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Bilder der Jagd in Chur

Jean-Baptiste Siméon Chardin, Un lapin deux grives mortes et quelques brins de paille sur une table de pierre, um 1755

Das Bündner Kunstmuseum in Chur wendet sich aktuell dem Thema der Jagd zu. Laut Museumsmitteilung sei in „keinem anderen Schweizer Kanton die Jagd in der Öffentlichkeit derart präsent wie in Graubünden“. Die Schau greift aber über die Grenzen von Graubünden hinweg und stellt Fragen nach Konstanten und Veränderungen in der Wiedergabe sowie der Interpretation der Jagd als vielfältige und weit verbreitete Kulturform. Jagdbare Tiere finden sich früh als Motive in der Malerei und der Skulptur. So reflektiert die Ausstellung über die Wahrnehmung wie auch der Darstellung der Jagd, des Jägers und des Gejagten von der Antike bis zum „Animal Turn“ der Gegenwart. Unter den Exponaten finden sich etwa Werke von Judith Albert, René Auberjonois, Albrecht Dürer, Susanna Fanzun, Carl Wilhelm Hübner, Paul Klee, Anne Loch, Turo Pedretti, Pablo Picasso, Éric Poitevin, Peter Paul Rubens, Roman Signer und Verena Zoller. Weitere kulturhistorische Objekte bereichern die Ausstellung.

Die Bedeutung der Jagd ist nicht einzig auf die Nahrungsbeschaffung oder Abwehr von Nahrungskonkurrenten beschränkt. So findet auch der mythologisch-religiöse Bereich von der Göttin Artemis bis zum heiligen Hubertus Beachtung. Weitere Themengebiete sind das „Zusammengehen von Eros und Thanatos“, von der körperlichen Anziehungskraft und dem Totengott der griechischen Unterwelt. Die Bedeutung von Trophäen wird ebenso beleuchtet wie auch die Jagd als Mittel zur Machtdarstellung und die Wildnis als Ort der Sehnsucht. Die Exponate präsentieren einige der unterschiedlichen Vorstellungen und Erscheinungsformen der Jagd. Das Jagdstilleben zeigt sich etwa in Jean-Baptiste Siméon Chardins schlichtem Arrangement mit Hase und zwei Vögeln von circa 1755. Eine jüngere Version desselben Genres findet sich in Adolf Dietrichs neusachlicher Interpretation „Zwei tote Säger und Kolbenente in Winterlandschaft“ von 1947.

Robert Mapplethorpes Schwarz-Weiß-Fotografie aus der „Statue Series“ von 1983 bezieht sich auf eine Geschichte um die Göttin Diana. Aktaion jagte mit seinen Hunden in einem Wald und beobachtete verbotener Weise, wie Diana mit ihren Nymphen badete. Der junge Jäger wurde von der Göttin aber entdeckt und versuchte, zu fliehen. Zur Strafe verwandelte ihn Diana in einen Hirsch, so dass der Voyeur von seinen eigenen Hunden zerrissen wurde. David Chancellor präsentiert in seiner Farbfotografie eine schon etwas ältere, dennoch flotte und stolze texanische Jägerin in einem großen Raum, der von ausgestopften Trophäen ihrer Beutezüge nur so überquillt, während Mark Dion in seiner „Mobile Wilderness Unit – Wolf“ von 2006 die naturkundlichen Schauräume des 19. Jahrhunderts aufgreift und sie zugleich konterkariert.

Die Ausstellung „Passion. Bilder von der Jagd“ läuft bis zum 27. Oktober. Das Bündner Kunstmuseum hat täglich außer montags von 10 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 15 Franken, ermäßigt 12 Franken. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Der begleitende Katalog aus dem Verlag Scheidegger & Spiess kostet im Museum 49 Franken.

Bündner Kunstmuseum Chur
Bahnhofstrasse 35
CH-7000 Chur

Telefon: +41 (0)81 – 257 28 68
Telefax: +41 (0)81 – 257 21 72

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Bündner Kunstmuseum Chur

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Jean-Baptiste Siméon Chardin, Un lapin deux grives mortes et quelques brins de paille sur une table de pierre, um 1755
Jean-Baptiste Siméon Chardin, Un lapin deux grives mortes et quelques brins de paille sur une table de pierre, um 1755

Variabilder:

Mark Dion, Mobile Wilderness Unit – Wolf, 2006
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