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Nancy Kienholz gestorben

Nancy Kienholz ist tot. Die Fotografin, Objekt- und Konzeptkünstlerin starb am 7. August im Alter von 75 Jahren in Houston. Von 1972 an arbeitete sie mit ihrem Mann Edward Kienholz an neodadaistischen Environments und Objektmontagen. Das Künstlerehepaar verwendete dafür sowohl Alltagsgegenstände, wie Lampen, Hocker, Spiegel, Töpfe, die sie im großen Stil auf Flohmärken sammelten, als auch Objekte mit Geschichtsbezug, etwa einen Volksempfänger, häufig ergänzt durch von Nancy angefertigte Schwarz-Weiß-Fotografien. Sie widmeten sich im Laufe ihrer über 20jährigen Zusammenarbeit gesellschaftlich relevanten Themen wie Rassismus, Krieg, Gewalt, Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Geschlecht. Erst im Jahr 1981 machte Edward Kienholz ihre Zusammenarbeit offiziell bekannt; fortan traten sie als gleichberechtigtes Duo in Erscheinung.

Nancy Kienholz wurde am 9. Dezember 1943 in Los Angeles als Nancy Reddin geboren. Im Jahr 1972 lernte die ausgebildete Fotografin und alleinerziehende Mutter Edward Kienholz kennen. Die beiden heirateten noch im selben Jahr und präsentierten auf der Documenta 5 in Kassel ihre Anti-Rassismus-Installation „Five Car Stud“, bestehend aus fünf amerikanischen Automobilen und neun lebensgroßen Figuren. 1973 folgten sie einer Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach West-Berlin. Der dort vorherrschende raue Ton, der sich stark von dem der gehobenen Gesellschaft in Los Angeles unterschied, die dadaistische Tradition der Stadt und das Interesse der Kulturinstitutionen an ihren Arbeiten bewegte das Künstlerpaar, sich dort einen Wohnsitz zuzulegen. Die nächsten Jahrzehnte pendelten die beiden zwischen Europa und den USA und eröffneten 1977 in Hope, Idaho, ihre eigene Galerie.

1994 endete mit dem Tod ihres 15 Jahre älteren Ehemannes ihre Kooperation. Nancy Kienholz inszenierte seine Beerdigung als letzte gemeinsame künstlerische Arbeit, indem sie Edward mit einem Dollar in der Tasche, einer Flasche italienischen Rotweins und einer Urne mit der Asche seiner kurz zuvor verstorbenen Hündin in seinem Packard begraben ließ. Sie arbeitete auch nach seinem Tod noch weiter, um das gemeinsame Werk zu ergänzen und zu sichern. In Deutschland wurden zuletzt 2011 in der Frankfurter Schirn Werke der beiden präsentiert. Arbeiten des Paares befinden sich heute in den Sammlungen bedeutender Museen, unter anderem im Los Angeles County Museum of Art, dem Whitney Museum of American Art in New York, Portland Art Museum, dem San Francisco Museum of Modern Art oder der Fondazione Prada in Mailand und im Louisiana Museum im dänischen Humlebæk.

Quelle: Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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