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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Viennacontemporary hat ihre Tore für das Publikum geöffnet und präsentiert im Wiener Kunstherbst ein vielfältiges Angebot

Zwischen Neu und Alt, der Mitte und dem Osten



auf der Viennacontemporary 2019

auf der Viennacontemporary 2019

Schon seit vielen Jahren gibt es sie – eine Wiener Messe für zeitgenössische Kunst mit dem Schwerpunkt auf Zentral- und Osteuropa, ohne jedoch andere Regionen völlig auszublenden. Unter anderen Bezeichnungen und an verschiedenen Orten immer wieder einem Wandel unterworfen, steht die diesjährige Ausgabe der Viennacontemporary erstmals unter der künstlerischen Leitung von Johanna Chromik. Die gebürtige Polin sammelte ihre Erfahrungen in deutschen und US-amerikanischen Galerien und kennt sich in den Kunstszenen West- und Osteuropas aus. Auch der Austragungsort in der Marx Halle tut das Seinige, um der Messe einen adäquaten Rahmen zu geben. Die ungewohnt großen Gründerzeithallen im alten Schlachthofareal öffnen unter den historischen gusseisernen Konstruktionen ein geräumiges, lichtdurchflutetes Ambiente, das in seiner ansprechenden und gewinnenden Form nur selten bei Kunstmessen erlebbar ist. Modern für multifunktionale Events hergerichtet, versammeln sich hier nun 110 Galerien aus 26 Ländern in großzügigen Kojen an breiten Gängen. Teilnehmer aus Polen, Rumänien, der Slowakei oder Tschechischen Republik, den baltischen Ländern, der Ukraine, Serbien, Ungarn oder Russland laden zu einem erfrischenden Parcours nicht alltäglicher Positionen ein. Über 40 Teilnehmer kommen aus Österreich, elf aus Deutschland.


Zu Beginn der großzügig gestalteten zentralen Eingangszone hat mit Ursula Krinzinger eine der bekannten Wiener Galeristinnen ihren Stand aufgeschlagen. Hier wird es gleich erotisch: Krinzinger hat die Künstlerin Eva Schlegel gebeten, eine Zusammenstellung von jungen Künstlerinnen zum Thema Eros zu kuratieren. Sie selbst stellt darunter Lackarbeiten aus ihrer Pornoserie aus, die preislich zwischen 6.000 Euro und 10.000 Euro tendieren. Im vorderen Teil der Koje wartet Ursula Krinzinger mit bekannteren Positionen als Lockvogel auf, darunter einem „Baby auf Edelweiß“ von Bruno Gironcoli. Die Aluminiumplastik aus dem Jahr 2007 kostet 35.000 Euro. Mit einer Schalttafel von Valentin Ruhry ködert die Wienerin Christine König die Messebesucher. Wer sich für die vielen Ein- und Ausschalter des technisch affinen, gebürtigen Grazer Künstlers, Jahrgang 1982, interessiert, die den leuchtenden Schriftzug „Hello Wien“ erkennen lassen, muss 24.000 Euro aufbringen. Daneben liest der Berliner Thomas Hartmann aus formlosen Konfigurationen des Malgrundes Figuratives heraus. Das transformierte Sujet einer Bibliothek des langjährigen Nürnberger Malereiprofessors steht für 20.000 Euro zum Verkauf bereit.

Die Galerie Meyer Kainer präsentiert eine typische Arbeit von Dan Graham. Die atelierfrische Skulptur „Round and Around“ aus gebogenen und verspiegelten Glasscheiben verlangt 80.000 US-Dollar. Gleich nebenan offeriert der Kölner Galerist Philipp von Rosen Gemälde, die dem Besitzer gewidmet sind. Markus Huemer, Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie und Schüler von Fritz Schwegler, reflektiert dabei die Messesituation und die Mechanismen des Kunstmarkts aus seiner Sicht und erwartet 14.500 Euro für sein gerade vollendetes Ölgemälde dieser Serie, das sogleich einen Käufer gefunden hat. Wenn man dann am Stand der Bonner Galerie Gisela Clement vorbeischlendert, kommt man sicherlich ins Schmunzeln. Die der ehemaligen deutschen Hauptstadt eigene Gemütlichkeit und ihr Schwelgen in der vermeintlich glorreichen Adenauer-Ära reflektiert die aus dem georgischen Tiflis stammende und dort ausgebildete, heute in Bonn beheimatete Konzeptkünstlerin Keti Kapanadze mit einer Großcollage aus zerlegten Blumentischen der 1950er Jahre. Die an Mobiles von Alexander Calder oder Joan Mirós Formfindungen erinnernde Installation „Betwixt 2“ von 2018 konzentriert sich auf liebreizend farblich gefasste, gedämpfte Standflächen im Nierentisch-Stil, womit Kapanadze auf die damalige Rolle der Frau als eher häuslich orientiertes Wesen kritisch Bezug nehmen möchte. Der Preis hierfür: 33.000 Euro.

Um die Ecke ist eine auf andere originelle Weise aus ursprünglichen Zusammenhängen gelöste, zeichenhafte und in grafische Elemente überführte Malerei zu sehen, der Katharina Schilling mit unterschiedlichen Techniken nachgeht. Die Schülerin von Neo Rauch und Heribert C. Ottersbach an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig wird von Beck & Eggeling vertreten, die das Ölgemälde „On your Side“ für 9.300 Euro abgeben. Anders als Schilling hat sich der Autodidakt Yigal Ozeri dem Fotorealismus verschrieben. Die Münchner Galerie Andreas Binder hat die teils auch sozialkritischen, doch eindrucksvollen, meist in ihrer Relevanz übersehenen Lebenssituationen des israelstämmigen, in den USA bekannten Fotorealisten mit nach Wien gebracht. Die recht kleinformatigen Ölbilder fordern netto 18.000 US-Dollar. Lebhafter geht es bei dem Wiener Galeristen Ernst Hilger zu. Hier fesselt ein großformatiges Gemälde des Isländers Erró die Blicke der Besucher, das comicartige und schalkhafte Kindergesichter anhäuft. „Childrenscape“ aus dem Jahr 2014 ist für stolze 110.000 Euro zu haben.

Der Berliner Michael Schultz hat einen Zwitter aus Pferd und Frau als Blickfang in seiner Koje positioniert. Den „Zentaur“, ein großformatiges Acryllackgemälde von Cornelia Schleime aus den Jahren 2017/18, hat er mit 49.000 Euro ausgezeichnet. Daneben wird es spielerisch-melancholisch: „Die Schnittmenge meiner Gefühle“, ein überraschend abstraktes Acrylgemälde von SEO aus drei sich überlagernden Farbkreisen auf tiefgrünem Grund, veranschlagt Schultz mit 59.000 Euro. Die Galerie Thaddaeus Ropac hat sich heuer dem Medium der Collage gewidmet. Unter den Werken stechen besonders die Arbeiten von Pop Art-Künstlern hervor. „Reflex“ von Robert Rauschenberg hängt für netto 170.000 US-Dollar bereit, Andy Warhols Porträt von Jean Cocteau für 65.000 Euro. Rosemarie Schwarzwälder von der Wienerin Galerie nächst St. Stephan hat ein eindrucksvolles großformatiges Gemälde von Katharina Grosse auf die Viennacontemporary verfrachtet. Das verschwommene, unbetitelte Acrylbild von 2003 aus roten und grünen Farbschlieren bietet sie für stolze 305.000 Euro an. Ein Highlight aus der Nachkriegszeit will noch bei Suppan Fine Arts bewundert werden: Victor Vasarelys verwirrende Konstruktion „Hommage a l’Hexagon“ um 1968 kann der Liebhaber der Op-Art für 115.000 Euro mitnehmen.

Begleitet wird die Messe abermals von vielen Veranstaltungen und speziellen Bereichen, unter denen die „Zone 1“ österreichische oder in Österreich aktive Künstler unter 40 Jahre vereint. Auch hier ist die mediale Brandbreite mit Malerei, Fotografie, Zeichnung, Skulptur oder performativ-installativen Inszenierungen versammelt. So wartet die Galerie Crone in „Zone 1“ mit Stefan Reiterer auf, der unter Analyse digitaler wie analoger Bildsprachen Satellitenaufnahmen von Google Earth in großformatige Malerei übersetzt und den Realitätsanspruch dabei kritisch hinterfragt. Reiterers sphärisch gebogene Wandtafeln mit unregelmäßigen Rändern bewegen sich je nach Größe zwischen 5.200 Euro und 14.000 Euro.

Die Viennacontemporary hat am 26. September von 16 bis 20 Uhr, am 27. September von 12 bis 19 Uhr, am 28. September von 11 bis 19 Uhr und am 29. September von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 19 Euro, ermäßigt 12,50 Euro, für das Dreitagesticket 35 Euro, respektive 30 Euro.

Marx Halle
Karl-Farkas-Gasse 19
A-1030 Wien

www.viennacontemporary.at



26.09.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Yigal Ozeri, Untitled (A New York Story), 2019
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 Warhol, Jean Cocteau, 1983
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Robert Rauschenberg, Untitled, 1980
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 Viennacontemporary 2019
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Cornelia Schleime, Zentaur, 2017/18
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Valentin Ruhry, Hello Vienna, 2019

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Keti Kapanadze, Betwixt 2, 2018

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Stefan Reiterer, Template II – Template III, 2019

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Victor Vasarely, Hommage a l’Hexagon, um 1968

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auf der Viennacontemporary 2019

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Bruno Gironcoli, Baby auf Edelweiß, 2007

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Andy Warhol, Jean Cocteau, 1983

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Johanna Chromik leitet die Viennacontemporary

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Dan Graham, Round and Around, 2019

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Markus Huemer, Dieses Gemälde ist seinem Besitzer gewidmet, 2019

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Yigal Ozeri, Untitled (A New York Story), 2019

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Robert Rauschenberg, Untitled, 1980

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Cornelia Schleime, Zentaur, 2017/18

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