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Eike Schmidt erklärt sich

Eike Schmidt versucht die Wogen wegen seines Rückzugs aus Wien zu glätten

Anfang der Woche hatte die kurzfristige Absage des Kunsthistorikers Eike Schmidt für den Direktorenposten im Wiener Kunsthistorischen Museum (KHM), den er zum 1. November hätte antreten sollen, für einige Aufregung gesorgt. Viele Stimmen werteten den Rückzug Schmidts als regelrechten Affront. Der ehemalige österreichische Kulturminister Thomas Drozda, der Schmidt im Herbst 2017 als Nachfolger von Sabine Haag heranholte, zeigte sich entrüstet: „Für einen Vertragsbruch dieser Art habe ich kein Verständnis“, es sei „letztklassig und charakterlos, ein Haus wie das KHM hängen zu lassen“, sagte er gegenüber der österreichischen Presse. Der aktuelle Bundesminister Alexander Schallenberg äußerte sich in einer unmittelbaren Stellungnahme ebenfalls verärgert: „Das Kapitel Eike Schmidt ist abgeschlossen. Jetzt geht es darum, rasch für klare Verhältnisse zu sorgen.“

Klare Verhältnisse möchte auch Eike Schmidt, der seinen Direktorenposten bei den Uffizien in Florenz nicht aufgeben will. In einem Interview mit der APA verteidigte er seinen plötzlichen Sinneswandel und bedauerte er den Ablauf der Ereignisse der letzten Tage. Er habe in der vergangenen Woche mit Sabine Haag, seiner Vorgängerin und Interimsleiterin des KHM, gesprochen und ihr seine Pläne dargelegt. Sie habe durchaus positiv auf seine Entscheidung reagiert. „Was völlig danebengegangen ist, war die Kommunikation. Ich habe um einen Termin angesucht beim Minister, der aber nie zustande gekommen ist. Irgendjemand hat geleakt – ich weiß nicht wer und nicht warum. Es ist wichtig, alles nun so schnell und klar wie möglich abzuwickeln.“

Auf die Frage, warum er sich um entschieden habe, sagte Schmidt dem Spiegel: „Aus persönlichen und vor allem aus fachlichen Gründen. Nach den jüngsten politischen Umwälzungen in Italien sehe ich nun doch eine Chance, die Erneuerung der Uffizien weiter vorantreiben zu können. Wir sind da auf Hochtouren dabei, etwa die Säle zu restaurieren, die Hängungen zu modernisieren, vieles mehr.“ Über eine Vertragsverlängerung Schmidts als Direktor der Florentiner Uffizien war bereits seit Monaten spekuliert worden. Der italienische Kulturminister Dario Franceschini bestätigte nun am Mittwoch eine Bewerbung Schmidts. Er sagte jedoch auch, dass zunächst mögliche Unstimmigkeiten mit Österreich aus der Welt geschafft werden müssten, bevor er diese Entscheidung treffen könne.

Das KHM wird nun zunächst weiterhin von der ehemaligen Direktoren und derzeitigen Interimschefin Sabine Haag geführt. Eike Schmidt glaubt, dass Sie ohnehin nie vorhatte, das Haus komplett zu verlassen. Außerdem sei das renommierte Museum bei ihr in sehr guten Händen. So sehen es auch zahlreiche Unterstützer Haags, die sich nun zu Wort melden: Sowohl der Museumsbund Österreich als auch das österreichische Komitee des internationalen Museumsverbandes ICOM haben sich öffentlich an die österreichische Regierung gewandt und eine sofortige Berufung Sabine Haags als ständige Direktorin des KHM gefordert – ohne erneutes Ausschreibungsverfahren.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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