handgeschriebene Ausgabe von Augustinus’ „Gottesstaat“ interessiert, muss beim Antiquariato Librario Bado e Mart aus Padua vorbeischauen. Dort liegt ein Manuskript, das in Florenz um 1460 auf Vellum, einer besonders feinen Pergamentart, geschrieben wurde, mit 23 illuminierten Initialen auf 347 vollständig erhaltenen Blättern in einem italienischen Einband des 18. Jahrhunderts für 280.000 Euro vor. Zum gleichen Preis haben die Italiener noch den „Hortus Eystettensis“ von Basilius Besler mitgebracht. Der botanische Prachtband in der dritten Auflage von 1713 listet auf 367 Kupfertafeln mehr als tausend Pflanzen aus den fürstlichen Gärten an der Willibaldsburg in Eichstätt. Hieran schließt sich Maria Sibylla Merian mit ihrem „Raupenbuch“ in der ersten lateinischen Ausgabe von 1718 mit 150 wohl von ihr oder ihren Töchtern kolorierten Kupfertafeln beim Kunstkabinett Strehler für 19.800 Euro an. Teurer wird es bei Brigitte und Birgit Strehler aus Sindelfingen mit der zweiten naturwissenschaftlichen Publikation Maria Sibylla Merians: Ihr Hauptwerk „Metamorphosis insectorum Surinamensium“ in einem holländischen Druck von 1730 für 68.000 Euro.

Andere Aussteller denken an die Jubiläen, etwa den 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin, der gerade in Baden-Württemberg ausgiebig gefeiert wird. Begeistert von den Idealen der Französischen Revolution, tief verbunden mit der Antike und voller Sehnsucht nach inniger Harmonie zwischen Mensch und Natur bereicherte der Dichter die deutsche Sprache. Herbert Blank hat an seinem Stand mehrere Erstausgaben von Hölderlins Werken ausgebreitet, etwa das „Taschenbuch für Frauenzimmer von Bildung“ aus dem Jahr 1799 für 3.000 Euro, „Hyperion oder der Eremit in Griechenland“ von 1797 für 9.000 Euro oder „Die Trauerspiele des Sophokles“ von 1804 für 12.000 Euro. Außerdem erinnert der Stuttgarter Antiquar an den 100. Geburtstag von Paul Celan und macht auf dessen Gedichtband „Der Sand aus den Urnen“ von 1948 mit einer von eigentlich zwei Lithografien von Edgar Jené für 48.000 Euro aufmerksam. Im Jahr 1952 heiratete Celan die französische Künstlerin Gisèle Lestrange, deren Spezialgebiet die grafischen Künste waren. Aus ihrer gemeinsamen Arbeit entsprang 1969 das intime Werk „Schwarzmaut“ mit 15 Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange, das das Antiquariat Schmidt & Günther aus Kelkheim für 9.800 Euro offeriert.

Weltweit wird heuer des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens gedacht. Das Stuttgarter Antiquariat J. Voerster liefert dazu einen wichtigen Beitrag: Eine seltene Originalausgabe der Partitur der „Missa solemnis“, die erstmals eine liturgische Musik schon allein schon wegen ihrer Länge von der Kirche in den Konzertsaal verlegte. Voerster will für dieses wichtige Zeugnis der Kultur- und Musikgeschichte 4.500 Euro sehen. Ein weiterer Jubilar ist Giovanni Battista Piranesi, der 1720 im Veneto zur Welt kam. Den großen römischen Vedutisten entdeckt der Besucher in der Koje von Engel & Co. mit dem auf 19.000 Euro bezifferten Prachtband „Della magnificenza ed architettura de’ Romani“ von 1761, in dem Piranesi die Leistungen der römischen Baukunst der Antike bewundert.

Ins 19. Jahrhundert geht es bei C.G. Boerner aus Düsseldorf. Die Galerie zeigt den nicht vollständig ausgeführten Entwurf einer Ruhmeshalle für die Herrscher von Württemberg mit einem Ausblick auf Stuttgart. Das mit Bleistift und Tusche angelegte Blatt kann bisher keinem Künstler eindeutig zugeschrieben werden und will 3.500 Euro sehen. Das Böblinger Antiquariat F. Neidhardt hat mehrere Bücher des spitzzüngigen französischen Karikaturisten und Zeichners Grandville ausgewählt, darunter „Un autre monde“ von 1844 für 6.900 Euro oder „Les Métamorphoeses du jour“ um 1836 für 2.500 Euro. Auf Zeichnungen, Aquarelle und Grafiken des 18. bis zum frühen 20. Jahrhunderts ist der Kunsthandel H.W. Fichter aus Frankfurt spezialisiert und steuert unter anderem die Bleistiftzeichnung mit einem beinahe unheimlichen Blick auf den Palazzo del Podestà in San Gimignano des Dresdner Malers Carl August Walthers aus dem frühen 20. Jahrhundert für 3.200 Euro bei. Mit bekannten Namen punktet das Antiquariat Peter Kiefer aus Pforzheim und legt die 1918 bei Kurt Wolff in München erschienene Mappe „9 Holzschnitte“ von Karl Schmidt-Rottluff für 48.000 Euro aus. Zu den Bilderbüchern führt Winfried Geisenheyner aus Münster zurück und hat unter anderem die „Sommerfreuden. Ein Bilderbuch für unsere braven Kleinen“ um 1930 mit zehn charmanten Aquarellen von Tina Bauer-Pezellen für 5.800 Euro oder Adolf Uzarskis Leporello „Zehn kleine Negerlein“ von 1925 für 560 Euro im Gepäck.

Die 59. Antiquariatsmesse Stuttgart läuft vom 24. bis zum 26. Januar. Sie hat freitags von 12 bis 19:30 Uhr, samstags von 11 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Schüler, Auszubildende und Studenten bis 28 Jahre zahlen nichts.

Antiquariatsmesse Stuttgart
Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2
D-70173 Stuttgart

Kontakt:

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Seeblick 1

DE-56459 Elbingen

Telefon:+49 (06435) 909 147

Telefax:+49 (06435) 909 148

www.stuttgarter-antiquariatsmesse.de



23.01.2020

Quelle/Autor:Kubnstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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24.01.2020, 59. Stuttgarter Antiquariatsmesse

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