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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die SØR Rusche Collection war das Zugpferd bei Van Ham. Doch auch die übrige Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert bot dem Kölner Auktionshaus Anlass zur Freude. Nur die Chinesen fielen reihenweise durch

Ein Stück rheinische Kunstgeschichte



Ernst Wilhelm Nay, Chorisch Grau, 1960

Ernst Wilhelm Nay, Chorisch Grau, 1960

Das Interesse an den 134 Losen der SØR Rusche Collection war bei Van Ham ungebremst. Alles ging weg und machte daraus „Die Auktion der Auktionsrekorde“, wie der Kölner Versteigerer titelte. Doch auch für das reguläre Angebot an Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart gab es genug Nachfrage, so dass Markus Eisenbeis einen Gesamtumsatz von 11,2 Millionen Euro mitteilten konnte. Er sei der beste für diese Sparte in der Geschichte des Hauses, sagte der Chef des Auktionshauses weiter. Eine weitere Sammlung trug dazu ich Scherflein bei. In einem eigenen Katalog hatte Van Ham die 63 Positionen des 2013 verstorbenen Kölner Galeristen Gerhard F. Reinz gelistet. Hier lag die losbezogene Zuschlagsquote wie für den gesamten Auktionstag bei rund 77 Prozent. Preislicher Höhepunkt war mit 300.000 Euro an der unteren Taxgrenze Ernst Wilhelm Nays wohl rhythmisiertes Scheibenbild „Chorisch Grau“ von 1960, gefolgt von George Rickeys kinetischer Skulptur „Four open rectangles diagonal jointed III“ von 1988, diesmal nun an der oberen Taxgrenze von 80.000 Euro.


Mit Hubert Berkes informeller Leinwand „Rote Passage“ von 1958/59, über die sich schwarze Flecken ziehen, erklomm die Sammlung Reinz bei 10.000 Euro noch einmal die Fünfstelligkeit (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Alles andere lag darunter, wie Dietrich Klinges scheinbar aus einem Holzblock gehauene, aber in Bronze gegossene Figur „Divad“ von 1997 mit 8.500 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) oder Joan Mirós freudige Aquatintaradierung „Berenar a les roques“ aus dem fünfteiligen Album „Salvat Papasseit“ von 1974 mit 8.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auch für Klassiker der Moderne interessierte sich Reinz und legte sich etwa George Grosz’ konsterniert blickenden Mann auf der Tuschezeichnung „Allein“ von 1918 zu, die sich leicht auf 7.500 Euro verbesserte (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Taxgerecht ging es etwa bei Fred Thielers gestischer Mischtechnik „SW III. 61“ in Blau, Weiß, Schwarz und Ocker von 1961 mit 6.500 Euro oder bei einer zurückhaltend bemalten Mädchen-Maske der Igbo aus Nigeria mit 4.300 Euro weiter.

Nachkriegskunst

Obwohl am 29. Mai die Favoriten in der Kunst nach 1945 – Günther Ueckers Nagelbilder „Wind“ von 1997 (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR) „Spirale“ von 2001 (Taxe 500.000 bis 700.000 EUR) – unverrichteter Dinge wieder ihren Heimweg antreten musste, verzeichnete dieser Abschnitt die meisten sechsstelligen Zuschläge und den Tageshöchstpreis. Er ging mit 340.000 Euro an eines der 110 unikaten rot-weiß-grünen Farbschlierenbilder aus der Serie „Fuji“, die Gerhard Richter 1996 für das Lenbachhaus in München anfertigte (Taxe 300.000 bis 500.000 EUR). Für hohe 200.000 Euro wechselte David Hockneys Gouache mit dem Stillleben „Purple, Pink and Yellow African Violets with Apple on Table, New York“ aus dem Jahr 2000 von einer deutschen Unternehmenssammlung in amerikanischen Privatbesitz (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Auch seine kräftige Farbkreidezeichnung „Study for a Closer Grand Canyon VII, Cheops Pyramid“ von 1998 erfreute sich mit 165.000 Euro großer Beliebtheit (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Erst mit 160.000 Euro gewann ein nordrhein-westfälischer Kunde bei Per Kirkebys zwei Meter hoher Natur- und Gesteinsstruktur „Neuzeit V“ von 2003 die Oberhand (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Hier hat sich nun auch Sigmar Polkes handkolorierte Offsetlithografie „Freundinnen II“ mit schwarzen Rasterpunkten sowie pinkfarbenen Büstenhaltern und Haaren von 1967 für 90.000 Euro angesiedelt (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR). Preisliche Schwergewichte bei der Nachkriegskunst waren dann noch Tony Craggs geschichtete Bronze „Eye to Eye“ von 2005 mit Gesichtsprofilen für 160.000 Euro (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR), Ernst Wilhelm Nays frühes, noch figuratives Ölgemälde „Fischerboote an der Hafenmole“ von 1930 für einträgliche 120.000 Euro (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR) oder Sean Scullys Rechteck-Anordnung „Small Union Yellow“ von 1997, die sich allerdings mit 120.000 Euro zufrieden geben musste (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR).

Um 5.000 Euro verbesserte sich Josef Albers zenteiliges Portfolio „Hommage to the Square: Edition Keller Ia-Ik“ von 1970 mit Quadratstaffelungen in verschiedenen Farbkonstellationen auf 85.000 Euro. Die beiden breiten schwarzen Balken, die Hans Hartung 1973 auf seiner Leinwand „T 1973-H45“ über den gelb-blauen Farbverlauf strich, schlossen mit 65.000 Euro ebenfalls gut ab (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Deutlicher war der Anstieg bei Mary Bauermeisters kleinteilig schwarzweiß gesprenkeltem Querformat von 1958 mit 45.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Ähnlich atomistisch war die Strichelung auf Karl Fred Dahmens Mischtechnik „Kontrapunktiert“ von 1956, die von 10.000 Euro auf 22.000 Euro kletterte. Während sich Sam Francis’ großer roter Farbklecks auf dem Hochformat „Dense and Now“ von 1989 angemessen bei 50.000 Euro platzierte, wollte dessen posthume Stahlskulptur, die wie ein eingefrorener gestischer Pinselstrich aufragt, bei 100.000 bis 150.000 Euro niemand haben.

Gefragt war dann wieder die amerikanische Pop Art, bei Roy Lichtenstein etwa der Siebdruck „I Love Liberty“ von 1982 mit einem Ausschnitt der Freiheitsstatue für 26.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), bei Andy Warhol etwa die Umrisszeichnung „Head“ nach Picasso von 1985 bei 43.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder die Grafikfolge „Flash – November 22, 1963“ bei 63.000 Euro, in der er das Attentat auf John F. Kennedy in elf Bildern verarbeitete (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Aus den USA traten noch Frank Stella mit seiner Assemblage aus ausrangierten Metallteilen von 1993 bei 43.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) oder John Chamberlain mit den bunten Monotypien „M-603“ und „M-604“ für 20.000 Euro hervor, die sich ebenso aus Lochgitterstrukturen speisen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Nicht so viel Glück hatten Gottfried Helnwein mit seinem 1995 monochrom blau gemalten Kopf von „Donald Duck“ oder Otto Piene mit seiner schwarzen angebrannten Gouache „Feuerblume Dezember“ von 1973 bei jeweils 60.000 Euro (Taxe je 70.000 bis 90.000 EUR). Gotthard Graubner kleines Kissenbild in Magenta- und Grüntönen gab leicht auf 48.000 Euro nach, während Imi Knoebels roh und etwas ungelenk im Sinne der Art Povera aus Holz und Eternitplatte zusammengenagelte Wandskulptur „O Anselmo“ von 1981 bei 90.000 Euro hofiert wurde (Taxe je 50.000 bis 70.000 EUR). Nicht unentdeckt bleiben zudem Mimmo Rotellas kaum noch als Plakatabriss wahrnehmbare Decollage „Bruciatura No. 1“ von 1954 bei 22.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Niki de Saint Phalles schwebende gold-bunte „Nana“ bei 24.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Contemporary

Neben der Sammlung SØR Rusche sah die reguläre Versteigerung mit Gegenwartskunst ein wenig blass aus. Der Funke wollte nicht so recht zünden, und nur die Hälfte der 100 Losnummern des Katalogs fand einen Abnehmer. Einige hochpreisige Positionen, wie Karin Kneffels verwirrend-verführerischer Blick in das Franz Marc Museum in Kochel am See von 2016 (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR) oder Ding Yis grüne Quadratstruktur „Appearance of Crosses“ von 2005 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), mussten an den Einlieferer zurück. So machte ein Kölner Sammler Jack Piersons Wortskulptur „Enough“, die der Amerikaner 2002 aus gefundenen Buchstaben und Neonbeschriftungen alter Kinos, Restaurants und Casinos bunt zusammengesetzt hat, mit 90.000 Euro zum teuersten Objekt dieses Auktionsteils. Knapp darunter positionierte sich Sarah Morris’ abstrahierte Großstadtarchitektur „Paradigm (Los Angeles)“ von 2006 mit 85.000 Euro (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR).

Aus übereinander gelagerten Farbkreisen in lasierenden Schichten erzeugte Katharina Grosse 2005 ihren dynamischen Prototyp der Imagination, den sich eine süddeutsche Sammlung erst bei 70.000 Euro einverleiben konnte (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Für Stephan Balkenhols farbig gefasstes Flachrelief mit der idyllischen Ansicht des Kölner Doms war dann schon bei 55.000 Euro Schluss (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Ebenso erging es Rainer Fettings Berliner Großstadtidylle „Fraenkelufer mit Urban“ von 2007 bei 24.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR) und Eberhard Havekosts unspektakulärem Fassadenausschnitt eines Wohnhauses mit den titelgebenden „Balkonen“ von 1998 bei 13.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Mehr Kauflaune generierte Tim Eitel mit seinem einsamen Mann im Museum samt Ausblick auf ein Hochhaus in „Frankfurt“ von 2002 bei 45.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Bei einigen Kunstwerken im niedrigen Preissegment zeigten sich die Bieter gleichfalls beherzt und nahmen unter anderem Ralph Flecks graubraunes, pastos aufgeschichtetes „Alpenstück 26 III“ von 1989 zur oberen Erwartung von 8.000 Euro, Thomas Hartmanns graues, zwischen Figuration und Abstraktion changierendes Panorama von Köln von 2002 für 6.500 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) oder Daniel Lergons minimalistischen weiß-grauen Farbschwung von 2009 für 8.000 Euro mit (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Für Masoud Sadedins Ölgemälde eines jungen Mannes mit „Papierrolle“ in einem Holzgerüst von 2017, das noch im vergangenen Jahr bei seiner Preisträgerausstellung im LVR-Landesmuseum in Bonn zu sehen war, sprangen nun 8.000 Euro heraus (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Bei den skulpturalen Arbeiten reüssierten Michail Pirgelis’ mit seiner aus Überresten ausgemusterter Flugzeuge konstruierten Wandinstallation von 2008 bei 7.500 Euro und David Renggli mit seiner schwarz lackierten, witzigen Stahlgitarre „Strippen für piepen in dunkel“ von 2010 bei 7.000 Euro, um die sich Stahlrohe und -ringe gruppieren (Taxe je 3.000 bis 5.000 EUR).

Dass der Boom für zeitgenössische chinesische Kunst hierzulande längst abgeflaut ist, musste Van Ham nach der Auktion konstatieren. Von den 37 Arbeiten, die der Kölner Versteigerer am Ende des Katalogs gebündelt hatte, wurden nur sieben sicher veräußert. Kein Kaufwille kam etwa bei Yang Shaobins zerplatzendem Männerakt von 2000 aus den „Red Series“ (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), bei Yuan Gongs Sicht auf den heute großteils zerstörten „Old Summer Palace“ in Peking von 2003 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) oder bei Jiang Huans fotorealistischer Malerei einer jungen Frau im Profil mit Blume in der Hand von 2008 auf (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Unter den höherpreiseigen Gemälden verabschiedete sich lediglich Fang Lijuns in bunten Blumen gebetteter und über einem Wolkenmeer selig schwebender Putto von 2002 bei 65.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Bei Zhang Dalis Portrait eines Wanderarbeiters aus der Serie „Slogan“, das sich erst in Abstand aus chinesischen Schriftzeichen einer Regierungsparole herausschält, lag der Zuschlag mit 15.000 Euro ebenfalls unter seiner Erwartung von mindestens 18.000 Euro. Einer der wenigen Zuwächse gelang Zhuang Hong Yi mit seinem aus Reispapier und Farbe gefertigten bunten Blütenmeer von 2010 bei 20.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Moderne

Gut aufgestellt zeigten sich in der Moderne-Abteilung, mit der die Versteigerung am 29. Mai startete, die sieben Werke von Franz Radziwill. Sie stammten aus der Kollektion des Oldenburger Arztes Georg Düser, eines engen Freundes des norddeutschen Malers, der immerhin 46 Gemälde, dazu noch Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken Radziwills sein Eigen nennen konnte. Keines der dem Magischen Realismus verpflichteten Werke blieb liegen. Das Publikum kümmerte sich besonders um die kühl unheimliche „Elbe bei Pirna“ von 1928, die es von 60.000 Euro auf 115.000 Euro hob. Dahinter platzierten sich die Tagnacht „Winter am Dithmarscher Siel“ von 1941 mit braun-violettem Himmel bei 75.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) und die eher unprätentiösen, in den Himmel aufragenden Blumen „Stiefmütterchen (Saxifraga und Viola tricolor)“ von 1930 bei 22.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Karl Hofer musste dagegen mit seinem schweren „Blumenstrauß in grauer Vase“ von 1933 bei 50.000 bis 70.000 Euro passen, während seine Alpenlandschaft „Dorfstraße im Tessin“ um 1928/40 bei 33.000 Euro die Preisvorstellungen traf. Willy Jaeckel hielt sich in den 1920er Jahren ebenfalls in den Schweizer Alpen auf, malte das Matterhorn am Riffelsee mit dem berühmten Spiegelbild des markanten Berggipfels im Wasser und erntete nun 5.500 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Die Spitzenposition bei der Moderne nahm Paul Klee mit seiner zart gezeichneten „Blume im Maerz“ von 1913 bei 190.000 Euro ein (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Bauhaus-Kollege Lyonel Feininger steuerte die prismatisch zerlegte und aquarellierte Tuschezeichnung „Am Kirchenchor“ von 1930 für 40.000 Euro am unteren sowie die ein Jahr jüngeren lichten „Adria Segler III“ für 35.000 Euro am oberen Schätzrand bei. Noch weiter in die Abstraktion trieb Willi Baumeister 1943 seine „Felsige Landschaft“ in Ockertönen aus dem Zyklus der „Figurenlandschaften“, was ihm nun 38.000 Euro einbrachte (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Das meiste spielte sich aber noch im Gegenständlichen ab, etwa Otto Dix’ Hochformat „Stehendes Mädchen mit Strohhut in den Händen“ von 1958 in giftigem Grün bei 55.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) oder Conrad Felixmüllers ebenfalls spätes Portrait der verträumt blickenden „Ute mit Puppe“ samt Hund Barry von 1960 bei guten 26.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Versteigerung hielt noch mehr weibliche Favoritinnen bereit. Die Sammler engagierten sich etwa bei Pablo Picassos schwarzweißer Lithografie „Françoise“ unter dichter Lockenmähne von 1946 mit marktüblichen 35.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), bei Edward Cucuels Sommerimpression mit einer jungen Frau im Garten, die durch ein Fenster schaut, mit 22.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und bei Paula Modersohn-Beckers schlichtem Frühwerk mit dem Kopf eines nach links sitzenden Mädchens im Profil um 1898 mit 110.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Diesen Wert forderte zudem Pierre-Auguste Renoirs flott gemalte bunte Ölstudie „Jeune fille assise dans un jardin“ ein (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Auch der Bildhauer Fritz Klimsch huldigte oft der Weiblichkeit und schuf 1941/42 die Aktfigur „Melodie (Adagio)“. Die braun patinierte Bronze verdoppelte ihren Wert auf 16.000 Euro. Der Tierplastiker August Gaul ließ seinen „Wisent“ 1904/05 ebenfalls in der berühmten Berliner Gießerei Noack fertigen und freute sich nun über 20.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Teure Ausfälle bei der Moderne musste vor allem Marc Chagall erdulden. Seine beiden Grafikkonvolute, das Buch „Daphnis et Chloé“ von 1961 und die Mappe „Le Cirque“ von 1967, gingen bei Wertangaben von 100.000 Euro aufwärts an die Einlieferer zurück. Die Bieter konzentrierten sich eher auf Kees van Dongens „Femme nue au lierre“, die er um 1908/10 auf Majolikafließen gemalt hat, zu den anvisierten 70.000 Euro oder auf Jean Fautriers kleine „Nature morte“ mit zwei Äpfeln um 1928 bei 30.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Max Slevogts impressionistisches Selbstbildnis von 1903 schnitt mit 33.000 Euro über der Schätzung von 20.000 bis 30.000 Euro ab, ebenso Hans Jüchsers Pfeife rauchender „Fischer aus Altenhagen am Darß“ von 1924 mit 11.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Während Paul Kleinschmidts abendlicher „Schlosspark“ von 1909, eine Restitution an die Erben des Breslauer Rechtsanwalts und Sammlers Ismar Littmann, bei 18.000 Euro auf ausreichend Gegenliebe stieß (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), begnügten sich die kleinteilig gestrichelten „Häuser in Soest“ von Christian Rohlfs aus dem Jahr 1907 mit 35.000 Euro. Unaufgeregt schipperte auf Heinrich Vogelers tiefblauer symbolistischer „Juninacht“ von 1898/1900 der Mann in seinem Kahn bei 40.000 Euro davon (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

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28.08.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Pierre-Auguste Renoir, Jeune fille assise dans un jardin
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Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 409

Dietrich Klinge, Divad, 1997

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Taxe: 3.500 - 4.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

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George Grosz, Allein, 1918

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 108

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Taxe: 300.000 - 500.000 EURO

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Losnummer: 309

Sigmar Polke, Freundinnen II, 1967

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Taxe: 70.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 303

Imi Knoebel, O Anselmo, 1981

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Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 251

Heinrich Vogeler, Juninacht (Der Kahn), 1898/1900

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Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 93

Jack Pierson, Enough, 2002

Jack Pierson, Enough, 2002

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 412

Katharina Grosse, Ohne Titel, 2005

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Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

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Jean Fautrier, Nature morte, um 1928

Jean Fautrier, Nature morte, um 1928

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

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Losnummer: 17

August Gaul, Wisent, 1904/05

August Gaul, Wisent, 1904/05

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 26

Max Slevogt, Selbstbildnis, 1903

Max Slevogt, Selbstbildnis, 1903

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 90

Lyonel Feininger, Am Kirchenchor, 1930

Lyonel Feininger, Am Kirchenchor, 1930

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 40.000,- EURO

Losnummer: 18




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