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Am 26.10.2019 Kunstauktion 99 bei Winterberg|Kunst in Heidelberg

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spring swing, 2012 / Heinz Mack

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein hat ein gewohnt umfangreiches Programm mit Büchern, Autografen und alter Druckgrafik aufgelegt. Eine Neuerung gibt es jedoch

Wiederbelebung eines verlorenen Gemäldes



Missale Coloniense, Köln oder Umkreis, 1420

Missale Coloniense, Köln oder Umkreis, 1420

Mittelalterliche Bücher faszinieren bis heute mit ihren farbprächtigen Malereien. Ganz so aufwendig ist das rund 600 Jahre alte „Missale Coloniense“ nicht ausgestattet. Doch die lateinische Handschrift auf Pergament mit Ordinariums- und Propriumsteilen zum Kirchenjahr wartet auf den 319 Blättern mit schön gestalteten Lombarden, den großen Schmuck- und Gliederungsbuchstaben, in Rot und Blau samt Blattrankenmotiven oder Drachen-Drolerien, Gesängen in Hufnagelnotation oder dem Kanonbild vor dem Hochgebet mit einer gotischen Kreuzigung samt Maria und Johannes auf rotem quadriertem Grund auf. Das Messbuch befand sich offenbar bis 1940 im Bestand der Pfarrkirche St. Severinus in Erpel südlich von Köln. Die Zugehörigkeit bestätigt die auf das Jahr 1420 datierte Dedikationsnotiz. Als Entstehungsort gehen die Experten bei Venator & Hanstein weniger von Köln, als vielmehr von einem Kloster im mittel- und niederrheinischen Raum aus und ziehen Schreiber aus der Windesheimer Kongregation der Augustiner-Chorherren in Betracht. Mit einer Schätzung von 20.000 Euro gehört das Missale zu den Höhepunkten der kommenden Auktion.


Ein gut bestücktes Standardprogramm mit rund 550 Positionen ist Gegenstand der Versteigerung mit Büchern, alter Grafik und Handschriften vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Doch wundert sich der treue Kunde von Venator & Hanstein über die Dünne des Katalogs. Denn das Kölner Auktionshaus hat in die gedruckte Publikation erstmals nur die 94 wertvollsten Objekte aus den verschiedenen Bereichen aufgenommen, die auch separat am Abend zum Aufruf kommen. Alles, was bis zu 1.000 Euro bewertet ist, gibt es ausführlich nur im Onlinekatalog. Die Verlagerung ins Internet fokussiert auf die teuren Kunstwerke und ist der gängigen Entwicklung in vielen Auktionshäusern geschuldet. So folgt auf das Missale unmittelbar die „Relation der In Anno 1716 von denen Türcken vorgenommenen Belagerung der Festung Corfu“. In das 44 Blatt umfassende deutsche Manuskript von etwa 1719 mit einem Augenzeugenbericht über die siegreiche Verteidigung der Insel Korfu gegen die osmanischen Streitkräfte durch die venezianische Armee unter Befehl des Feldmarschalls Matthias Johann Graf von der Schulenburg sowie über die Bewegungen und Seeschlachten der venezianischen gegen die osmanische Flotte im östlichen Mittelmeer in den beiden folgenden Jahren sind Darstellungen der Auseinandersetzungen und eine lavierte Federzeichnung Schulenburgs eingebunden (Taxe 6.000 EUR).

In den fernen Osten geht es mit Jean-Baptiste Du Haldes ausführlicher und detailreicher „Description geographique, historique, chronologique, politique, et physique de l’Empire de la Chine et de la Tartarie chinoise...“. Die vier Bände des Jesuiten mit Titelvignetten, doppelseitigen Kupferkarten und Stadtplänen erschienen 1735 in Paris (Taxe 10.000 EUR). Passend dazu gibt es den „Novus Atlas Sinensis“ von Joan Blaeu, den er 1656 mit 17 kolorierten Kupferkarten nach dem reichen Material des Jesuiten Martino Martini, des Vaters der chinesischen geografischen Wissenschaft, druckte. Die deutsche Ausgabe des ersten China-Atlasses in Europa soll 12.000 Euro einspielen. Den naturwissenschaftlichen Sektor vertritt etwa Thomas Moores Publikation „The Ferns of Great Britain and Ireland“ mit 240 farbigen Abbildungen in Naturselbstdruck auf 51 Tafeln (Taxe 4.500 EUR), die Belletristik die „Kinder- und Haus-Märchen“ von Jacob und Wilhelm Grimm in der „Zweiten vermehrten und verbesserten Auflage“ von 1819/22, zu der ihr jüngerer Bruder Ludwig Emil Grimm zwei Frontispiz- und zwei Titelblattradierungen beisteuerte (Taxe 7.500 EUR). Musikalisch wird es mit Hieronymus Praetorius’ „Opus musicum“. Die Frankfurter Nachdruckausgabe mit den Motetten, Mess- und Magnifikatvertonungen des 1629 verstorbenen Hamburger Organisten an St. Jacobi wurde 1623/24 verlegt und soll 4.500 Euro erwirtschaften.

Albrecht Dürer führt die Druckgrafik der Alten Meister an. Seinen um 1498 entstandenen „Apokalyptischen Reitern“ bescheinigt die kunsthistorische Wissenschaft eine „bezwingende Dramatik“. Der kontrastreiche Holzschnitt als Einzeldruck vor dem Text ist mit 22.000 Euro angesetzt. Deutlich günstiger rangiert mit 1.500 Euro ein weiteres Blatt aus der „Apokalypse“: „Johannes, das Buch verschlingend“ liegt in der lateinischen Textausgabe von 1511 vor. In dem Kupferstich „Sol Iustitiae“ thematisiert Dürer um 1499 Christus als Sonnengott und Weltenrichter und verknüpft darin christliche mit antik heidnischen Vorstellungen (Taxe 3.000 EUR). Die in der Renaissance beliebte Sage von „Pyramus und Thisbe“ setzte Albrecht Altdorfer gerade einmal etwas mehr als briefmarkengroß um (Taxe 1.200 EUR). Staatstragender ist dann schon „Wilhelm V., genannt Wilhelm der Reiche, Herzog von Jülich-Kleve-Berg und Graf von Mark und Ravensberg“. Portraitiert hat ihn 1540 Heinrich Aldegrever als ernst blickenden Landesherrn. Die Dublette aus dem British Museum verlangt 5.000 Euro.

Keinem irdischen Herrscher hat Hans Lange 1558 in seinem Kupferstich „Der Heiland mit der Weltkugel“ ein Denkmal gesetzt (Taxe 1.200 EUR). Im religiösen Bereich bleibt es mit Jacob Cornelisz van Oostsanens fein ausgearbeitetem Holzschnitt der Simultanszene Jesus von Pilatus und der darauffolgenden Geißelung von 1513, mit Matthäus Zasingers „Martyrium der heiligen Katharina“, seinem größten und wohl auch beliebtesten Kupferstich, oder mit der „Auferstehung Christi“. In diesem fast ein Meter hohen Prachtholzschnitt von sechs Platten hat der bislang nicht ermittelte Monogrammist R ein um 1540 gedrucktes Blatt Heinrich Vogtherrs d.J. kopiert (Taxe je 1.500 EUR). Bei Rembrandt geht es wieder weltlich zu, wenn er um 1629 das Profil eines älteren einfachen Mannes mit hoher Mütze auf Briefmarkengröße niederlegt (Taxe 2.000 EUR) oder den „Alten Mann mit gespaltener Pelzmütze“ portraitiert. Spannend bei diesem Kupferstich von 1640 ist die spätere, wohl im 18. Jahrhundert erfolgte Überarbeitung in Mezzotinto, die dem sonst strichbetonten Druck eine malerische Note mit dichten Zwischentönen verleiht (Taxe 2.400 EUR).

Wiederum mit sechs Platten hat Giovanni Battista Piranesi die Radierung „Pianta delle Fabriche esistenti nella Villa Adriana“ auf über drei Metern ausgebreitet. Der prachtvolle Plan der Hadriansvilla in Tivoli mit ausführlicher Legende erschien 1781 in Rom und ist nun mit 3.000 Euro veranschlagt. Aus dem Symbolismus führt der Katalog Max Klingers sich spiegelndes Doppelportrait eines nackten Mannes unter dem Titel „Philosoph“ von 1910 und Walter Cranes Querformat „The Chariots of the Hours“. Den Wettlauf der Stunden, den Adolf Gustav Döring 1887 für den Berliner Verleger Fritz Gurlitt umgesetzt hat, versinnbildlicht ein dramatisches kosmisches Wagenrennen. Der Zustandsdruck mit dem kleinen runden Portrait des viktorianischen Malers unterhalb der Darstellung gibt das heute verschollene Gemälde Cranes wieder und besitzt neben dem künstlerischen daher auch einen historisch-dokumentarischen Wert (Taxe 1.500 EUR). Eher entspannt schildert Pierre-Auguste Renoir um 1898 in seiner Farblithografie „Le Chapeau épinglé. 2e planche“, wie Berthe Morisots Tochter Julie ihrer Cousine liebevoll Blumen auf dem Hut feststeckt (Taxe 18.000 EUR). Henri de Toulouse-Lautrec hat bei seiner 1893 in Schwarz und Graubraun gedruckten Lithografie „Bartet et Mounet-Sully dans Antigone“ die beiden Schauspieler karikaturhaft überzeichnet.

Die Auktion beginnt am 27. September um 11 Uhr. Die Besichtigung der Objekte findet bis zum 26. September täglich von 10 bis 17:30 Uhr statt. Der Online-Katalog ist unter www.venator-hanstein.de abrufbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



23.09.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


27.09.2019, Bücher, Graphik, Autographen

Bei:


Venator & Hanstein

Kunstsparte:


Atlasse und Landkarten

Kunstsparte:


Bücher

Kunstsparte:


Handschriften

Kunstsparte:


Grafik

Stilrichtung:


Renaissance

Stilrichtung:


Gotik

Stilrichtung:


Barock







Heinrich Vogtherr d.J., Monogrammist R, Die Auferstehung Christi

Heinrich Vogtherr d.J., Monogrammist R, Die Auferstehung Christi

Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 74

Matthäus Zasinger, Das Martyrium der heiligen Katharina

Matthäus Zasinger, Das Martyrium der heiligen Katharina

Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 73

Relation der In Anno 1716 von denen Türcken vorgenommenen Belagerung der Festung Corfu, um 1719

Relation der In Anno 1716 von denen Türcken vorgenommenen Belagerung der Festung Corfu, um 1719

Taxe: 6.000,- EURO

Losnummer: 36

Giovanni Battista Piranesi, Pianta delle Fabriche esistenti nella Villa Adriana, 1781

Giovanni Battista Piranesi, Pianta delle Fabriche esistenti nella Villa Adriana, 1781

Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 88

Pierre-Auguste Renoir, Le Chapeau épinglé. 2e planche, um 1898

Pierre-Auguste Renoir, Le Chapeau épinglé. 2e planche, um 1898

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 93

Jacob Cornelisz van Oostsanen, Christus im Prätorium geschlagen, 1513

Jacob Cornelisz van Oostsanen, Christus im Prätorium geschlagen, 1513

Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 75

Walter Crane, The Chariots of the Hours, 1887

Walter Crane, The Chariots of the Hours, 1887

Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 90

Thomas Moore, The Ferns of Great Britain and Ireland, London 1857

Thomas Moore, The Ferns of Great Britain and Ireland, London 1857

Taxe: 4.500,- EURO

Losnummer: 21

Rembrandt, Profilkopf eines Mannes mit hoher Mütze, um 1629

Rembrandt, Profilkopf eines Mannes mit hoher Mütze, um 1629

Taxe: 2.000,- EURO

Losnummer: 77

Hans Lange, Der Heiland mit der Weltkugel, 1558

Hans Lange, Der Heiland mit der Weltkugel, 1558

Taxe: 1.200,- EURO

Losnummer: 71

Heinrich Aldegrever, Wilhelm V., genannt Wilhelm der Reiche, Herzog von Jülich-Kleve-Berg und Graf von Mark und Ravensberg, 1540

Heinrich Aldegrever, Wilhelm V., genannt Wilhelm der Reiche, Herzog von Jülich-Kleve-Berg und Graf von Mark und Ravensberg, 1540

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 57

Hieronymus Praetorius, Opus musicum, Frankfurt 1623/24

Hieronymus Praetorius, Opus musicum, Frankfurt 1623/24

Taxe: 4.500,- EURO

Losnummer: 31




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