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Weserburg testet erfolgreich neues Preismodell

Für die Weserburg in Bremen ist die Testphase für neue Eintrittspreise positiv verlaufen

„Mehr Besuche, keine Umsatzeinbußen und durchweg positives Feedback“, so fasst die Weserburg den Probelauf ihrer neuen Eintrittspreise „Pay As You Stay – Zahl, solange du bleibst“ zusammen. In den vier Wochen vor Weihnachten des vergangenen Jahres zahlten die Besucherinnen und Besucher des Bremer Museums für moderne Kunst einen flexiblen Preis: 1 Euro oder ermäßigt 50 Cent pro zehn Minuten anstelle des üblichen Tagespreises von regulär 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Wer länger als 90 Minuten im Haus blieb, musste nur den bisherigen Tageshöchstpreis berappen.

Das Ergebnis lässt sich sehen: Im Vergleich zu den 24 Öffnungstagen im Advent 2018 stieg die Besuchszahl um 42 Prozent. Zieht man den Besucherschnitt der Jahre 2014 bis 2018 als Vergleich heran, legten die Besuche gar um 72 Prozent zu. Die Ticketeinnahmen blieben im Vergleich zum Vorjahr gleich. Im Hinblick auf Mittelwert der Fünfjahresperiode 2014 bis 2018 lagen die Umsätze dank „Pay As You Stay“ in den vier Probewochen sogar um fast 30 Prozent höher. „Wir hatten mit einem kleinen Umsatzrückgang gerechnet“, sagt Weserburg-Geschäftsführer Tom Schößler. „Dass wir ohne Einbußen die Besuchszahlen steigern konnten, zeigt, dass es vielleicht doch Alternativen zwischen festem Tagespreis und freiem Eintritt gibt.“

Während die Besucher*innen im Normalbetrieb gemäß einer Vorerhebung im Oktober und November 2019 im Durchschnitt 83 Minuten in den Ausstellungen der Weserburg bleiben, lag die Verweildauer während der „Pay As You Stay“-Aktion bei durchschnittlich 67 Minuten. Dass die Besuchsdauer damit nur um eine gute Viertelstunde zurückging, macht deutlich, dass die Museumsgäste sich trotzdem Zeit für die Kunst nehmen. Die begleitende Befragung bestätigt das: Kaum jemand gab an, sich von dem Preismodell gehetzt zu fühlen. Zudem gab es keinerlei Komplikationen beim Erklären oder Zahlen am Ausgang. Stattdessen gaben die Besucher*innen an, die Preise als fair zu empfinden. Sollte das Preismodell dauerhaft eingeführt werden, kämen sie sogar öfter ins Museum.

Mit durchschnittlich 5,55 Euro je Besuch sank der Durchschnittspreis um rund 30 Prozent gegenüber dem Bezugswert von 2018, der bei 8,12 Euro lag. Das deutliche Plus an Besuchen kompensierte dies, so dass der Umsatz gleich blieb. Weserburg-Direktorin Janneke de Vries sagte: „Wir waren guter Dinge, dass das Modell gut angenommen wird, aber dass die Ergebnisse sowohl an der Kasse als auch in der Evaluation so positiv ausfallen, hat mich überrascht“. Nun soll die flexible Preisstruktur im März 2020 einer zweiten Testphase unterzogen werden. „Wir wollen uns vergewissern, dass es auch jenseits der Adventszeit und in einer anderen Ausstellungskonstellation funktioniert“, sagt Janneke de Vries. „Dann können wir vielleicht einen Eindruck gewinnen, ob dieses Modell eher etwas für Aktionswochen oder eine langfristige Alternative zum regulären Eintrittspreis ist.“

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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