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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Grafik, Künstlerbücher und Multiples von der Moderne bis zur Gegenwart in Hülle und Fülle bei Venator & Hanstein in Köln

Am falschen Ort



Max Beckmann, Ulrikusstraße in Hamburg, 1912

Max Beckmann, Ulrikusstraße in Hamburg, 1912

Schwelgen in einem Meer aus Grafiken, Multiples und Künstlerbüchern sowie kleinen Gemälden und skulpturalen Arbeiten des 20. Jahrhunderts – diesen Genuss versprechen Venator & Hanstein am zweiten Tag ihrer Herbstauktion. Nach Büchern und grafischen Arbeiten der alten Zeit listet der alphabetisch geordnete Katalog dann rund 700 Positionen aus der facettenreichen Kunstentwicklung seit 1900. Da findet sich Klassisches wie Max Beckmanns freizügige Prostitutionsszene auf der Lithografie „Ulrikusstraße in Hamburg“ von 1912 für 30.000 Euro und sein Selbstbildnis als „Ausrufer“ aus der Mappe „Der Jahrmarkt“ von 1921 für 4.000 Euro oder Lyonel Feiningers frühe karikaturhafte Radierungen „Die Arbeiter“ und „Die Eisenbahner“ um 1910/11 für 20.000 Euro und 15.000 Euro. Den Bogen spannen dann etwa Bernard Aubertin mit seinen beiden Verbrennungen „Dessin de feu circulaire gris“ und „Revues d’art brûlées – Art Deutschland“ von 2005 für jeweils 2.500 Euro, Carsten Höller mit seiner 2010 erstellten Photogravüre eines Rentiers, das für 1.000 Euro neugierig einen Fliegenpilz beschnuppert, oder Julie Mehretu mit ihrer explosiven Farblithografie „Pulse“ von 2013 für 1.200 Euro bis in die Gegenwart.


Zu den Höhepunkten bei der Klassischen Moderne gehören am 28. September im Kölner Auktionshaus etwa noch Ernst Ludwig Kirchners expressiver schwarz-weißer Holzschnitt „Fehmarnsund“ von 1912 im frühen Zustand vor der Verkleinerung des Holzstocks (Taxe 15.000 EUR), Karl Schmidt-Rottluffs ebenfalls kantiger Farbholzschnitt „Dünen und Mole“ in Azurblau und Schwarz von 1917 (Taxe 10.000 EUR) oder einige Aquarelle, Zeichnungen und Drucke Christian Rohlfs’ mit Landschaften, Blumen und Figürlichem zwischen 600 Euro und 3.000 Euro. Emil Nolde tritt mit drei frühen Radeirungen samt Tonätzungen in Braun, Graugrün und Blaugrau an: einer sitzenden Dame im „Profil“ von 1905 (Taxe 900 EUR), dem „Petri- und Patrocli-Turm in Soest“ von 1906 (Taxe 1.800 EUR) und dem gleichaltrigen stimmungsvollen „Alpensee“ für 3.000 Euro.

Für eine Neue Welt

Wer lieber das Ausgefallene mag, sollte etwa zu Gottfried Brockmann greifen. Mit seinen geometrischen Menschengestalten wie auf den Aquarellen und Zeichnungen „Bidetchenrevue“, „Atelierbesuch“ und „Bauarbeiterpaar“ wollte er in den 1920/30er Jahren auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen (Taxe zwischen 1.000 und 1.500 EUR). An einem neuen Menschenbild arbeitete auch die Gruppe „Kölner Progessive“ mit, zu der etwa Augustin Tschinkel gehörte. Auch er löscht das Individuelle des Menschen auf seinen drei Linolschnitten von 1927/28 zugunsten einer geometrischen flachen Allgemeinverständlichkeit aus (Taxe zwischen 400 und 600 EUR). Franz Maria Jansen stellt sich uns dann auf seiner Bleistiftzeichnung von 1910 als ernster, etwas ausgemergelter Künstler in Frontalansicht vor, Heinrich Nauen auf einer Lithografie des Jahres 1919 als fragender Maler (Taxe je 500 EUR) und Franz Nölken den Komponisten Max Reger auf einer Radierung von 1916 als gemütliche Gestalt mit zerknautschtem Gesicht (Taxe 400 EUR).

In starker Untersicht hat der Brite John Copleys einen Arbeiter radiert, der sich in heftigem Schwung eben die Jacke auszieht (Taxe 400 EUR). Auch kein so geläufiger Name ist Issachar Ber Ryback. Der russische Jude, der sich 1921 in Berlin und dann 1926 in Paris niederließ, stellt drei Rötelzeichnungen mit holländischen Motiven für 2.400 Euro zur Verfügung. Der Deutschschweizer Otto Nebel stimmte 1942 in Tusche und Aquarell ein „Klagelied“ mit surreal amorphen Formen auf grauem Grund an (Taxe 3.000 EUR). Aus Ungarn ist Béla Kádár mit den träumerischen Aquarellen „Pferde und Menschen“ für 4.000 Euro sowie „Mädchenportrait“ für 3.000 Euro angereist. Aus Frankreich stößt Marc Chagall mit zwei Gelegenheitszeichnungen hinzu: Dem Maler samt Eselsbild auf der Staffelei in dem Buch „Ma Vie“ von 1931 und der Widmung an den Kunsthistoriker Albert Dreyfus sowie dem Hermann Scherrer dedizierten Einzelblatt „Devant le chevalet“ von 1956 (Taxe je 8.000 EUR).

Der Katalog führt ganze Konvolute von Künstlern, etwa von Salvador Dalí, der mit 16 Positionen aus seinem surrealistischen grafischen Œuvre zwischen 400 Euro und 2.000 Euro vertreten ist, oder auch von Peter Herkenrath. Seine Malerei hat sich vom Figürlichem wie der radfahrenden Nonne von 1948 (Taxe 1.500 EUR) zum Ungegenständlichen wie dem „Fächerbild II“ gewandelt, das auf der Documenta II 1959 zu sehen war (Taxe 800 EUR). Mit 22 Losnummern trägt Günther Uecker die meisten Werke zur Versteigerung bei, darunter etliche seiner Nagelprägedrucke, aber auch seine Holzschnittfolge „5 Bäume“ von 1986 (Taxe 3.000 EUR) oder zwei bunte Aquarelle aus der Gruppe „Wüstenblühen“ von 1987 (Taxe je 2.700 EUR). Während sich Joseph Beuys mit seinen zehn bis zu 800 Euro bewerteten Arbeiten um den gesellschaftlichen Kontext kümmert, lässt Georg Baselitz in seinen sieben Kaltnadelradierungen „Eine Woche“ von 1970/72 die Landschaftskunst wieder aufleben, stellt die kleinen Hütten aber immer auf den Kopf (Taxe 8.000 EUR). Auch Gerhard Richter beschäftigt sich in seinen „Schweizer Alpen“ mit dieser klassischen Gattung, überführt sie aber unter kunstimmanenten Gesichtspunkten in die Abstraktion. Drei Versionen aus der Siebdruckreihe liegen für marktgerechte 6.000 Euro beziehungsweise 9.000 Euro vor. An eine Landschaft erinnert ebenfalls Bernard Schultzes buntes Aquarell „Gorge du Loup“ von 1990 (Taxe 1.800 EUR).

Farborganisationen

Allein auf die Kraft der Farbe und ihre Anordnung setzen Johannes Geccelli in seinen sechs Arbeiten, darunter dem streng rhythmisierten „Lichttief“ von 1979 in Violett-Braun (Taxe 2.500 EUR), und Pierre Haubensak in seinen fünf mit Tusche umrandeten Aquarellflächen in gleichem Kolorit (Taxe 4.000 EUR). Daniel Pflumm verteilte 2000 die Farben in seiner Lightbox auf einen unteren Grau-Weiß-Bereich, auf dem ein größerer Gelb-Rot-Bereich lastet (Taxe 2.000 EUR). In Ellsworth Kellys Serigrafie „Red-Orange over Black“ von 1970 treffen das schwarze Quadrat und der rote Balken hart aufeinander (Taxe 3.000 EUR). Bei Kurt Kocherscheidts schwarz-weißer Farbverzahnung „Krokoschulter“ von 1986 gewinnt das Kolorit durch den unregelmäßigen Auftrag hingegen an Schattierungen und Lebendigkeit (Taxe 7.000 EUR).

Robert Hammerstiel lässt auf seiner starkfarbigen Leinwand „Mutter mit Kindern“ wenigstens die Silhouetten der Dargestellten zu (Taxe 2.500 EUR). Bei Karel Novosad gerinnt die Farbe dann zur Linie, die er nach den mathematischen Prinzipien der Konkreten Kunst verwirrend in Dreiecksformen auf eine dunkelgraue quadratische Leinwand bannte (Taxe 1.200 EUR). Das Triptychon aus drei überlebensgroßen Hochrechtecken, in denen der Farbfeldmaler Frank Badur 1978 mit schwarzen und schwarzgrauen vertikalen Bahnen experimentiert hat, soll 4.000 Euro einbringen. Auf einen schmalen horizontalen Strich in tiefem Blau hat Clinton Storm 1995 sein künstlerisches Tun bei einer weißen Gouache mit ausgespartem weißem Rechteck reduziert (Taxe 400 EUR).

Markante Wortspiele

Poetisch und humorvoll geht es dann bei André Thomkins zu, der 1975 zweimal drei Blütenblätter auf hellbraunem Papier samt Pflanzensamen zur „Sprechblase – Selbesprach“ angeordnet hat (Taxe 2.000 EUR). In die unzugängliche und verworrene Gedankenwelt Gerhard Altenbourgs entführt sein Tuscheaquarell „Im Dickicht Halleluja“ von 1968 mit zwei kommunizierenden Naturmenschen. Paul Thek hat 1969 in drei Bleistiftzeichnungen seine Künstlerfreunde Edwin Klein, Franz Deckwitz und Toni Brunink charmant verewigt (Taxe je 3.000 EUR). Explizit erotisch wird es dann bei den beiden 1971 von Dorothy Iannone im naiven Duktus gezeichneten Tagebuchblättern „Ich und manchmal Du bei mir am Rhein in Düsseldorf“ und „Wir in Braunschweig im Hotel Lessing-Hof“ (Taxe je 1.500 EUR).

Jochen Gerz hat die Worte „The joyfull tits of mimesis“ in seinem Holzkastenobjekt von 1975 hinter einer weißen Acrylscheibe verborgen und lässt die Betrachtung nur durch drei kleine runde Öffnungen zu (Taxe 2.500 EUR). Mit Sprache arbeiten zudem Haim Steinbach und Katharina Sieverding. Während Steinbach seine Kollegen im Jahr 2000 auf einer orangefarbenen Serigrafie zu „Artists do not compromise“ aufforderte (Taxe 800 EUR), wähnte sich Sieverding 2017 auf ihrem Farboffset „Am falschen Ort“ (Taxe 400 EUR). Kunst und Text gehen in den Künstlerbüchern und -mappen eine enge Verbindung ein. Einen Glanzpunkt setzt am Ende der Auktion etwa noch HAP Grieshabers „Totentanz von Basel“ von 1966 mit den 40 Farbholzschnitten der Vorzugsausgabe und den 41 Textblättern des Typografen Albert Kapr (Taxe 9.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. September um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte findet bis zum 26. September täglich von 10 bis 17:30 Uhr statt. Der Online-Katalog ist unter www.venator-hanstein.de abrufbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



25.09.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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28.09.2019, Moderne & zeitgenössische Graphik · Moderne Bücher

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Moderne Kunst

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Issachar Ber Ryback, Ohne Titel (Holländische Szenen)

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Taxe: 2.400,- EURO

Losnummer: 1512

Katharina Sieverding, Am falschen Ort, 2017

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Taxe: 400,- EURO

Losnummer: 1535

Ellsworth Kelly, Red-Orange over Black, 1970

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Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 1306

Karel Novosad, Ohne Titel

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Taxe: 1.200,- EURO

Losnummer: 1428

Haim Steinbach, Artists do not compromise, 2000

Haim Steinbach, Artists do not compromise, 2000

Taxe: 800,- EURO

Losnummer: 1542

Robert Hammerstiel, Mutter mit Kindern, 1996

Robert Hammerstiel, Mutter mit Kindern, 1996

Taxe: 2.500,- EURO

Losnummer: 1214

John Copley, Arbeiterbildnis

John Copley, Arbeiterbildnis

Taxe: 400,- EURO

Losnummer: 1102

Gottfried Brockmann, Atelierbesuch

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Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 1071

Johannes Geccelli, Lichttief, 1979

Johannes Geccelli, Lichttief, 1979

Taxe: 2.500,- EURO

Losnummer: 1185

Otto Nebel, Klagelied, 1942

Otto Nebel, Klagelied, 1942

Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 1427

Béla Kádár, Pferde und Menschen

Béla Kádár, Pferde und Menschen

Taxe: 4.000,- EURO

Losnummer: 1295

Carsten Höller, Ohne Titel (Rentier), 2010

Carsten Höller, Ohne Titel (Rentier), 2010

Taxe: 1.000,- EURO

Losnummer: 1241

Ernst Ludwig Kirchner, Fehmarnsund, 1912

Ernst Ludwig Kirchner, Fehmarnsund, 1912

Taxe: 15.000,- EURO

Losnummer: 1309




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