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Robin Rhode in Wolfsburg

Das Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert derzeit eine Überblicksausstellung zu Robin Rhode. Die 44 Exponate, darunter digitalen Animationen, Super-8-Filme, fotografischen Serien, skulpturale Elemente sowie zwei Performances, spannen einen Bogen von 2009 bis 2019. Der 1976 in Kapstadt geborene Multimedia-Künstler arbeitet mit „spannungsvollen Kombination aus Linie, Körper und der Wand als Bildträger“, so die Kuratorin Uta Ruhkamp. Das Merkmal der Arbeiten des am Technikon Witwatersrand in Johannesburg ausgebildeten Wahl-Berliners ist die Wand. In seinen Aktionen verbindet er stilistische Elemente des Graffiti, der Wandmalerei und der Straßenkunst miteinander. Inhaltlich setzt sich Rhode sowohl mit sozialkritischen wie auch ungezwungen Betrachtungen der Jugendszene und des Großstadtlebens auseinander. Eigens für die Schau in Wolfsburg schuf er eine fotografische Werkgruppe, die den Südafrikaner in die geschichtsträchtige Stadt Jericho mitten in der israelisch-palästinensischen Konfliktregion führte. Auf alten Mauern aus der Zeit des Osmanischen Reiches sind im März 2019 neue Werke entstanden, die die Geschichte Jerichos, die drei ortsansässigen Religionen und den Nahostkonflikt thematisieren, darunter die Arbeit „Melancholia“ mit einer schwarz gekleideten Frau samt Kopftuch, die unter vollem Körpereinsatz mit einer Steinschleuder einen riesigen Polyeder zu manövrieren versucht.

Robin Rhode, der während der Apartheid als „Coloured“ galt, bezieht sich in seinen Werken oft auf die eigene Kindheit und Jugend. Diese prägte eine aus Apartheid, Gewalt und Rassismus entstandene Subkultur. In seinen Performances gibt der Künstler zunächst ein Szenario vor, etwa ein Fahrrad wie im 2002 datierten „Classic Bike“, das er meistens mit Kohlestift an eine Wand oder auf den Boden skizziert. Diese Vorlage erweitert Rhode im Rahmen einer manchmal humorvollen, manchmal ernsthaften Geschichte durch Hinzufügen weiterer Elemente. „Die expressiven Zeichnungen, die er während seinen energiegeladenen Performances spontan entwickelt, stehen im Gegensatz zum perfektionierten Illusionismus und der intendierten Leichtigkeit seiner aufwändigen Wandarbeiten. Robin Rhode reduziert komplexe, bisweilen auch gesellschaftskritische oder -analytische Inhalte auf wenige visuelle Zeichen oder, wie er es ausdrückt, er vereinfacht das Chaos mit den Mitteln der Kunst“, erklärt Ruhkamp.

Seine fiktiven Interaktionen mit seinen Zeichnungen dokumentiert Robin Rhode dabei auf Videos, die wiederum in Installationen Verwendung finden. Anders als in der Street Art und dem Graffiti geht es Rhode um den Prozess der künstlerischen Arbeit an sich. Ein Resultat ist die fotografische Dokumentation der Entstehungsphasen seiner Arbeiten. Schritt für Schritt entwickelt und verlebendigt er die Linie durch die performative Interaktion mit dem Körper, bis sie eine abstrakte Form oder ein Objekt definiert. In der 2012 geschaffenen Serie „Twilight“ malt der violett gekleidete kniende Mann an eine weiße Wand eine große Feder. Über acht Fotos hinweg vermehren sich die Federn zu einem Fächer. Der Künstler nimmt an dieser Form teil und lehnt sich sukzessive immer weiter nach hinten, bis er schließlich auf dem Rücken mit seitlich angewinkelten Knien liegt und die letzte der acht grau-schwarzen Federn mit der Hand an der Wand hält.

Die Ausstellung „Robin Rhode. Memory Is The Weapon“ läuft bis zum 9. Februar 2020. Das Kunstmuseum Wolfsburg hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt zu Heiligabend, Silvester und Neujahr geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der Katalog zur Ausstellung kostet im Museum 34 Euro.

Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
D-38440 Wolfsburg

Telefon: +49 (0)5361 – 266 90
Telefax: +49 (0)5361 – 266 966

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


29.09.2019, Robin Rhode - Memory is the weapon

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Kunstmuseum Wolfsburg

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Aktionskunst und Performance

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Zeichnung

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

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Robin Rhode








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