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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Erste Präsentation der Hochbunkerserie von Boris Becker

Zwischen 1984 bis 1990 trug der Fotograf Boris Becker 890 Motive von Hochbunkern des Zweiten Weltkriegs aus 45 Städten zusammen, die ab 1940 für den Zivilschutz errichtet worden waren. Zuerst dokumentierte der Künstler die Objekte mit einer Mittelformatkamera, um im Anschluss mit der Großbildkamera ausgewählte Bunker noch einmal abzulichten. Jetzt präsentiert erstmals die Kölner SK Stiftung Kultur in ihrer Photographischen Sammlung diese Serie in einer Werkschau. Boris Becker hat dazu sein Archiv detailliert gesichtet und einen Rückblick aus gegenwärtiger Perspektive inszeniert, nachdem die letzten Aufnahmen vor knapp 30 Jahren entstanden.

Unverfälscht offenbaren die Fotografien den 1961 geborenen Kölner als Becher-Schüler. Während seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf zwischen 1984 bis 1990 arbeitete er an dieser Serie, dessen ruhige, vollkommen austarierte Ansichten in Schwarzweiß und Farbe die unterschiedlichen Bauformen, Ensembles, Oberflächenstrukturen und Details analysieren. Dabei ging es Boris Becker keineswegs um eine vollständige Erfassung, sondern um Kriterien wie Repräsentativität, Aussagekraft und originelle Gestaltung. Das Überraschende an den monströsen massiven Bauten ist die ästhetisch überhöhte Adaption tradierter Architekturformen. So begegnet der Besucher Baustilen von Festungstürmen, Scheunen, Wohnhäusern oder Kirchen. Das täuschende Äußere ist aber nicht kompatibel mit dem Zweck. Daher sind die vielen Details bemerkenswert, etwa die Akzentuierung von Stockwerken oder die Dachkonstruktionen durch Gesimse, die regelmäßig angeordneten Lüftungsöffnungen, die repräsentativen, aufwendig gerahmten Eingänge nebst plastisch ausgearbeiteten Symbolen und die Bauzier bis hin zu Spuren von Kriegseinwirkungen, die Becker zum Teil in Detailaufnahmen festgehalten hat. In den nackten Betonwänden finden sich Abdrücke der Holzverschalungen. Gewaltige Sattel- oder Walmdächer sowie dynamische Rundungen übertünchen den im Grunde modernen, sachlichen Baustil, der eigentlich im Gegensatz zur Ideologie des NS-Regimes stand.

Gleichzeitig visualisiert Boris Becker eine Überlagerung der Zeitschichten. Die erstaunlich vielgestaltigen und bizarren Monumente eines Täuschungsapparates boten später Graffitikünstlern ebenso eine Projektionsfläche wie politischen Agitatoren. Dank neuer kostengünstiger Abbruchmethoden verschwinden heute die nach dem Krieg als Pilzzuchtanstalten, Übungsräume für Musikgruppen oder Wohnungen genutzten Objekte immer mehr aus dem Stadtbild. Becker kombinierte die Auswahl mit einigen Beispielen aus seiner 1999 bis 2002 gefertigten, 80 Arbeiten umfassende Serie „Fakes“. Auch diese Aufnahmen von zollpolizeilich konfiszierten Objekten sind ohne Anleitung nicht zu enträtseln. Sie bieten ebenso ein Versteckspiel wie die Sicherheit und Geborgenheit vorgaukelnden Bunker.

Die Ausstellung „Boris Becker – Hochbunker. Photographien von Architekturen und Artefakten“ ist bis zum 9. Februar 2020 zu sehen. Die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur hat täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5,50 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Künstler- und Archivbuch mit über 800 Abbildungen im Snoeck Verlag erschienen, das in der Sammlung 68 Euro kostet.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7
D-50670 Köln

Telefon: +49 (0)221 – 888 95 300
Telefax: +49 (0)221 – 888 95 301

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


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