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Am 30.05.2020 Auktion 1153: Alte Kunst - Kunst des 19. Jahrhunderts

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Am Badestrand / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne Kunst und Handschriften samt Kriegserklärung bei Hassfurther in Wien

Tierisch viel



Sie ist eine der vielen unerhörten Geschichten der antiken Mythologie mit weitreichenden Folgen: Leda und der Schwan. Der nimmersatte Gottvater Zeus wirft ein Auge auf die schöne Leda, die Gemahlin des spartanischen Königs Tyndareos. Um sie zu verführen, verwandelt sich Zeus in einen Schwan, nähert sich ihr und schwängert sie. Doch auch ihr Mann Tyndareos schläft in der selben Nacht mit ihr. Leda gebiert daraufhin vier Kinder aus zwei Eiern: von Zeus die unsterblichen Helena und Polydeukes, von Tyndareos die sterblichen Klytaimnestra und Kastor. So legt die Sage die Grundlangen für den Trojanischen Krieg und für den Fluch der Atriden. In der bildenden Kunst war Leda mit dem Schwan in der Antike und dann wieder seit der Renaissance ein beliebtes erotisches Motiv; konnte man doch daran Nacktheit und einen Geschlechtsakt zeigen. Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti, Peter Paul Rubens, Antonio Allegri oder Paul Cézanne beschäftigten sich etwa mit diesem Thema – und 1934 auch Herbert Boeckl. In seiner lustvollen Szene, in der sich Leda auf einem weißen Federbett Zeus hingibt, schwebt schon das zukünftige Unheil mit. Denn der Schwan ist nicht wie in den meisten Darstellungen weiß, sondern schwarz. Mit diesem Gemälde hat Wolfdietrich Hassfurther seine kommende Auktion aufgemacht und will dafür 150.000 bis 220.000 Euro sehen.


Gut 50 Kunstwerke vorwiegend der modernen Kunst und rund 60 Autografen hat der Wiener Auktionator für seine Versteigerung am 17. Dezember zusammengetragen. Zu den wichtigen Tiermalern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte der Wahlösterreicher Ludwig Heinrich Jungnickel, Esel waren eines seiner bevorzugten Motive. Seine undatierte, zart kolorierte Kohlezeichnung stellt zwei Esel als geduldige und liebenswürdige Lastenträger vor (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Seinen „Spitz“ hat Jungnickel mit Pastellkreide und Kohle noch ätherischer ausgeführt (Taxe 500 bis 600 EUR). Auf einer Farbradierung porträtierte Oskar Stössel um 1900 eine mondäne Dame in einem voluminösen schwarzen Kleid und gab ihr einen Schoßhund zum Genossen (Taxe 300 bis 600 EUR). Den „tierischen“ Schwerpunkt der Veranstaltung führt dann Carl Fahringer weiter. Auf einem Ölgemälde lässt der Wiener zwei Fasane und zwei Papageien in spätimpressionistischer Manier fast in dem Grün des Baumes aufgehen, auf dem sie sitzen (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Reizvoll sind auch Fahringers Tierstudien auf Packpapier, etwa ein Blatt mit sechs Tigern oder eines mit mehreren Vögeln samt zentralem Kakadu (Taxen ab 500 EUR). Felix Esterl arrangierte 1929 für sein Stillleben neben einer Wasserkaraffe, Obst und einem grünen Blätterberg auch einige knallrote Krebse (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR).

Auch der Biedermeiermaler Thomas Ender reicherte seine Vedute von Athen und der Akropolis in der Ferne mit Pferden samt Reitern, Eseln und Hunden um einen Brunnen im Vordergrund an (Taxe 2.500 bis 4.000 EUR). Als Aquarell in ausgesuchter Lichtführung legte er zudem seine heimische Bergwelt mit der Sicht auf die Klause bei Mödling an (Taxe 3.000 bis 4.500 EUR). Einer der wichtigsten Vedutisten und Aquarellmaler des 19. Jahrhunderts war Rudolf von Alt. Sein Können stellt er mit der belebten Wiener Straßenszene um das „Alte Burgtheater am Michaelerplatz“ von 1880 unter Beweis (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Verträumter geht es dagegen auf Egon Schieles früher Ölstudie mit einem Segel- und einem Fischerboot zu, die sich im Hafen von Triest im Wasser spiegeln (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Von Alfons Walde gibt es diesmal keine tief verschneite Winterwelt, sondern einen sommerlichen Tiroler Bauernhof mit grünen Matten vor der grau aufragenden Wand des Wilden Kaisers (Taxe 70.000 bis 130.000 EUR).

Für die Winterwunderwelt listet der Katalog Josef Stoitzners Farbholzschnitt „Aus den Tauern“ von 1910, auf dem das Weiß des Schnees die größte Fläche einnimmt (Taxe 500 bis 1.000 EUR). Mit deutlich mehr Farbe, aber ebenso flächig hat Stoitzner seinen Holzschnitt „Vorfrühling“ ausgeführt (Taxe 800 bis 1.600 EUR). Für die Neue Sachlichkeit steht in der Auktion dann noch prominent Rudolf Wacker, unter anderem mit zwei Landschaften ebenfalls aus den ersten Frühlingstagen von seiner Heimat am Bodensee: Das mit „Föhn“ betitelte Gemälde aus dem Jahr 1927 soll 40.000 bis 80.000 Euro einfahren, der gleichaltrige Blick auf einen Uferabschnitt mit einigen Booten rangiert 10.000 Euro günstiger. Als Stillleben ordnete Wacker 1932 zwei Nippesfiguren, darunter eine nackte Puppenfrau ohne Haare, und die Zeichnung mit einer karikierten Frauengestalt vor einer schwarzen Wand an (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Ein Selbstportrait in Kohle zeigt ihn mit typisch ausgemergelten Gesichtszügen in expressivem Gestus (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR).

Ins höhere Preissegment geht es noch einmal bei den Büchern mit Johann Wilhelm Weinmanns berühmter „Phytanthoza iconographia“. Die zwischen 1737 und 1745 in Regensburg erschienene, vierbändige „Vorstellung etlicher Tausende Pflanzen, Bäume, Stauden, Kräuter, Blumen, Früchte…“ mit 1025 Farbstichtafeln von Bartholomäus Seuter, Johann Jakob Haid und Johann Elias Ridinger soll 50.000 bis 80.000 Euro einbringen. Von historischem Interesse sind Entwürfe zu einem Manifest mit der Erklärung des Ersten Weltkriegs. Kaiser Franz Joseph I. hat daran eigenhändig mitgearbeitet (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Der Großteil der Autografen stammt von Künstlerhand, häufig von österreichischen Malern, Bildhauern und Architekten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, wie Josef Hoffmann, Friedrich von Amerling, Gustav Klimt, Anton Hanak, Albin Egger-Lienz oder Anton Faistauer. Aber auch Eugène Delacroix, Antonio Canova, Pierre Bonnard, Adolph von Menzel oder George Grosz melden sich im dreistelligen oder untern vierstelligen Eurobereich zu Wort.

Die Auktion beginnt am 17. Dezember um 18 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog ist als PDF unter www.hassfurther.at einsehbar.

Kontakt:

Galerie Hassfurther

Hohenstaufengasse 7

AT-1013 Wien

Telefon:+43 (01) 533 41 74

Telefax:+43 (01) 533 41 74 73

E-Mail: hassfurther@aon.at



16.12.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


17.12.2019, Auktion 71: Alte Meister - Moderne - Neue Sachlichkeit - Illustrierte Bücher - Autographen

Bei:


Galerie Hassfurther

Kunstsparte:


Zeichnung

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Kunstsparte:


Handschriften

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Neuere Meister

Bericht:


Die Gedanken der Herrscher und der Künstler







Rudolf Wacker, Föhn, 1927

Rudolf Wacker, Föhn, 1927

Taxe: 40.000 - 80.000 EURO

Losnummer: 7

Rudolf Wacker, Selbstportrait

Rudolf Wacker, Selbstportrait

Taxe: 6.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 9

Johann Jakob Haid, Johann Wilhelm Weinmann, Phytanthoza iconographia, Regensburg 1737-1745

Johann Jakob Haid, Johann Wilhelm Weinmann, Phytanthoza iconographia, Regensburg 1737-1745

Taxe: 50.000 - 80.000 EURO

Losnummer: 14

Felix Esterl, Kleines Stillleben mit Krebsen, 1929

Felix Esterl, Kleines Stillleben mit Krebsen, 1929

Taxe: 6.000 - 12.000 EURO

Losnummer: 19

Rudolf Wacker, Uferlandschaft bei Bregenz, 1927

Rudolf Wacker, Uferlandschaft bei Bregenz, 1927

Taxe: 30.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 8

Thomas Ender, Klause bei Mödling

Thomas Ender, Klause bei Mödling

Taxe: 3.000 - 4.500 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 17

Rudolf von Alt, Das Alte Burgtheater am Michaelerplatz, 1880

Rudolf von Alt, Das Alte Burgtheater am Michaelerplatz, 1880

Taxe: 50.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 2

Kaiser Franz Joseph I., Entwürfe zum Manifest der Kriegserklärung

Kaiser Franz Joseph I., Entwürfe zum Manifest der Kriegserklärung

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 53

Rudolf Wacker, Stillleben mit Nippesfigur, 1932

Rudolf Wacker, Stillleben mit Nippesfigur, 1932

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 6

Thomas Ender, Akropolis

Thomas Ender, Akropolis

Taxe: 2.500 - 4.000 EURO

Losnummer: 18

Egon Schiele, Segelboot und kleines Fischerboot im Hafen von Triest

Egon Schiele, Segelboot und kleines Fischerboot im Hafen von Triest

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 430.000,- EURO

Losnummer: 5




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