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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Resultate: Jugendstil und angewandte Kunst des frühen 20. Jahrhunderts im Dorotheum

Unikat überzeugt



Josef Hoffmann, Brosche, vor 1912

Josef Hoffmann, Brosche, vor 1912

Filigrane florale Formen, unterbrochen von Perlmutteinsätzen, die zentrale Blüte von einem Mondstein-Cabochon hinterfangen, gebändigt durch einen quadratischen Rahmen: So zeigt sich die Komposition einer Goldbrosche Josef Hoffmanns und erinnert dabei an ein Triptychon, das vor allem durch den Kontrast des streng grafischen Rahmenwerkes mit den verspielten vegetabilen Elementen lebendig wirkt. Das Einzelstück von 1912 mit originaler Lederschatulle der Wiener Werkstätte war bis vor kurzem noch im Schmuckmuseum Pforzheim ausgestellt, bevor es im Wiener Dorotheum nun mit 75.000 Euro den höchsten Zuschlag der Auktion „Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts“ erhielt und damit den unteren Schätzpreis um 15.000 Euro überflügelte.


Zugpferd Hoffmann

Die Versteigerung vom 17. Juni schloss mit einer losbezogenen Verkaufsquote von rund 64,6 Prozent und einem Nettoumsatz von knapp 680.000 Euro gut ab. Weitere Arbeiten Josef Hoffmanns trugen dazu ihren Anteil bei. Den zweithöchsten Wert mit 50.000 Euro konnte sein Thermometer für sich verbuchen. Hoffmann schützte den gläsernen Temperaturmesser durch eine architektonisch anmutende Standkonstruktion aus Silber (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Mit 25.000 Euro den unteren Schätzpreis und zugleich das dritthöchste Ergebnis erreichte seine schlicht geformte, irisierende Glasvase mit einem Farbverlauf von Violett zu Gelb-Grün in einem Holzgestell. Auch Hoffmanns „Sitzmaschine“ mit verstellbarer Rückenlehne hielt sich an ihre untere Erwartung von 15.000 Euro. Elf Teile eines in schlichtem Schwarz-Weiß gehaltenen Kaffeeservices schossen von 1.500 Euro auf 10.000 Euro, und seine wulstige facettierte Messing-Stehlampe vor 1920 machte sich trotz fehlenden Lampenschirms bei 13.000 Euro bemerkbar (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR).

Doch nicht alles, was der Katalog an Objekten Josef Hoffmanns auflistete, fand einen Abnehmer. Zurück zum Einlieferer musste etwa eine aus Blattwerk und Blüten durchbrochen gestaltete Gelbgold-Brosche mit drei Altschliffdiamanten vor 1917 (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Zudem weckte ein weiteres Schmuckstück des bekannten Wiener Architekten und Designers nur bedingt die Kauflaune des Publikums: Eine Silberbrosche mit Lapislazuli und Labradorit aus Wiener Privatbesitz brachte es mit 15.000 Euro gerade auf die Hälfte des unteren Schätzwertes. Auf der Habenseite standen bei Hoffmann dann aber noch die 5.500 Euro für seinen zylindrischen Silberbecher mit vertikalen Faltenzügen um 1922 (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR) oder die 4.500 Euro für eine silberne Briefmarkenschatulle mit fünf im Deckel eingelassenen Vergrößerungsgläsern um 1908 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Wenig Interesse an Möbeln und Textilien

Weder die beiden Stuhlpaare, die Otto Wagner 1902 für die Österreichische Postsparkasse entwarf (Taxe 1.800 bis 2.500 EUR), noch diverse von Josef Frank gestaltete Armlehnsessel und ein Hocker wechselten den Besitzer (Taxen zwischen 500 und 4.000 EUR). Das mit 9.000 bis 15.000 Euro bewertete Mahagoni-Buffet mit Messingbeschlägen, bei dem es sich möglicherweise um die Variante eines Entwurfes von Adolf Loos handelt, fand ebenso keinen Gefallen. Zwei kleine runde Tische von Otto Prutscher, ausgeführt von den Gebrüdern Thonet für das Café Lurion in Wien, wurden für den unteren Richtwert von jeweils 1.800 Euro veräußert. Für den ebenfalls von Prutscher gestalteten ausladenden Herrenschreibtisch konnte sich bei 3.000 bis 5.000 Euro hingegen niemand erwärmen.

Textilien schienen in der Gunst der Bieter sehr weit unten zu rangieren. Fast die gesamte Offerte blieb liegen, darunter Tischdecken von Ferdinand Nigg (Taxen je 4.000 bis 6.000 EUR), von Peter Behrens (Taxen zwischen 1.000 und 4.000 EUR), ein baumwollener Bezugsstoff in der Art von Josef Hoffmann (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR) und Servietten von Behrens und Chris Lebeau (Taxen zwischen 1.000 und 1.800 EUR). Einzig für ein Konvolut von vier Spitzendecken und Klöppeleinsätzen aus der Wiener Werkstätte, teils nach Vorgaben von Dagobert Peche, konnte sich die Kundschaft im Dorotheum bei 850 Euro erwärmen (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Elfenbein kam gut an

Gegenteilig verhielt sich das Publikum in Bezug auf Objekte aus Elfenbein. Fast schwerelos und nur noch mit einem Bein den Bronzesockel berührend, beugt sich Ferdinand Preiss’ leicht bekleidete Fackeltänzerin weit zurück. Die exaltierte Arbeit des Berliner Künstlers aus Elfenbein und Bronze schlug mit 24.000 Euro zu Buche (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Ihre Preisvorstellung mehr als vervierfachen konnte die Darstellung einer Tänzerin in langem Gewand von Peter Tereszczuk. Seine elegante Chryselephantine-Statuette aus vergoldeter Bronze und Elfenbein auf einem Steinsockel drehte sich behänd bei 6.500 Euro davon (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Im Bereich der Kleinskulpturen reüssierten zudem ein kompakter stehender Frauenakt mit Kugel auf der Schulter von Franz Barwig d.Ä. um 1908/10 bei 4.500 Euro (Taxe 1.500 bis 3.000 EUR), Demetre Chiparus’ maurische Wasserträgerin aus Bronze und Marmor um 1925 bei 15.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Otto Poertzels bewegte „Butterfly-Dancer“ um 1925 bei 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Mit Bronze arbeitete bevorzugt auch Gustav Gurschner, der die Auktion mit seinem flachen Kerzenleuchter in floralem Aufbau bei 11.000 Euro einprägsam eröffnete (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Bei 7.000 Euro folgte seine goldbraun patinierte Vase mit keltischen Motiven und großem Käfer von 1905 (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR). Für eine kunstvolle Tischuhr mit Holz- und Elfenbeineinlagen in der Art von Dagobert Peche war die Zeit noch nicht reif. Der Zeitmesser mit zwei beweglichen Figuren der Commedia dell’arte musste den Rückweg ins Depot antreten (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Nach Belgien ging es mit Gustave Serrurier-Bovys kantiger metallener Tischlampe mit Hammerschlagdekor und blauen quadratischen Glaseinlagen um 1900 für 6.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), nach Frankreich mit einem Jahreszeitenzyklus als lithografierte weibliche Allegorien von Alphonse Mucha aus dem Jahr 1896 ebenfalls für 6.000 Euro (Taxe 3.500 bis 5.000 EUR). Sein wiederum vierteiliger Tageszeitenzyklus von 1899 lag mit 6.500 Euro noch darüber (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Maurice Marinot steuerte einen gläsernen Flakon in kraftvoll abstrakter Ausführung um 1928 für taxkonforme 8.000 Euro bei.

Wiener Plastiken aus Keramik und Metall

Eine Keramik von Gudrun Baudisch, die für die Wiener Werkstätte arbeitete, schaffte es mit 25.000 Euro in die Riege der fünf höchsten Zuschläge. Die beiden bunten, eng aneinander geschmiegten Frauenköpfe mit ausdrucksstarker Augenpartie erzielten damit exakt die untere Wertangabe. Ein aus geometrischen Formen eckig gestalteter weiblicher Messingkopf von Franz Hagenauer war dem neuen Besitzer 14.000 Euro wert (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Die Metallarbeiten aus der Werkstätte Hagenauer erfreuten sich meist großer Beliebtheit und spielten zum Teil ein Vielfaches der Expertenmeinung ein, etwa ein im Flug begriffener Skifahrer 2.800 Euro (Taxe 600 bis 1.000 EUR) oder ein possierliches Katzenpaar aus vernickeltem Messing 1.000 Euro (Taxe 400 bis 700 EUR). Eine auf 5.000 bis 8.000 Euro taxierte Messingskulptur eines leicht geneigten Kopfes mit ebenmäßigen Gesichtszügen und überlängtem Hals traf hingegen nicht den Geschmack der Sammler. Dafür verabschiedete sich Michael Powolnys Jahreszeitenputto „Sommer“ mit einem Füllhorn, aus dem Obst, Blumen und Getreide überreich quellen, bei einträglichen 14.000 Euro (Taxe 8.000 bis 15.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



17.08.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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17.06.2019, Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts

Bei:


Dorotheum

Kunstwerk:

Michael Powolny, Putto mit Füllhorn (Jahreszeitenputto Sommer), um
 1907
Michael Powolny, Putto mit Füllhorn (Jahreszeitenputto Sommer), um 1907

Kunstwerk:

Franz
 Hagenauer, Weiblicher Kopf
Franz Hagenauer, Weiblicher Kopf

Kunstwerk:

Otto
 Prutscher, Tisch, 1914
Otto Prutscher, Tisch, 1914

Kunstwerk:

Gudrun
 Baudisch, Doppelkopf, 1929
Gudrun Baudisch, Doppelkopf, 1929

Kunstwerk:

Josef Hoffmann, Thermometer, 1905
Josef Hoffmann, Thermometer, 1905

Kunstwerk:

Josef Hoffmann, Sitzmaschine, 1905
Josef Hoffmann, Sitzmaschine, 1905

Kunstwerk:

Josef
 Hoffmann, Brosche, 1904
Josef Hoffmann, Brosche, 1904







Otto Prutscher, Tisch, 1914

Otto Prutscher, Tisch, 1914

Taxe: 1.800 - 3.000 EURO

Zuschlag: 1.800,- EURO

Losnummer: 100

Josef Hoffmann, Thermometer, 1905

Josef Hoffmann, Thermometer, 1905

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 26

Josef Hoffmann, Brosche, 1904

Josef Hoffmann, Brosche, 1904

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 17

Gustav Gurschner, Kerzenleuchter, 1900

Gustav Gurschner, Kerzenleuchter, 1900

Taxe: 6.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 1

Michael Powolny, Putto mit Füllhorn (Jahreszeitenputto Sommer), um 1907

Michael Powolny, Putto mit Füllhorn (Jahreszeitenputto Sommer), um 1907

Taxe: 8.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 135

Josef Hoffmann, Vase in Holzgestell, 1899

Josef Hoffmann, Vase in Holzgestell, 1899

Taxe: 25.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 16

Gudrun Baudisch, Doppelkopf, 1929

Gudrun Baudisch, Doppelkopf, 1929

Taxe: 25.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 75

Franz Barwig d.Ä., Stehender Frauenakt mit einer Kugel, um 1908/10

Franz Barwig d.Ä., Stehender Frauenakt mit einer Kugel, um 1908/10

Taxe: 1.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 11

Franz Hagenauer, Weiblicher Kopf

Franz Hagenauer, Weiblicher Kopf

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 101

Peter Tereszczuk, Tänzerin, um 1910

Peter Tereszczuk, Tänzerin, um 1910

Taxe: 1.500 - 2.500 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 162

 Jacob & Josef Kohn, Josef Hoffmann, Sitzmaschine, 1905

Jacob & Josef Kohn, Josef Hoffmann, Sitzmaschine, 1905

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 25




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