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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht alles, was Lempertz in Köln an Klassischer Moderne aufgefahren hatte, fand einen Abnehmer. Bei der Sammlung Will Grohmanns langten die Kunden aber beherzt zu

Begehrte Straßenszenen



Einen guten Start absolvierte die Versteigerung klassischer Moderne im Kölner Auktionshaus Lempertz. Der letzte Teil des Nachlasses des 1968 verstorbenen Kunsthistorikers Will Grohmann und seiner zweiten Frau Annemarie Zilz, bestehend aus einem Dutzend vorwiegend abstrakter Werke, konnte komplett abgesetzt werden. Spitzenreiter war Joan Mirós 1967 persönlich dem Künstler gewidmete charakteristische Papierarbeit „Femme et oiseaux dans la nuit“ für 130.000 Euro. Spanischer Handel musste damit für die poetische Tusche- und Gouache-Malerei mindestens 40.000 Euro über der Schätzung einsetzten. 90.000 Euro im Rahmen der Erwartungen erlösten Fritz Winters 1944 entfesselte braune „Triebkräfte der Erde“. Mehrere kleine Bilder des ebenfalls eng mit Grohmann befreundeten Willi Baumeister gingen für bis 46.000 Euro, die sein „Taucher mit Spiegelung“ von 1950/51 einspielte, überwiegend innerhalb der Schätzpreise weg. Lediglich Hans Arps 25 Zentimeter hohe Bronze „Petite figure appuyée dite L’Égyptienne“ von 1938, ein Geschenk aus der Mitte der 1950er Jahre, blieb bei 75.000 Euro etwas unterhalb der Preisvorgaben stehen.


Im „normalen“ Programm mit weniger aufregender Provenienz gab es am 29. November einige hohe Rückgänge. So schwächelte insbesondere das „Dreigestirn“ des deutschen Impressionismus mit Max Slevogts ungezwungenem Sommerbild „Kinder am Weiher“ von 1909 (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), zwei Walchensee-Aquarellen Lovis Corinths zwischen 180.000 und 250.000 Euro und Max Liebermann, von dem wenigstens zwei kleinere Ölstudien des Frühwerks für bis zu 42.000 Euro weggingen. Umso mehr reüssierte Lesser Ury mit zwei Pastellen: Seine „Herbstliche Straßenszene bei Regen. Berlin“ aus den späten 1920er Jahren kletterte von 70.000 bis 80.000 Euro durch Einsatz eines deutschen Sammlers auf 90.000 Euro, und sogar 105.000 Euro lauteten das Ergebnis für einen etwa gleichzeitig festgehaltenen „Blick auf die Konditorei Moritz Dobrin in der Lennéstraße 1 im Tiergarten“ (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Auf französischer Seite machte Pierre-Auguste Renoirs in Kohle gezeichnete „Gabrielle, Nu assis de profil“ bei 130.000 Euro einen würdigen Abgang in eine deutsche Sammlung (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Teuerster deutscher Expressionist wurde Erich Heckel mit dem berühmten Farbholzschnitt „Männerbildnis“, ein nachdenkliches Selbstportrait von 1919, für 85.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Dahinter folgten für jeweils 65.000 Euro Hermann Max Pechsteins 1922 aquarellierter klarer Frühlingstag „Brücke am Morgen I“ über den Mühlengraben in Leba (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und – etwas enttäuschend – ein Blumenaquarell Emil Noldes (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Zwei weitere Blätter des derzeit wegen seiner Nazi-Vergangenheit wieder einmal sehr umstrittenen Meisters blieben überhaupt liegen. Einen Absprung schaffte im Nachverkauf wenigstens noch Noldes spätsommerlich heitere Marschlandschaft „Hof Seebüll“ von etwa 1930 mit kecker Gänseschar bei 120.000 Euro (Taxe 130.000 bis 150.000 EUR). Zur unteren Taxe von 60.000 Euro verabschiedete sich Mela Muters südliche „Landschaft mit Kiefern (Paysage)“ aus der Mitte der 1910er Jahre in kräftigem Kolorit.

Ein „Strickendes Mädchen“ aus Karl Schmidt-Rottluffs „Brücke“-Phase 1909 wird wohl noch einmal antreten müssen (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Bei einer losbezogenen Verkaufsrate von rund 54 Prozent sind auch noch Christian Rohlfs’ abendlich dunkle „Häuser in Soest“ um 1918 (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR), Georg Schrimpfs gedämpfte neusachliche Szene zweier Geschwister „Im Hof“ von 1923 (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR) oder Gabriele Münters buntes „Heiteres Blumenbild“ samt weißem Hund von 1949 zu haben (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Auch mit Pablo Picassos farbigem Linolschnitt „Portrait de jeune fille, d’après Cranach le jeune“ von 1958 (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR), Bernard Buffets wuchtiger Vedute „Marseille: Notre Dame de la Garde“ von 1965 (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR) oder Serge Poliakoffs blauer „Composition abstraite“ von 1967 hatte Lempertz kein Glück (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Vielleicht ist das dicht gedrängte Programm mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts innerhalb von zwei Wochen bei den wichtigsten Auktionshäusern in Köln, Berlin, München, Wien und Zürich doch etwas zu viel für den Markt.

Spitzenreiter der Veranstaltung wurde Alexander Archipenkos 1913 entworfene und noch zu Lebzeiten des Künstlers gegossene Bronze „Green Concave (Woman combing her hair)“. Bei der kubistischen Figur engagierte sich ein englischer Sammler mit 190.000 Euro gegen internationale Konkurrenz (Taxe 150.000 bis 180.00 EUR). Gänzlich der Abstraktion hat sich Oskar Schlemmer 1919 mit einer „Ornamentalen Plastik“ hingegeben, die seine Frau nach seinem Tod in Silber herausgebracht hat, und wurde mit 85.000 Euro belohnt (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Auf Seiten der ungegenständlichen Malerei punktenen der Schwede Otto Gustaf Carlsund mit seinem technoiden „Opérateur brun“ von 1926 für 75.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und Hermann Glöckners „Gefaltete Streifen in Weiß und Gelb auf Schwarz“ von 1933 für 56.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Überraschungshit war gegen Ende der Versteigerung ein abstraktes Farbfenster Georg Meistermanns, das 1952 als Wettbewerbsentwurf für eine geschossübergreifende Verglasung am neuen Funkhaus des damaligen NWDR in Köln entstand: Es vervierfachte seinen Preis auf den Rekordwert von 120.000 Euro.

Am 30. November hatte Lempertz im Rahmen der Tagesauktion mit moderner Kunst einen umfangreichen Bestand an Werken des mit Corinth etwa gleichaltrigen Malers Paul Baum aus der Sammlung Gemmer im Programm. Hier gingen mehr als Dreiviertel der 61 Positionen in neue Hände über. Ein deutscher Sammler übernahm etwa en bloc die 29 druckgrafischen Landschaftsdarstellungen für 18.000 Euro über der Gesamtsumme der Einzeltaxen. Den höchsten Preis der Baum-Suite, mit 70.000 Euro noch 10.000 Euro über den Erwartungen, generierte eine neoimpressionistische „Junge Baumgruppe an Bachlauf“ von 1905. Bei 55.000 Euro schlug der Hammer für eine drei Jahre jüngere, ebenfalls pointillistische „Frühlingslandschaft bei Hyères“ aufs Pult (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR). Insgesamt konnten sieben der acht angebotenen Gemälde sowie rund die Hälfte der Zeichnungen und Aquarelle unter die Leute gebracht werden.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



13.12.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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 Ury, Blick auf die Konditorei Moritz Dobrin in der Lennéstraße 1 im Tiergarten. Berlin, nach 1926
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Max Liebermann, Venezianische Gasse nach rechts, 1878
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Oskar Schlemmer, Ornamentale Plastik, 1919
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Otto Gustaf Carlsund, Opérateur brun, 1926

Otto Gustaf Carlsund, Opérateur brun, 1926

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 257

Oskar Schlemmer, Ornamentale Plastik, 1919

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 85.000,- EURO

Losnummer: 255

Pierre-Auguste Renoir, Gabrielle. Nu assis de profil

Pierre-Auguste Renoir, Gabrielle. Nu assis de profil

Taxe: 120.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 228

Lesser Ury, Herbstliche Straßenszene bei Regen. Berlin, 1925/30

Lesser Ury, Herbstliche Straßenszene bei Regen. Berlin, 1925/30

Taxe: 70.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 222

Lesser Ury, Blick auf die Konditorei Moritz Dobrin in der Lennéstraße 1 im Tiergarten. Berlin, nach 1926

Lesser Ury, Blick auf die Konditorei Moritz Dobrin in der Lennéstraße 1 im Tiergarten. Berlin, nach 1926

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 105.000,- EURO

Losnummer: 223

Max Liebermann, Venezianische Gasse nach rechts, 1878

Max Liebermann, Venezianische Gasse nach rechts, 1878

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 42.000,- EURO

Losnummer: 216




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