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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gemälde und Zeichnungen Neuerer Meister bei Ketterer in München

Heidis heile Bilderwelt



Carl Spitzweg, Blick ins Tal (Zwei Mädchen auf einer Alpe), um 1860

Carl Spitzweg, Blick ins Tal (Zwei Mädchen auf einer Alpe), um 1860

Mit dem Roman „Heidi“ gelang es Johanna Spyri, die Schweizer Alpenwelt mit einer charmanten Persönlichkeit zu bereichern. Ihr Kinderbuch fesselt bis heute mit seinen charaktervollen wie charismatischen Persönlichkeiten, darunter dem strengen Großvater Alpöhi, dem lustigen Geissenpeter sowie der einsamen und kranken Klara Sesemann. Ein Bild zum Imaginieren der Heidischen Fantasiewelt ist etwa Carl Spitzwegs „Blick ins Tal“ mit zwei Mädchen in Dirndln auf der Alpe. Um 1860 entstanden, konnte sich der Münchner Maler nicht von Spyris 1880/81 erschienenem Kinderroman, jedoch von der Alpenwelt und ihren Bewohnern inspirieren lassen. Dennoch kann man durchaus in den zwei Mädchen Heidi und die genesene Klara auf der grünen Wiese sehen, wie sie begleitet von einer Katze in das weite atmosphärische Tal blicken, das hier eigentlich Landsberg am Lech ist. Seit mehr als 120 Jahren ist diese schöne panoramaartige Arbeit nun wieder zu haben. Bei der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ ruft Ketterer in München den romantischen Fernblick für 50.000 bis 70.000 Euro auf.


Bleiben wir ein wenig noch in Spyris heiler Märchenwelt: In Max Liebermanns „Schreitendem Bauer“ von 1894 könnte der strenge Großvater Alpöhi imaginiert werden. In lockeren Pinselzügen malte Liebermann den grauhaarigen hageren Mann mit Rucksack. Seine sonnengebräunte Haut erzählt von der einsamen Wanderschaft des „Kaaskopers“, des Käsekäufers, von Dorf zu Dorf. Seine einfache Kleidung in warmen Braun- und Rottönen kontrastiert mit dem eher abstrakten grünen Hintergrund, der wohl auf eine Dünenlandschaft hinweist. Auch dieses verloren geglaubte Gemälde ist mit 50.000 bis 70.000 Euro angesetzt. Von exotischen Welten erzählt der teuerste Posten der Auktion. Wilhelm Kuhnerts um 1911/12 gemalte „Löwen am Urwaldbach“ rücken leise und aufmerksam aus dem dichten Grün zum kühlen Nass. Der junge Löwe will bereits trinken, die zwei Löwinnen im Hintergrund scheinen den Betrachter zu fixieren. Das Gefährliche einer Begegnung mit den Raubkatzen erhöht die Spannung inmitten der Lianen, des rasch fließenden Flusses und des dichten Urwalds. Die Löwen waren ein Lieblingsthema Kuhnerts, der in der freien Wildbahn seine Tier- und Naturstudien unternahm, etwa in Ägypten, Indien oder Ostafrika (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Menschliche und tierische Gesellschaft

Einen humorvollen Blick auf das Publikum einer Wirtsstube wirft um 1898 Eduard von Grützner in seiner „Vorstadtkneipe“: Ein schläfriger Mann mit stattlichem Bierbauch hat sich hier ebenso wie der flirtende Schönling, der eine Blondine in Verlegenheit bringt, oder ein Trio an älteren Kartenspielern eingestellt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Die nordfriesische Bauernkultur faszinierte Carl Ludwig Jessen, der mit seinem Gemälde „Nach der Sturmflut“ von 1879 das Parkett betreten wird. Die für Jessen seltene Gattung des Historienbildes thematisiert die große Sturmflut von 1825. Sie zerstörte alles um sich, so dass die Kirche nur in Ruinen erhalten ist und allerlei Trümmer und Truhen verstreut umherliegen. Entsprechend resigniert und traurig malte er die Überlebenden vor einer immer noch wild tobenden grünen See. Zentral ist der junge Pastor, der einen goldenen Abendmahlskelch, den sogenannten „Sturmflutkelch“ aus dem 15. Jahrhundert, hoch hebt. Das Werk verdeutlicht die Zähigkeit und den ungebrochenen Lebenswillen der Inselbewohner (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Nicht minder stürmisch galoppieren die 1905 gemalten zwei „Dahinjagenden Fuhrwerke“ bei der Heimkehr vom Markt aus der Hand Józef Brandts über das polnische Land (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Bei seinem polnischen Kollegen Alfred von Wierusz-Kowalski muss ein Mann in einer Winternacht auf seinem Pferdeschlitten mit drei angreifenden Wölfen kämpfen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Um in der Flora zu verweilen, präsentiert Otto Dill die rasch gemalte und immer noch wie aus flüssiger Farbe bestehende Kutsch- und Reitfahrt „Im Park“ von 1929 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), während es auf seiner sommerlichen Allee „Aus Baden-Baden“ von 1946 deutlich gemächlicher zugeht (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Ruhig tummeln sich gleichfalls Alexander Koesters „Acht Enten am Wasser“ um 1915/20. Meisterhaft verstand es Koester, das Licht im weichen Federkleid der weißen, teils schwarz gefleckten Tiere zu reflektieren und dann nochmals im blau spiegelnden Wasser des Sees. Das Werk lebt von der Atmosphäre eines wolkenverhangenen Himmels über Dießen am Ammersee mit saphirgrün aufleuchtenden Schilfrohrblättern (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Der stille Zauber der Landschaft

Fernab der üblichen Enten-Bilder zeigt sich Alexander Koester mit „Brixlegg im Zillertal“ auch als Landschaftsmaler. Um 1889/90 fertigte er wohl auf einer Tirol-Reise den Bauernjungen in Rückenansicht. Seinem Blick folgend, sieht man einige Gehöfte und die zentrale Kirche in Weiß inmitten der sommerlich grünen Alpenfelder mit Gletschern in der Ferne (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Dem Ruf der Berge konnte sich desgleichen Edward Theodore Compton nicht entziehen. Drei Bilder der mit Schnee bedeckten Gipfel stehen in diversen Preisklassen zur Verfügung: Der „Morgen auf Bergeshöhe“ von 1893 lässt die braun-schwarzen Felsenformationen hervorstechen und ist nur partiell vom schweren Schnee bedeckt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Eher eine kühle grau-blaue Atmosphäre stellte Compton um 1880 auf dem Aquarell „Pragser Wildsee“ in den Südtiroler Dolomiten mit dunkelgrünen Tannen am Ufer dar (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Hoch hinaus geht es mit seinem Ölgemälde „Über dem Nebelmeer“. Der schwierig zu malende Schnee besticht mit feinen Farbnuancen und Lichteffekten, die sich zur watteweich wirkenden Wolkendecke ausbreiten. Am Horizont spricht ein goldgelber Farbschleier von der aufsteigenden Sonne in dieser beeindruckenden Eislandschaft am Monte Rosa (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Zurück in die Hitze des Sommers samt warmer Farbwahl führt Ludwig von Hofmann auf seiner „Zauberinsel“ von etwa 1915/20. In monumentaler Größe steht ein blonder Jüngling sinnend und nackt inmitten der paradiesischen Landschaft mit Palmen, einem silbrigen Flusslauf und mehreren antikisch wirkenden Bauten. Hier scheint die Idee der Einheit von Mensch und Natur greifbar (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Alltägliche Szenen auf dem Land finden sich in zwei Blättern Wilhelm von Kobells. Die Aquarelle von 1798 präsentieren die hügelige oberbayerische Landschaft in warmen Ocker- und Grüntönen und davor das Zusammentreffen mehrerer Landleute auf der Landstraße. Kobell gab sich Mühe die Arbeitspferde, darunter einen dösenden Haflinger, und ihr Geschirr korrekt wiederzugeben (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Weiter Himmel und stille Flur wusste Louis Gurlitt 1841 in seiner „Heidelandschaft in Jütland“ zu verewigen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). An der Ostsee bleibt es mit dem mecklenburgischen Landschafter Carl Malchin, der 1912 seiner Heimat mit der weiten Promenade vor dem historistischen Schloss in Schwerin ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt hat (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Franz im Doppelpack

Der erste „Franz“, um den es geht, ist Münchner Malerfürst Franz von Lenbach, der mit seinen Bildnissen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum gefragten Gesellschaftsportraitisten aufstieg. Recht schelmisch lässt er wohl 1896 „Mary Victoria Lady Curzon von Kedleston“, die Vizekönigin von Indien, in einem weißen Chiffonkleid mit blauem Schal auf rundem Format dreinblicken (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Günstiger liegen die Skizze mit dem ausgearbeiteten Kopf der britischen Kunstmäzenin Constance Gwladys Robinson, Lady de Grey, um 1900 (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR) oder die Portraitstudie einer Dame im Profil und Dreiviertelprofil von etwa 1890 (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR).

Beim zweiten „Franz“ handelt es sich um Franz von Stuck. Zum Erwerb steht die Bronze „Phryne“ von etwa 1925, die sich gerade eben entblößt. Die berühmte Hetäre des antiken Athen, mit der sich Stuck seit 1917 immer wieder befasste, bewirkt durch ihre Schönheit vor Gericht einen Freispruch gegen die Anklage der Gottlosigkeit (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Als Gipsrelief mit schwarzem Grund und brauner Höhung verewigte der Künstler um 1903 zwei wild „Kämpfende Faune“ (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die alten Meister ehrt Stuck mit seinem Portrait der „Tochter Mary im Velázquez-Kostüm“. 1912 in Öl auf Holz gemalt, blickt die dunkelhaarige Mary in der Kostümierung des spanischen Siglo de Oro stolz vor einem grünen Vorhang aus dem Oktogon. Das Motiv erinnert an mehrere Portraits von Diego Velázquez (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Die Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ findet bei Ketterer in München am 22. November ab 17 Uhr statt. Die Kunstwerke können am 17. November von 11 bis 17 Uhr und vom 18. November bis zum 21. November täglich von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden. Der Internetkatalog ist unter www.kettererkunst.de einsehbar.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



17.11.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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22.11.2019, Kunst des 19. Jahrhunderts

Bei:


Ketterer

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Malerei

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Neuere Meister

Bericht:


Polnische Raserei

Kunstwerk:

Carl Ludwig Jessen, Nach der Sturmflut, 1879
Carl Ludwig Jessen, Nach der Sturmflut, 1879







Ludwig von Hofmann, Die Zauberinsel, um 1915/20

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Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 60

Louis Gurlitt, Heidelandschaft in Jütland, 1841

Louis Gurlitt, Heidelandschaft in Jütland, 1841

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 22

Edward Theodore Compton, Morgen auf Bergeshöhe, 1893

Edward Theodore Compton, Morgen auf Bergeshöhe, 1893

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 65

Eduard von Grützner, Vorstadtkneipe, um 1898

Eduard von Grützner, Vorstadtkneipe, um 1898

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 13

Franz von Lenbach, Portrait Mary Victoria Lady Curzon von Kedleston, Vizekönigin von Indien, wohl 1896

Franz von Lenbach, Portrait Mary Victoria Lady Curzon von Kedleston, Vizekönigin von Indien, wohl 1896

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 46

Edward Theodore Compton, Pragser Wildsee, um 1880

Edward Theodore Compton, Pragser Wildsee, um 1880

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 64

Franz von Stuck, Meine Tochter Mary im Velázquez-Kostüm, 1912

Franz von Stuck, Meine Tochter Mary im Velázquez-Kostüm, 1912

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 34.000,- EURO

Losnummer: 56

Carl Ludwig Jessen, Nach der Sturmflut, 1879

Carl Ludwig Jessen, Nach der Sturmflut, 1879

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

Losnummer: 34

Edward Theodore Compton, Über dem Nebelmeer (Monte Rosa vom Rimpfischhorn), 1914

Edward Theodore Compton, Über dem Nebelmeer (Monte Rosa vom Rimpfischhorn), 1914

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 44.000,- EURO

Losnummer: 61

Franz von Stuck, Phryne, vor 1925

Franz von Stuck, Phryne, vor 1925

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 55

Franz von Stuck, Kämpfende Faune, um 1903

Franz von Stuck, Kämpfende Faune, um 1903

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 58

Wilhelm von Kobell, Begegnungen auf der Landstraße, 1798

Wilhelm von Kobell, Begegnungen auf der Landstraße, 1798

Taxe: 14.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 48.000,- EURO

Losnummer: 4

Otto Dill, Im Park, 1929

Otto Dill, Im Park, 1929

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 77




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