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„Preis der Stiftung für Buchkunst“ geht nach Leipzig

Felix Holler, Jaroslaw Kubiak und Daniel Wittner: Name Waffe Stern. Das Emblem der Roten Armee Fraktion

Felix Holler, Jaroslaw Kubiak und Daniel Wittner, drei Absolventen der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), haben den mit 10.000 Euro dotierten „Preis der Stiftung Buchkunst“ 2019 gewonnen. Ihr Siegerbuch „Name Waffe Stern. Das Emblem der Roten Armee Fraktion“ erschien im Institut für Buchkunst der HGB Leipzig und entstand aus der 2017 vorgelegten Diplomarbeit des Gestaltertrios.

Der Wettbewerb, den die Frankfurter Stiftung Buchkunst seit über 60 Jahren ausrichtet, zielt darauf ab, besonders innovative Konzepte in der Gestaltung von Büchern zu fördern. In ihrer Arbeit versuchen Holler, Kubiak und Wittner das Emblem der Roten Armee Fraktion, bestehend aus den Buchstaben RAF, der Maschinenpistole MP 5 und dem Sowjetstern, zu dekonstruieren, indem sie eine Collage aus Bild- und Textzitaten kreieren. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig, äußerte sich in ihrer Laudatio anlässlich der Preisverleihung am vergangenen Freitag lobend: „Das ausgezeichnete Buch zeigt, wie aus Buchstaben und Bildern Waffen werden. Eine zeichentheoretische Entzauberung, hoch willkommen in Zeiten, da zum RAF-Komplex scheinbar alles gesagt ist und das Logo der Terrorgruppe als ahistorische Ikone längst in die Pop-Kultur Einzug gehalten hat.“

Der „Förderpreis für junge Buchgestaltung“ in Höhe von je 2.000 Euro wurde letzten Freitag dreimal vergeben. Tobias Klett und Lea Kolling, ebenfalls Absolventen der HGB, erhielten für ihr Buch „Weltall Erde Mensch #23“ die Auszeichnung. Der Titel ihrer Arbeit lehnt sich an die Publikation „Weltall Erde Mensch“ an, die von 1954 bis 1974 anlässlich der Jugendweihe in der DDR erschien. Inhaltlich beschäftigte sich das reich bebilderte Werk inklusive ergänzender Textbeiträge mit essentiellen Fragen der Menschheit nach dem Woher und Wohin. Klett und Kolling setzen sich vor diesem Hintergrund in ihrer Diplomarbeit aus dem Jahr 2019 mit ostdeutscher Alltagskultur, dem Medium der Enzyklopädie, Fragen der Geschichtsschreibung, Hoffnungen und Enttäuschungen auseinander.

Mit „Questions? Looking for answers in the middle of somewhere“ qualifizierten sich zudem David Bennewith und Sereina Rothenberger, Alumni der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Ihr in Schwarz auf Gelb beziehungsweise Schwarz auf Rosa gedruckte Mixtur aus Foto-, Grafik-, Illustrations- und Strukturfragmenten überzeugte die Jury als typografisches Experiment. Auch Alain Bieber, Florian Waldvogel und Margarete Jäger konnten sich mit ihrem Katalog „Im Zweifel für den Zweifel. Die große Weltverschwörung“ für die gleichnamige Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf durchsetzen. Mühsam müsse man sich den blindgeprägten Text auf Vorder- und Rückseite ihrer an ein Gebetbuch erinnernden Publikation ertasten und wie einen Geheimcode entziffern, so die Jury. Sowohl der Abbildungsteil mit durch Rasterung und Vergrößerung verfremdeten Illustrationen, als auch der Textteil befassen sich mit der Gefahr von Verschwörungstheorien.

In der Rubrik „Die schönsten Bücher aus aller Welt“ konnten sich Jerzy Gawronski, Peter Kranendonk und Willem van Zoetendaal für die Niederlande aus über 600 Einsendungen aus 34 Ländern mit dem Buch „Amsterdam Stuff“ durchsetzen und erhielten mit der „Goldenen Letter“ die höchste Auszeichnung. Darüber hinaus wurden 13 weitere Bücher aus Österreich, China, Polen, Tschechien, Deutschland, Schweden, Japan, der Ukraine und Russland prämiert.

Quelle: Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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