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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Kinsky startet in Wien mit einem breiten Angebot an Kunst und Kunsthandwerk alter Epochen in die neue Saison

Es herbstet allenthalben



Rudolf von Alt, Blick nach San Giorgio Maggiore von der Mole in Venedig, nach 1864

Rudolf von Alt, Blick nach San Giorgio Maggiore von der Mole in Venedig, nach 1864

Beginnt bei uns der Herbst, so zieht es so manchen in wärmere Gefilde. Wer noch unentschlossen ist, kann sich in Venedig kurz ausruhen und von dort aus tiefer in Süden reisen, falls die Serenissima ihn nicht verzaubert und bei sich behält. Dem Charme Venedigs in herbstlichem Flair erlag Rudolf von Alt nach 1864 mit seinem „Blick nach San Giorgio Maggiore von der Mole in Venedig“. Der Campanile der Klosterinsel ragt in Rostrot in den weiten Himmel empor und scheint uneingeschränkter Herrscher über die grauen Wolken und das grünliche Wasser zu sein. Bestechend ist Alts Fähigkeit, die melancholische Atmosphäre einzufangen, die hier nicht die zumeist südliche Heiterkeit Venedigs vermittelt. Ungewöhnlich für Rudolf von Alt ist zudem, dass es sich hier um ein Ölbild und kein Aquarell handelt. Diese lyrische Arbeit steht als eine der Favoritinnen mit 70.000 bis 100.000 Euro in der Auktion „Alte Meister – Gemälde des 19. Jahrhundert“ im Wiener Kinsky an vorderster Front.


Wem dieses Gemälde zu viel Trübsinn heraufbeschwört, findet am 22. Oktober Balsam für seine Seele in der frühlingshaften „Flora mit Putten und Blumen in italienischer Landschaft“, einer Gemeinschaftsarbeit von Abraham Brueghel und Guillaume Courtois aus den 1670er Jahren. Der Familientradition folgend, war Brueghel auf Früchte- und Blumenstilleben spezialisiert. Sein Können beweist er in diesem prächtigen Arrangement, ohne die Flora Courtois’ zu einer reinen Begleitfigur zu degradieren (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR). Denselben Schätzwert besitzt auch die um 1620/30 von Adriaen van Stalbemt gefertigte Mythologie „Vertumnus und Pomona“. Wir erhaschen einen Blick in Pomonas reichen Garten und auf das darin lebende Federvieh. Der Gott Vertumnus, der sich nach vergeblichen Amouren der Nymphe als alte Frau nähert, überzeugt sie in dieser verwandelten Gestalt, ihn zu ehelichen. Das verheiratete Paar ist wohl im Hintergrund in einer Baumallee zu erkennen.

Am 23. Oktober versteigert das Kinsky dann die Antiquitäten. Eine Besonderheit in doppelter Hinsicht ist ein österreichischer Wöchnerinnentisch von etwa 1780/90. Das seltene Kombinationsmöbel aus dem Besitz von Erzherzog Ludwig Viktor von Österreich, dem jüngeren Bruder von Kaiser Franz Joseph I., scheint auf den ersten Blick nur ein mit Eibe und Palisander furnierter, eleganter Damenschreibtisch zu sein. In der Tat aber besteht er aus zwei Teilen: Das Oberteil kann abgenommen werden und als Lesepult etwa im Bett genutzt werden. Unter den Klappen verstecken sich Utensilienfächer. Seit seinem letzten Auktionsauftritt mit dem Nachlass Ludwig Viktors aus Schloss Kleßheim 1921 im Dorotheum befand sich das klassizistische Wandlungsmöbel im Wiener Privatbesitz, der es nun für 50.000 bis 80.000 Euro wieder abgibt.

Religiöse Themen

Eine interessante Mischung aus Gotik und Renaissance charakterisiert die um 1520 datierte „Anna Selbdritt“ eines unbekannten Augsburger Meisters. Noch dominiert das Gewand die Figur und legt sich in dekorative Falten, wie bei der bekrönten Jungfrau und ihrem rosafarbenen Kleid. Neben ihr sitzt die heilige Anna, auf deren Knien der Jesusknabe steht und sanft von Maria an der Hand gehalten wird. Die innige Szene rahmt ein prächtiger goldener Rundbogen und offenbart eine gekonnte Verbindung von Malerei und Ornamentkunst. Im Hintergrund gleitet der Blick in eine bergige Landschaft mit Gletschern in der Ferne. Familienwappen zieren das Werk gleich viermal (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Mit Willem Bartsius und seiner „Auffindung des Mosesknaben“, die er mit eleganten Frauen ausgestattet hat, geht es in die barocke Malerei der Niederlande (Taxe 10.000 bis 16.000 EUR). Farbintensität und Dynamik durchströmt die „Tempelreinigung“ der italienischen Schule des 18. Jahrhunderts (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR). Um eine schöne Ölstudie handelt es sich bei dem heiligen Georg mit seiner Lanze, mit dem der viktorianische Maler Solomon Joseph Solomon um 1906 ein heute in der Royal Academy in London beheimatetes Gemälde vorbereitet hat (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).

und profane Sujets

Das Heroische des Kriegswesens hält Jacques Courtois, genannt Il Borgognone, in seinem Gemälde „Ein Feldherr führt seine Reiter in die Schlacht“ fest. Der für die Dynamik seiner Reitergefechte bekannte Künstler lässt das Pferd des Heerführers sich leicht aufbäumen, und ein erster Kavallerist will schon ins Gefecht am Horizont stürzen (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Ins Kriegsgetümmel stürzte sich auch Philips Wouwerman um 1650/55 bei seinem Überfall von Soldaten auf einen Konvoi der Nachhut (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR). Einer der berühmtesten Feldherren war Napoleon Bonaparte, der in einem Aquarell Balthasar Wigands bei der Einnahme von Troyes am 24. Februar 1814 siegreich in die noch brennende Stadt einzieht (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR). Schlichte Würde strahlt dagegen die alte Dame aus, die Abraham Bloemaert 1641 naturnah als Tronie anlegte. Dieses Motiv ist in mehreren Fassungen bekannt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Eher skeptisch blickt ein gleichfalls verhärmter Rabbi aus dem Gemälde von Alois Heinrich Priechenfried zum Betrachter hinab. Mit solchen fiktiven Rabbiner-Bildnissen feierte der Wiener Maler um 1900 einige Erfolge (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR).

Um Leben und Tod dreht sich alles in Friedrich Gauermanns abendlicher Szene „Füchse jagen Wildenten“ von 1849. Die gern vom Künstler gemalten braunroten Wildtiere preschen den Vögeln hinterher (Taxe 18.000 bis 30.000 EUR). In die noch friedliche Welt mit Bauklötzen spielender Kinder leitet Franz von Defreggers Genredarstellung von 1906. Das Kinderbild weist die für Defregger typische gedämpfte Farbpalette in überwiegend braunem Kolorit auf (Taxe 30.000 bis 45.000 EUR). Ludwig Kochs „Märchenszene mit Reiter, Fee und Hirschkuh“ von 1927 überrascht mit dem halbkreisförmigen oberen Abschluss. Der saftig grüne Wald wird vom Strahlen der schwebenden Lichtgestalt erhellt, der ein blonder Jüngling begierig folgt (Taxe 15.000 bis 23.000 EUR). In die Realität holt der italienisch-kroatische Künstler Vlaho Bukovac den Betrachter mit seinem weiblichen Akt „Nach dem Bade“ zurück (Taxe 18.000 bis 27.000 EUR).

Stillleben und Landschaft

Verspielt präsentieren sich die Kaninchen und Meerschweinchen in Giovanni Agostino Cassanas Stillleben. Die putzmunteren Hoftiere besitzen eine symbolische Bedeutung, die sich in diesem Fall auf die Fruchtbarkeit der sechs Protagonisten und damit auf das Ehe- und Familienleben bezieht (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Barocke Pracht zeigt sich in Christian Berentz’ herbstlichen Pendants mit Granatapfel, Pilzen, Feigen, Trauben, Pflaumen, Pfirsichen und Kohlkopf samt einigen Blumen (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Der in Piacenza geborene Bartolomeo Arbotori betritt das Parkett mit zwei für ihn typischen Arbeiten: Einem Jagdstillleben mit einem Pfau, der einen kleinen Hund kritisch beäugt und von erlegten Vögeln umgeben ist, und seinem Gegenstück mit einem Küchenstillleben samt keckem Affen, der an einer Blume schnuppert, während ihn die gleichmäßig aufgereihten Gemüsearten, Fische und abgehängten Vögel kaum interessieren (Taxe je 18.000 bis 30.000 EUR).

Mit den barocken Stilllebenmeistern will sich Georgius Jacobus Johannes van Os in einer Arbeit von 1834 messen. Sein Vorbild war Jan van Huysum, auf den er sich mit der dekorativen Schale und dem Marmorsockel bezog. Verführerische Texturen der glänzenden aufgeschnittenen Zitrone, der matten weißen Trauben und der schon leicht übergangenen Paprika sowie die detailreiche Ausmalung der Kornblumen, Nüsse und Kamelien laden zum genauen Betrachten ein (Taxe 40.000 bis 70.000 EUR). Ins späte 19. Jahrhundert datiert dann Carl Molls düstere Atelieransicht mit einem Sammelsurium aus Kunstgegenständen, Büchern, kleinen Gefäßen, verwelkten Blumen und einem Globus (Taxe 17.000 bis 25.000 EUR).

Ein Vorbote des baldigen Winters sind Norbert Joseph Carl Grunds Pendants „Schlittenfahrt auf dem Eis“ und „Eisläufer“. Die titelgebenden Akteure halten sich in ihrer bunten Kleidung sicher auf der silbrig-blauen Eisfläche. Diese für den Prager Künstler seltenen Winterlandschaften nehmen von den Niederländern des Goldenen Zeitalters den betont tiefen Horizont auf (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Das heiße Klimas Italiens weiß Rudolf von Alt in warmen Ocker- und Brauntönen auf seinem Aquarell „Der Vestatempel auf dem Forum Boarium in Rom“ zu schildern. Der antike Rundbau mit notdürftigem Dach und eleganten korinthischen Säulen ragt über einer kleinen Stier- und Ziegenherde majestätisch in den blauen Himmel empor (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). In den Süden zog es gleichfalls Franz Richard Unterberger, der um 1880 eine Heuernte in den Weiten vor den Albaner Bergen in frühabendlicher Sonne einfing (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR). Diese Tätigkeit interessierte schon 1857 August Xaver Karl Ritter von Pettenkofen in seinem „Ungarischen Getreidewagen“ (Taxe 18.000 bis 27.000 EUR). Herbstlich wird es wieder bei Joseph Heideloffs Weinlese vor Wien mit Blick nach Klosterneuburg, auf den Leopoldsberg, Bisamberg und Kornbeuburg von 1779 (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Die eigenwillige Schönheit blaugrauer Bergzacken mit Schnee sah Michael Haubtmann 1863 in der „Alpspitze bei Garmisch-Partenkirchen“ (Taxe 4.500 bis 7.000 EUR). Auch Anton Schiffer begab sich bei seinem pittoresken Blick auf den Hallstättersee ins Hochgebirge (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), während Edmund Mahlknecht seine Schäferin mit Herde in nicht ganz so hohe Gefilde führt (Taxe 5.500 bis 8.000 EUR). Lediglich in Graunuancen malte Edward Theodore Compton den still schillernden „Gosausee mit Hohem Dachstein“ in Tempera (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Ebenfalls als Grisaille vermittelte er die Majestät der Alpen in seiner „Königsspitze vom Eisseepass“ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Der einzigartige Reiz der Wüste regte Silvio Poma zu seiner „Wüstenpartie am Toten Meer“ an (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR). Seine Nachtlandschaft mit großen Bäumen und Sternenhimmel über einem Dorf stilisierte Josef Stoitzner um 1932 soweit, dass sie schon symbolistische Züge annimmt (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

Aus den Beständen des Künstlerhauses am Karlsplatz, das 1869 eröffnet wurde, stammen 18 Positionen der Auktion. Die Werke sollen die Vereinstätigkeit finanziell weiter sichern. Als Maler des späten Biedermeier tritt Georg Anton Köck mit seinem klaren Panorama auf das Inntal mit Innsbruck vom Bergisel aus dem Jahr 1869 an, das er im Vordergrund um zwei Bauern und Kühe angereichert hat (Rufpreis 5.000 EUR). Auch das Bildnis „Kaiser Franz Joseph I.“ mit beeindruckendem Backenbart von Karl Karger gehört zu diesem Konvolut (Rufpreis 500 EUR), ebenso die verliebte Mondgöttin Silene, die ihren schlafenden nackten Endymion besucht. Das symbolistische Nachtstück malte 1925 Rudolf Böttger (Rufpreis 1.000 EUR). Die erste Frau, die ab 1872 regelmäßig und erfolgreich im Künstlerhaus ausgestellt hat, war Hermine Lang-Laris, die in ihrem Stillleben tote Vögel mit Obst vor einer Blumentapete kombiniert (Rufpreis 2.000 EUR).

Werke der Damenwelt

Im späten 19. Jahrhundert traten dann vermehrt Künstlerinnen prominent hervor. Olga Wisinger-Florian, die mehrere Werke zur Auktion beisteuert, vereinigt in ihrem „Herbststrauß“ beschwingte Pinselzüge und Farbpunkte zu einem locker gemalten Bild in warmen Herbsttönen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Feine Detailarbeit beweist sie in ihren „Herbstfeldblumen“ von 1885. Dabei positioniert sie scheinbar zufällig am Boden liegende Blumen in einem Feld mit Schmetterlingen (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Lockerer wird ihr Pinselstrich im von Laub bedeckten gelb-braunen „Weg aus dem Park von Erzherzog Josef in Alcsút“ aus dem Jahr 1894. Das Farb- und Lichtspiel dieser herbstlichen Szene nahe Budapest bannte die Künstlerin gekonnt in impressionistischer Frische auf die Leinwand (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Marie Egners „Großes Blumenstillleben mit Rosen“ um 1910 atmet in lichten Rot- und Rosatönen den Hauch und Wärme des Sommers vor einem diaphanen Vorhang (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Ähnlich lichtdurchflutet präsentiert Tina Blau ihren sonnigen „Blick auf Taufers in Südtirol“ von 1900 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Die Frauenriege ergänzen etwa noch Anna Peters mit ihrem Waldbodenstillleben mit Stockrosen (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR) oder Marie Onken-Palme mit ihrer weiten ruhigen Abendlandschaft samt Schafherde (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Antiquitäten

Eine traurige Geschichte besitzt sie sogenannte „Sennheinsche Madonna“. Die Mondsichelmadonna von etwa 1490/1500, die mit ihrer zarten Kopfmodulierung, den weich fallenden Schüsselfalten und dem anmutigen Auftritt zu den „Schönen Madonnen“ aus dem süddeutsch-österreichischen Raum zählt, gehörte einst dem jüdischen Unternehmer René Sennhein. Aufgrund der NS-Verfolgung und Beschlagnahmung seiner Sammlung befand sich die Lindenholzskulptur bis 2016 im Niederösterreichischen Landesmuseum in Linz und wurde damals an seine Erben restituiert, die sie nun für 15.000 bis 30.000 Euro verkaufen wollen. Namentlich lassen sich Hans Multscher und seine Werkstatt für einen segnenden heiligen Florian aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR) und Martin und Michael Zürn für eine weibliche Heiligenfigur ohne Attribute um 1635 in Anspruch nehmen (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR). Eine charmante schwarz-weiße Dianameerkatze auf einem Sockel mit Voluten und Rocaillen wurde 1847 in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur Wien produziert (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR), eine Colombine mit gelbem Rock und buntem Oberteil sowie ihr gleich gewandeter Harlekin in den 1760er Jahren in der Manufaktur Frankenthal (Taxe je 1.000 bis 1.500 EUR).

Einen großen Teil unter den Antiquitäten nimmt die mehr als 300 Exemplare umfassende Uhrensammlung von Karl Sochor ein, die Werke des 18. bis 20. Jahrhunderts einschließt. Auf Wunsch des verstorbenen Wiener Sammlers geht der Erlös an karitative Zwecke. Die Hitze des Feuers lässt bei der bronzenen österreichischen Kaminuhr „Im Bad“ aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Wassergießerin ihren linken Arm erheben (Rufpreis 1.500 EUR). Stilvoll verreist es sich gleich besser mit der französischen Reiseuhr von circa 1900 mit Emailverzierung (Rufpreis 500 EUR). Musikalisch untermalt eine Schweizer Taschenuhr in einem Stahlgehäuse mit intakten Musikwerk um 1900 die Zeitanzeige (Rufpreis 700 EUR).

Trinkgefäße und silbernes Allerlei

Einen Trichterpokal mit schwarzer Rankendekoration, Jägern und dem Wappen von Johann Leopold Graf von Paar schuf Ignaz Preissler um 1720 im schlesischen Kronstadt. Seine auf farbloses Glas radierte Schwarzlotmalerei zeichnet sich durch Feinheit und Detailfreude aus (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR). Etwas günstiger liegt mit 5.000 bis 10.000 Euro Preisslers um 1730 in gleicher Technik ausgeführtes Pokalpaar mit dem Wappen der Grafen von Trauttmansdorff-Weinsberg und zwei Chinesen auf den Rückseiten. In den Orient entführt Philippe-Joseph Brocards große Moscheeampel von etwa 1880. Der Freund islamischer emailbemalter Arbeiten gestaltete hier eine große bauchige Vase mit sechs Handhaben und arabischen Schriftzügen in goldener, blauer und weißer Dekoration (Taxe 10.000 bis 18.000 EUR).

In der Keramikabteilung warten eine braune Creußener Schraubflasche mit den zwölf Aposteln aus dem 17. Jahrhundert für 5.000 bis 10.000 Euro und ein Ansbacher Enghalskrug des 18. Jahrhunderts mit Zopfhenkel, hellblauer Glasur und Pflanzen in Blaumalerei für 500 bis 1.000 Euro auf einen Abnehmer. Karl Sochor interessierte sich auch für drei iranische Kacheln wohl aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, die neben reichem Ornamentdekor in der Mitte Bildnisse von Herrschern und Feldherren zeigen, was für die islamische Kunst doch recht ungewöhnlich ist (Taxe je 1.000 bis 1.500 EUR). Die Möbelsektion hält einen österreichischen Aufsatzsekretär der Mitte des 18. Jahrhunderts aus Nussholz und Nusswurzelholz (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), einen markanten Frankfurter Wellenschrank um 1700 (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR) oder eine frühklassizistische Sitzgarnitur aus Frankreich um 1780 mit einer Bank und sechs Armlehnstühlen bereit (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Bei einem silbernen Fotoständer aus dem Hause Carl Fabergé von 1908/17 kreuzen sich an der Vorderseite Füllhörner mit Blumen. Zentral ist ein M-Monogramm mit Krone, was wohl auf die Großfürsten Michail Nikolajewitsch oder Michail Michailowitsch Romanow hinweist (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Aus der slawischen Kultur entstammt auch der Samowar, der in einer Wiener Arbeit des Hauses Mayerhofer und Klinkosch von 1840 für 500 bis 800 Euro zu haben ist. Beim Teetrinken kann auch rasch ein textiles Malheur geflickt werden. Besonders elegant gelingt dies mit den fünf Utensilien eines Messingkästchens aus Perlmutt und Elfenbein wie Schere und Fingerhut (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR).

Die Auktion „Alte Meister. Gemälde des 19. Jahrhunderts“ findet im Kinsky am 22. Oktober ab 14 Uhr statt, die „Antiquitäten“ folgen am 23. Oktober ab 14 Uhr. Die Posten können bis zum Auktionsbeginn wochentags von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende bis 17 Uhr besichtigt werden.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



20.10.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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22.10.2019, Alte Meister - Gemälde des 19. Jahrhunderts - Antiquitäten

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im Kinsky - Kunst Auktionen

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Der Wettstreit der Blumen

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