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Aktuellzum Archiv:Künstler-Portrait

Der Architekt Gottfried Böhm wird 100. Seine skulpturalen Bauwerke zählen zu den Ikonen der deutschen Architektur des 20. Jahrhunderts. Vor allem im Sakralbau hat er sich hervorgetan

Raum und Rahmen menschlicher Würde



Gottfried Böhm feiert am 23. Januar seinen 100. Geburtstag

Gottfried Böhm feiert am 23. Januar seinen 100. Geburtstag

Die Liste seiner Bauten, Ehrungen und Funktionen ist lang. Kein Wunder, denn der Kölner Architekt Gottfried Böhm vollendet nun sein 100. Lebensjahr. Als erster Deutscher erhielt er den renommierten Pritzker Prize, den „Nobelpreis für Architektur“. Doch schon gut 20 Jahre zuvor konnte er 1967 den Kölner Architekturpreis entgegennehmen. Auch wenn drei seiner Söhne mittlerweile das Architekturbüro führen, lässt er es sich nicht nehmen, aktuelle Projekte zu begleiten. Im Jahr 2004 übereignete er sein Planarchiv dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. Zur Feier seines Jubiläums stellt es nun in einer konzentrierten Schau unter dem Titel „Böhm 100. Der Beton-Dom von Neviges“ sein wohl bedeutendstes Bauwerk vor.


Gottfried Böhm kam als Spross einer Architektendynastie am 23. Januar 1920 in Offenbach am Main zur Welt. Der Vater Dominikus Böhm und der Großvater Alois Böhm betrieben im zwischen Ulm und Augsburg gelegenen Ort Jettingen ein Baugeschäft. Dominikus Böhm verlegte 1926 sein Büro nach Köln, wo er bis 1934 als Professor an den Kölner Werkschulen lehrte. Kurz nach dem Abitur am Kölner Apostelgymnasium 1938 zogen die Böhms kriegsbedingt wieder ins heimische Jettingen zurück. Nach Kriegseinsatz und Verwundung studierte Gottfried Böhm ab 1942 an der TU München bei Adolf Abel und Hans Döllgast Architektur sowie Bildhauerei bei Josef Henselmann an der Kunstakademie. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs legte er sein Diplom ab.

1947 kehrten die Böhms nach Köln zurück. Gottfried arbeitete bis zum Tod seines Vaters Dominikus im Jahr 1955 in dessen Büro mit. Gottfrieds erster eigenständiger Bau war 1947 die Kapelle „Madonna in den Trümmern“ in der zerstörten Kirche St. Kolumba, heute Bestandteil des Kunstmuseums des Erzbistums Köln. Aus seiner 1948 geschlossenen Ehe mit der 2012 verstorbenen Architektin Elisabeth Böhm gingen vier Söhne hervor: Stephan, geboren 1950, Peter, geboren 1954, und Paul, geboren 1959, ergriffen gleichfalls den Beruf des Architekten und beteiligten sich ab 1982 an Projekten im väterlichen Architekturbüro, bevor sie es seit 2006 weitgehend selbständig führen, nicht ohne ihren Vater weiterhin einzubeziehen. Einzig der 1953 geborene Sohn Markus studierte Informatik und Geologie, ergriff aber den Beruf des Malers und wirkt bei der Gestaltung von Bauten mit.

Einer der Schaffensschwerpunkte Gottfried Böhms war zunächst der Sakralbau. Allein bis 1959 realisierte er im kriegszerstörten Deutschland 39 Kirchen. In den 1960er Jahren machte sein Büro nach Rückgang des Kirchenbaus vor allem durch profane und öffentliche Bauten in alten Beständen von sich reden, etwa beim Ausbau der Bonner Godesburg zu einem Hotel oder beim ausdrucksstark in eine Burg integrierten neuen Rathaus in Bensberg. Mit der Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges erreichte sein Schaffen zwischen 1963 und 1968 einen Höhepunkt. Zusätzlich wirkte Böhm in der Nachfolge von Hans Schwippert ab 1963 bis 1985 als Professor an der RWTH Aachen.

Zu den charakteristischen Merkmalen von Böhms Architektur gehörten in den ersten Jahren leichte, hängend konstruierte Betonschalen sowie formenreich und geometrisch gestaltete Kirchen mit schlanken Türmen. Seine immer mehr skulpturale Züge annehmenden Objekte wandelten sich in den 1960er Jahren in kristalline „Betonfelsen“ mit asymmetrischen Faltdecken. Besonders repräsentativ dafür ist die Kirche St. Gertrud in Köln. Als Höhepunkt dieser Tendenz wird die wie eine monumentale Raumplastik auf unregelmäßigen Grundriss konzipierte Wallfahrtskirche in Neviges angesehen.

In den 1970er Jahren gewannen Böhms Entwürfe an Flexibilität und Funktionalität. Er errichtete das neue Diözesanmuseum in Paderborn, die Trabantenstadt Köln-Chorweiler oder ab 1981 den Firmensitz von Züblin in Stuttgart-Möhringen mit seiner gläsern überdachten Mittelhalle. Neben der Wiederherstellung des Saarbrücker Stadtschlosses durch einen modernen Mitteltrakt in den 1980er Jahren war Gottfried Böhm auch an jüngeren Bauten beteiligt, etwa dem 2006 vollendeten Hans Otto Theater in Potsdam oder an der im letzten Jahr eingeweihten DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld mit einer markanten Schalenkonstruktion. Ähnliche Formfindungen kreierte Böhm bereits in den Jahren nach 1985, als ihn Helmut Kohl mit der Erstellung von Entwürfen für eine Umgestaltung des Berliner Reichstagsgebäudes samt neuer Kuppel beauftragte. Böhms Ideen hierzu flossen augenfällig in den Jahre später realisierten durchgreifenden Um- und Ausbau des Gebäudes ein.

Im Jahr 1986 wurde Gottfried Böhm mit dem Pritzker-Preis die bedeutendste Auszeichnung für Architekten weltweit verliehen. Er ist damit der einzige Deutsche, der die hoch angesehene Ehrung zu Lebzeiten erhielt. Denn der zweite Deutsche, Frei Otto, wurde 2015 posthum gewürdigt. Entscheidend dafür waren laut damaliger Begründung der Jury seine berauschenden Ideen zur Verbindung von Alt und Neu. „Ein Gebäude ist für den Menschen Raum und Rahmen seiner Würde, und dessen Äußeres sollte seinen Inhalt und seine Funktionen reflektieren“, führte Böhm in seiner Dankesrede dazu aus.

Die Ausstellung „Böhm 100. Der Beton-Dom von Neviges“ ist bis zum 26. April zu sehen. Das Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro; bis 18 Jahre ist er kostenlos. Für ein umfangreiches Programm an Vorträgen, Symposien, Ausstellungen und Exkursionen haben sich mehrere Institutionen in Deutschland zusammengetan. Es ist unter www.boehm100.de abrufbar.

Kontakt:

Deutsches Architekturmuseum

Schaumainkai 43

DE-60596 Frankfurt am Main

Telefon:+49 (069) 21 23 88 44

Telefax:+49 (069) 21 23 63 86

www.boehm100.de



21.01.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


18.01.2020, Böhm 100: Der Beton-Dom von Neviges

Bei:


Deutsches Architekturmuseum

Kunstsparte:


Architektur

Stilrichtung:


Nachkriegskunst

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Schmuckstücke zwischen Kubismus und Spiritualität

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Variabilder:

Gottfried Böhm, Rathaus von Bensberg, Bergisch-Gladbach , 1962-71
Gottfried Böhm, Rathaus von Bensberg, Bergisch-Gladbach , 1962-71







Gottfried Böhm, Diözesanmuseum in Paderborn, 1975

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Gottfried Böhm, Rathaus von Bensberg, Bergisch-Gladbach , 1962-71

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Gottfried Böhm, Züblin-Verwaltungsgebäude, Stuttgart-Vaihingen, 1981-85

Gottfried Böhm, Züblin-Verwaltungsgebäude, Stuttgart-Vaihingen, 1981-85

Gottfried Böhm, Züblin-Verwaltungsgebäude, Stuttgart-Vaihingen, 1981-85

Gottfried Böhm, Züblin-Verwaltungsgebäude, Stuttgart-Vaihingen, 1981-85

Gottfried Böhm, St. Gertrud, Köln 1962-1965

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Gottfried Böhm, Wohnungsbau in Köln-Chorweiler, 1970er Jahre

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Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

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Gottfried Böhm, St. Gertrud, Köln 1962-1965

Gottfried Böhm, St. Gertrud, Köln 1962-1965

Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

Gottfried Böhm, Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“ in Neviges, 1963-1968

Gottfried Böhm, Kirche Christi Auferstehung, Köln-Melaten, 1963-70

Gottfried Böhm, Kirche Christi Auferstehung, Köln-Melaten, 1963-70




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