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Josef Rings und Erich Mendelsohn in Solingen

Erich Mendelsohn, Einsteinturm in Potsdam, 1920-1922

Das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen leistet zum Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 einen Beitrag mit der Ausstellung über die beiden Architekten Josef Rings und Erich Mendelsohn. Beide gehörten der von Walter Gropius gegründeten Schule in Weimar bzw. Dessau zwar nicht an, erreichten den Höhepunkt ihres beruflichen Erfolges aber parallel zum Bauhaus und vertraten ähnliche Ideen wie dieses. Rings, der seine architektonische Ausbildung zunächst an der Baugewerkschule in Buxtehude und von 1903 bis 1906 als Gasthörer an der Technischen Hochschule Darmstadt erhielt, betrieb seit 1919 in Essen ein eigenes Büro. Als selbständiger Architekt zeichnete er unter anderem für die Essener Stadtwaldsiedlung und die Siedlung Spinnstuhl in Gelsenkirchen verantwortlich. 1934 emigrierte das mit einer Jüdin verheiratete SPD-Mitglied nach Palästina und arbeitete dort bis 1948 als Stadtplaner der Siedlungsgesellschaft Rassco in Tel Aviv. Dann kehrte Rings nach Deutschland zurück und lehrte als Professor für Stadtplanung an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.

Der Name des 1887 geborenen Erich Mendelsohn verbindet sich vor allem mit dem berühmten Einsteinturm in Potsdam und dem Mossehaus in Berlin. Sein Architekturstudium in Berlin und München schloss er 1912 ab. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gründete er ein eigenes Architekturbüro in Berlin, das schnell zu einer der ersten Adressen avancierte und bis zu vierzig Mitarbeiter beschäftigte. 1933 musste der Jude Mendelsohn nach England emigrieren und verlor einen Großteil seines beträchtlichen Vermögens. Zwei Jahre später ließ er sich in Jerusalem nieder, 1941 ging er in die Vereinigten Staaten, wo er 1953 in San Francisco starb. Gemeinsam ist Rings und Mendelsohn also die erzwungene Emigration aus Nazi-Deutschland und ihre zeitweilige Tätigkeit in Palästina. Die Ausstellung stellt aber auch die Unterschiede im Denken und Schaffen der beiden Baumeister heraus: Orientierte sich der Sozialist Rings eher am Wohl der Arbeiterklasse, so bediente Mendelsohn vor allem die Bedürfnisse von Großkonzernen, öffentlichen Bauträgern und wohlhabendem Bürgertum. Die Schau ist Bestandteil des NRW-weiten Verbundprojekts „100 Jahre Bauhaus im Westen“.

Die Ausstellung „Josef Rings und Erich Mendelsohn. Neues Bauen in Deutschland und Erez Israel – 100 Jahre Bauhaus im Westen“ läuft bis zum 13. Oktober. Das Zentrum für verfolgte Künste ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Personen unter 18 Jahren kommen kostenlos in die Ausstellung. Es erscheint ein Katalog.

Zentrum für verfolgte Künste
im Kunstmuseum Solingen
Wuppertaler Straße 160
D-42653 Solingen

Telefon: +49 (0)212 – 25 81 40
Telefax: +49 (0)212 – 25 81 444

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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