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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse für die Kunst der Neueren Meister bei Ketterer in München

Polnische Raserei



Józef Brandt, Dahinjagende Fuhrwerke bei der Heimkehr vom Markt, 1905

Józef Brandt, Dahinjagende Fuhrwerke bei der Heimkehr vom Markt, 1905

Eine der Freuden, die die Filmwelt bereithält, sind wilde Verfolgungsfahrten, sei es 1963 beim „Rosaroten Panther“, 1972 bei „Is’ was, Doc?“ oder 2017 in „Killer’s Bodyguard“. Schwieriger wird es, das rasante Tempo in einem unbewegten Bild so einzufangen, dass der Betrachter der waghalsigen Geschwindigkeit eindrücklich gewahr wird. Dies gelang 1905 dem polnischen Maler Józef Brandt in seinen „Dahinjagenden Fuhrwerken“. Der gestreckte Galopp der Pferde bei der Heimkehr vom Markt war so ansteckend, dass sie die Auktion von Ketterer zur Kunst des 19. Jahrhunderts prompt mit sich rissen. Das Wettrennen endete für Brandt anstatt der erwarteten 30.000 bis 40.000 Euro erst bei 80.000 Euro zugunsten eines polnischen Bieters. Trunken von der rasanten Fahrt schlug der Pole kurze Zeit später seine Landsleute aus dem Feld, als es um Alfred von Wierusz-Kowalskis mit 15.000 bis 20.000 Euro bewerteten „Angriff der Wölfe“ ging. Für die verschneite Steppenszene um 1900 mit galoppierendem Einspänner samt Schlitten musste er nach langem Ringen 52.000 Euro hinblättern.


Der aufregende Spannungsbogen legte sich am 22. November auf die Kunden des Münchner Auktionshauses. Auch bei Carl Spitzwegs ruhigem „Blick ins Tal“ um 1860 wollten sie ihn nicht abreißen lassen. Rasch waren die Preisgrenzen bei den beiden Mädchen auf einer Alpe überschritten, ehe das Rennen um die Aussicht vom Herzogstand in die weite Ebene bei 115.000 Euro einen Sieger aus Süddeutschland kürte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Ausgepowert nach so viel Ausdauersport, verharrten die ermatteten Gemüter bei Wilhelm Kuhnerts wachen und trinkenden „Löwen am Urwaldbach“ von etwa 1911/12 bereits bei 75.000 Euro. Die Wildkatzen erstand ein Sammler aus Nordrhein-Westfalen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 75 Prozent und einen Bruttoumsatz von gut 1,3 Millionen Euro bei 60 verkauften Losnummern bewies Ketterer, dass mit einer dezidierten Auswahl und einer moderaten Preisgestaltung Erfolge bei den Neueren Meistern zu erzielen sind.

Weite Flur und hohe Berge

Ausfälle bei den teuren Werken gab es kaum, am ehesten noch Edvard Munchs musikalische Lithografie „Fiolinkonserten“ von 1903 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), Franz von Lenbachs Portrait der Vizekönigin von Indien „Mary Victoria Lady Curzon von Kedleston“ um 1896 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Ludwig von Hofmanns Idyll der „Zauberinsel“ um 1915/20 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Auf der anderen Seite beherrschten Wertsteigerungen weite Teile der Versteigerung. Schon die ersten Lose, aquarellierte Veduten aus dem Bayrischen von Heinrich Adam, fielen auf fruchtbaren Boden. Seine genaue Ansicht vom „Schloss Tegernsee“ um 1830 mit der weißen Sommerresidenz der Wittelsbacher und einem in offener Kutsche ausfahrenden Adelspaar vervierfachte ihren Wert auf 8.000 Euro, die Aufsicht auf den Tegernsee mit dem großen Paraplui von 1931 legte gar von 1.000 Euro auf 7.500 Euro zu.

Mit einem effektvollen Bieterkampf betrat im Anschluss Wilhelm von Kobell mit zwei Blättern das Parkett. Seine beiden 1798 aquarellierten Begegnungen einfacher Landleute auf oberbayrischen Landstraße – eine spielt vor der Silhouette von Weilheim – waren heiß begehrt und steigerten den Preis auf satte 48.000 Euro (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Für Georg Heinrich Crolas Landschaftsausschnitt „Am Chiemsee in Bayern“ von 1833, der das Gewässer nur in einem schmalen Durchblick hinter einem Hügel erahnen lässt, kamen 6.500 Euro zusammen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Atmen Kobells und Crolas Bilder eine sommerliche Atmosphäre, so schlägt in Edward Theodore Comptons Gemälde „Über dem Nebelmeer (Monte Rosa vom Rimpfischhorn)“ von 1914 die majestätische und eiseskalte Bergwelt herein, die mit 44.000 Euro innerhalb der Schätzwerte von 30.000 bis 50.000 Euro verweilte. Dieser Tendenz folgte auch sein klarer „Morgen auf Bergeshöhe“ von 1893 mit braven 16.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ehrgeiziger zeigte sich Comptons Aquarell des „Pragser Wildsees“ um 1880 mit famosen 20.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Zurück in die Wärme geleitete Otto Modersohns „Sommertag bei Worpswede“ von 1905. Zum tiefen Horizont führt ein Feldweg, an dessen Seiten sich Heidekraut rotbraun dicht aneinander drängt, und stößt dort auf ein Wäldchen und ein einsames weißes Haus. Über alledem erstreckt sich ein nuancierter hellblauer Himmel mit kleinen Wattewölkchen. Die stimmungsvolle Landschaft erleichterte das Konto des Käufers geschwind um 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Das schlankere Portemonnaie fand ein geeignetes Werk ähnlicher Natur in Fritz Overbecks „Hammehütte mit Torfkahn“ um 1900, die sich von 4.000 Euro auf 7.000 Euro verbesserte. Overbecks nach 1894 gemalter „Moorkanal in der Hammeniederung“ begnügte sich mit 2.700 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Louis Gurlitts dramatisch mit Wolkenbergen entwickelte, aber eigentlich unspektakuläre „Heidelandschaft in Jütland“ von 1841 wechselte bei 13.000 Euro für mehr als das Dreifache der Schätzung den Besitzer. Rund vier Jahre später fertigte Johann Wilhelm Schirmer eine „Stürmische Landschaft“ vor einem Waldstück unter grauem Himmel, die ihrem Käufer 8.500 Euro abrang (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Leichter atmen lässt es sich vor Lea von Littrows lyrischer „Küstenlandschaft bei Abbazia“. Die Malerin Leontine Camilla von Littrow wandte sich dem Impressionismus zu, der auch in diesem Ausschnitt des kroatischen Seebads in der lichtdurchwirkten Farbigkeit und dem lockeren Pinselstrich deutlich zu Tage tritt. Der Blick über die verwilderte Terrasse auf die Küste hob seinen Preis auf starke 24.000 Euro an (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Spielerei und tiefer Ernst

Um 1898 bannte Eduard von Grützner mit Sinn für Humor die Besucher einer „Vorstadtkneipe“ auf die Leinwand. Die Kartenspieler, das tändelnde Liebespaar, der feiste Bürgermeister und der schlafende Wirt erreichten den unteren Wunschwert von 20.000 Euro. Auch für August Franz Schelvers biedermeierliche oberbayrische Schmiede von 1829 mit vornehmem Paar in der Kutsche, das ein junger Wandersmann um ein „Almosen“ bittet, spendierten die Sammler nur die untere Erwartung von 3.000 Euro. Das ernste Thema einer Sturmflut thematisierte Carl Ludwig Jessen 1879. Der pathetische Ton, der im heroischen Pastor mit erhobenem Kelch seinen Höhepunkt erlangt, wirkte auch im katholischen München. Das Gemälde war umkämpft und bereicherte seien Verkäufer um 32.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Heiter geht es dagegen bei Otto Pippels impressionistischen Kaffeegarten am Starnberger See wohl aus den 1930er Jahren zu, der bei 26.000 Euro ebenfalls nicht unentdeckt blieb (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Die Welt der Mythologie betrat mit einer halbnackten „Diana“ von Ferdinand Keller aus dem Jahr 1906 das Auktionspult. Stolz und konzentriert blickt die Jagdgöttin zum Ziel ihres abgeschossenen Pfeiles, das jenseits des Bildes liegt. In München flog das scharfe Geschoss auf 23.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Im Auftrag Siegfried Wagners bannte Ferdinand Leeke Szenen aus den Opern Richard Wagners in Öl, so um 1910 auch „Wotans Abschied“. Das Bild des Göttervaters und seiner Lieblingstochter Brünnhilde, die sich mit ihrer Stirn gegen die Lippen ihres Vaters presst, entnahm Leeke dem dritten Aufzug der „Walküre“. Das innige Nibelungen-Personal erstand ein Kunstfreund für 12.000 Euro (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Der vieldeutigen Welt der Symbolisten fühlte sich Carl von Marr verbunden. Seine melancholischen „Meeresnymphen in der Brandung“ blicken gedankenverloren auf die See, über ihnen steigen geisterhafte Wesen empor. Das Gemälde wohl aus den 1890er Jahren beeindruckte mit einem Endpreis von 20.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Stuck in 3D

Max Liebermanns schlichtes, verschollen geglaubtes Bildnis eines in den Dünen von Zandvoort schreitenden Bauern von 1894 konnte Ketterer in einer Hamburger Sammlung auftun. Es sollte seinen Verkäufer nicht enttäuschen, da es ihm erhoffte 60.000 Euro aus Nordrhein-Westfalen einbrachte (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Erfolgreich präsentierte sich Wilhelm Trübners lockerer Pinselstrich im „Mädchen mit viereckigem Halsausschnitt“ von 1876. Umgeben von einem schwarzen Raum, trägt es ein schwarzes Kleid und geht auch mit seinem dunklen Haar im Hintergrund auf, so dass alle Blicke sich sofort auf das junge Antlitz richten. Das effektvolle Bild fand für 3.900 Euro einen Abnehmer (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Alexander Koester portraitierte gerne Federvieh. Seine um 1905/10 datierten sieben „Enten mit Küken im Wasser“ erwärmten das Herz der Kundschaft zu guten 28.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Ein Erfolgsgarant für Ketterer ist häufig Franz von Stuck. Mit taxkonformen 34.000 Euro gab sich noch das Portrait seiner Tochter Mary im Velázquez-Kostüm von 1912 zufrieden. Für Aufregung sorgte dann aber seine stolze „Phryne“ aus dem Besitz der Künstlernachfahren. Kurz vor 1925 in Bronze gegossen, jagte ein Gebot das andere, bis der der Hammer für den sich entblößenden Akt erst bei stattlichen 60.000 Euro zugunsten eines Museums fiel (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Mächtig und vor Muskelkraft nur so strotzend, steht Stucks nackter Athlet breitbeinig da. Zum Hochstemmen der schweren Kugel beugt er den Oberkörper nach hinten, sein Gesicht bleibt unverzerrt, der Hals hingegen ist angespannt. Stucks Freude an der menschlichen Anatomie riss auch die Anwesenden mit, die die Erwartungen für die schwarze Bronze von 1890/92 mit 36.000 Euro vervierfachten.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



06.01.2020

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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