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Michael Schoenholtz ist tot

Michael Schoenholtz ist in Berlin gestorben

Der Zeichner und Bildhauer Michael Schoenholtz ist am Montag nach kurzer und schwerer Krankheit mit 82 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte die Akademie der Künste mit, dessen Mitglied Schoenholtz seit 1996 war. Bis zum Ausbruch seiner Krankheit habe der 1937 in Duisburg geborene Künstler in seinem Berliner Atelier mit seiner außergewöhnlichen Energie und Schaffenskraft gearbeitet, so die Akademie. Schoenholtz’ Skulpturen charakterisiert eine einfache und klare Formensprache, die er partiell mit schlichten reliefierten Elementen erweiterte. Als Vorlagen für seine meist in Stein ausgeführten Arbeiten nutzte er großformatige Kohlezeichnungen und ging von der menschlichen Gestalt aus, die er in architektonische blockhafte Formen fragmentierte. So präsentiert sich die zehnteilige Muschelkalkarbeit „Nach Poliklet“ von 2014 als ein hochrechteckiger Turm, an dessen Seiten Köperteile wie ein Bauch mit Nabel, Hände oder Beinen konvex hervortreten.

„Lust auf die Materie – Spaß am Machen – Appetit auf Form – Misstrauen gegenüber der Erscheinung – Angst um die Form – Erschrecken vor der Vergänglichkeit – Festhalten der vergehenden Form – Furcht vor der zerstörten Form – Reiz der zerstörten Form“, so beschrieb Schoenholtz die Grundlagen seines Schaffens. Eines der bekanntesten Werke des Bildhauers ist die Skulpturengruppe in den fünf Kapellen der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche, die Zerstörung und Neubeginn thematisieren. Im öffentlichen Raum finden sich etwa der Berliner „Bronzebogen“ von 1986 an der Stelle der im Krieg zerstörten Alten Philharmonie in der Bernburger Straße oder die sechsteilige Skulpturengruppe von 1982 in der Moabiter Heinrich-Zille-Siedlung. Aber auch in Heilbronn, Nordhorn oder Soest finden sich seine Skulpturen.

Bevor sich Michael Schoenholtz dem Studium der Kunst zuwandte, zog es ihn zunächst ein Jahr lang in die Fächer der Germanistik und Kunstgeschichte. 1957 wechselte er zur jetzigen Universität der Künste in Berlin, wo er von 1962 bis 1963 Meisterschüler von Ludwig Gabriel Schrieber war. Von 1971 bis 2005 unterrichtete er dort selbst. An Berliner Akademie der Künste war er von 1997 bis 2003 Direktor der Sektion Bildende Kunst und gestaltete die Vereinigung der Akademien Ost und West maßgeblich mit. Ihr vermachte er auch sein Archiv. Zudem war er Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, dessen Erster Vorsitzender er ab 1998 für zwei Jahre war. Schoenholtz wurde mit mehreren Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, darunter 1963 dem Kunstpreis Junger Westen in Recklinghausen, 1968 dem Burda-Preis für Bildhauerei, 1970 dem Villa Romana-Preis für Florenz sowie 1983 dem Karl Ernst Osthaus-Preis. Die Großzahl seiner Einzelausstellungen fand in Deutschland statt, etwa in der Kunsthalle Mannheim, im Sprengel Museum in Hannover, im Haus der Kunst in München oder im Wilhelm Lehmbruck Museum in seiner Geburtsstadt Duisburg.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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