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Matthew Wong ist tot

Der Landschaftsmaler Matthew Wong ist tot. Der 1984 in Toronto geborene Künstler nahm sich in der vergangenen Woche mit 35 Jahren das Leben. Das teilte seine New Yorker Galerie Karma mit. Der an der City University of Hong Kong School of Creative Media ausgebildete Fotograf, der zuvor an der University of Michigan Kulturanthropologie studiert hatte, war als Maler Autodidakt. Während er in Europa noch weitgehend unbekannt ist, galt Wong in Amerika mit seinen verspielten, aber auch mystischen und elegischen Landschaften als aufstrebender Künstler am Beginn seiner Karriere. Erst 2014 begann er zu malen, veröffentlichte seine Arbeiten auf Facebook und suchte darüber den Dialog mit anderen Künstlern, Kunsthändlern, Kuratoren und Kritikern.

Im Jahr 2016 stellten sich erste Erfolge ein. Damals nahm ihn auch die Galerie Karma in ihr Programm auf und richtete ihm 2018 eine erste Einzelschau aus. Der einflussreiche New Yorker Kritiker Jerry Saltz bezeichnete sie als „eines der eindrucksvollsten New Yorker Solo-Debüts“, das er seit einiger Zeit gesehen habe. Daneben nahm Matthew Wong an Gruppenausstellungen unter anderem in New York, Dallas, Beirut, Aspen oder Brüssel teil. 2017 erwarb das Dallas Museum of Art ein Werk des Künstlers für seine Sammlung. Auch die Esteé Lauder Collection konnte sich bereits für sein Schaffen begeistern. Seine reiche farbtrunkene, oft aber auch einsame Landschaftsmalerei erinnert in ihrer vereinfachten und flächigen Form an die Werke des Amerikaners Milton Avery. Er selbst führte Edvard Munch, Shi Tao, Xu Wei, Lee Lozano, Vincent van Gogh, Lois Dodd, Alex Katz oder Kanye West als seine Inspirationsquellen an.

In die Abstraktion führte Matthew Wong das von Rot dominierte Gemälde „Heat“. Letztlich blieb er aber der gegenständlichen Malerei treu, auch wenn er etwa in „Another Day“ von 2018 den Himmel und das Land in farbige horizontale Streifen teilte, die einzig durch zwei schwebende Heißluftballons durchbrochen werden. Daneben entstanden auch Interieurs und Stillleben. Sein Arbeitsprozess, so Wong, sei instinktiv. Er nutze keine vorbereitenden Zeichnungen. Oftmals male er auch mehrere Bilder übereinander, da er seinem Bauchgefühl folge. „Ich glaube, dass das zeitgenössische Leben eine inhärente Melancholie oder Einsamkeit besitzt, und ich glaube, dass meine Arbeit nur ein Spiegelbild meiner Gedanken, Faszinationen und Impulse ist, sondern auch diese Qualitäten anspricht.“

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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