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Francisco Toledo ist tot

Francisco Toledo gestorben

Der mexikanische Künstler Francisco Toledo ist gestern im Alter von 79 Jahren in Oaxaca de Juárez verstorben. Dies teilte seine Tochter der Öffentlichkeit mit. Medienberichten zufolge hatte er bereits seit mehreren Monaten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Der aus dem Bundesstaat Oaxaca im Süden des Landes stammende Toledo galt als Mexikos bedeutendster zeitgenössischer Maler und Bildhauer. Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador würdigte ihn als „großen Maler sowie herausragenden Kulturförderer“ und betonte dessen Engagement für Naturschutz und mexikanische Traditionen.

Francisco Toledo, geboren 1940, gehörte dem Volk der Zapoteken an und war ein Schüler des ebenfalls aus Oaxaca kommenden Malers Rufino Tamayo. Bereits mit 17 Jahren sandten ihn seine Eltern nach Mexiko-Stadt zum Studium am Instituto Nacional de Bellas Artes; mit 19 hatte er seine erste Einzelausstellung in Mexiko und Texas. Seine Werke sind meist von Tierbildern und mythologischen Figuren geprägt. „Sein Œuvre kennt keine Grenzen“, sagte Galerist William Sheehy aus Santa Monica, der sich über 40 Jahre lang Toledos Arbeit vertrat. Über 9.000 Werke hat der Maler, Bildhauer und Grafiker geschaffen. Zahlreich sind auch seine Inspirationsquellen, von Francisco de Goya über Paul Klee bis zur zapotekischen Stammeskunst war Toledo in viele Richtungen offen. Er setzte sich künstlerisch auch mit der Gewalt in dem lateinamerikanischen Land auseinander, etwa 2015 in einer „Duelo“, zu Deutsch „Trauer“, betitelten Ausstellung in Mexiko-Stadt. 2014 ließ er 43 Drachen steigen, die er mit den Gesichtern von vermissten Studenten bemalt hatte. Die Polizei hatte die jungen Leute der Mitarbeit in einem Drogenkartell verdächtigt und mit großer Wahrscheinlichkeit exekutiert.

Trotz zahlreicher Auslandsaufenthalte, die ihn beispielsweise nach Paris und New York führten, blieb Francisco Toledo seiner Heimat stets eng verbunden. Mehr noch als in seinen eigenen Arbeiten wird dies in seinem anhaltenden Bemühen um die Förderung und Bewahrung von Kunst und Kultur in Mexiko deutlich. 1988 gründete er das Institut für Grafische Kunst, das er vor wenigen Jahren der Stadt Oaxaca de Juárez überließ. Es beherbergt mehr als 100.000 Kunstobjekte; zu der Schenkung gehörten auch zwei Häuser und eine Bibliothek mit Bildern, Videos und Tonbandaufnahmen. Jahrelang war Toledo die treibende Kraft hinter der Kulturinitiative Pro-OAX des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca, er etablierte einen Verlag oder unterstützte die Gründung zahlreicher Museen. 1998 erhielt er den Mexikanischen Nationalpreis, 2005 wurde er für sein soziales und kulturelles Engagement mit dem schwedischen Right Livlihood Award geehrt.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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