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Oldenburg gedenkt Fritz Fuhrken

Fritz Fuhrken, Das Lied vom Tod, 1920

Den 125. Geburtstag Fritz Fuhrkens nimmt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg zum Anlass, eine Auswahl seiner Werke in einer Kabinettschau im Prinzenpalais zu präsentieren. 25 Arbeiten aus den Beständen des Museums und Leihgaben aus Familienbesitz dokumentieren das Leben und Schaffen eines Künstlers, der lange in Vergessenheit geraten war. Zentraler Bestandteil der Schau sind zwischen 1918 und 1923 entstanden Aquarelle, die von intensiver Farbkraft ebenso geprägt sind wie von traumatischen Kriegserlebnissen. „Den Krieg versuchte ich zu malen, symbolhaft, die endlosen dunklen Nächte (kaltes Blau), durchglüht vom roten Feuer, zerrissen von aufflammenden Horizonten“, erinnerte sich der Künstler an diese Schreckenserfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg. Zur Ausstellung kommen außerdem Lithografien, Tuschezeichnungen sowie Skizzenbücher.

Fritz Fuhrken wurde am 31. Juli 1894 in Nadorst bei Oldenburg geboren. Der Ausbruch an Gewalt und der Schock des Ersten Weltkriegs, den er auf den Schlachtfeldern in Galizien und an der Somme erlebte, veranlassten ihn zu einem Bildfuror, der das Grauen in zersplitterten Visionen bannte. Neben expressiven Landschaftsdarstellungen entstanden um 1919/20 einige farbstarke ungegenständliche Aquarelle im Stil eines dynamischen Kubofuturismus, die zu den bedeutendsten Arbeiten des Künstlers gehören.

Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft besuchte Fuhrken, begleitend zu seiner Tätigkeit als Volksschullehrer, die Grafikklasse von Willy Menz an der Bremer Kunstgewerbeschule. Gemeinsam mit Franz Bronstert, Georg Philipp Wörlen, Carry Hauser und Reinhard Hilker gründete er die Künstlergemeinschaft „Der Fels“, deren Werke 1923 erstmals im Oldenburger Lappan, einem ehemaligen Wachturm, ausgestellt wurden. Nach den Sujets aus dem Weltkrieg griff Fuhrken zu Beginn der 1920er Jahre vor allem literarische Motive wie Märchen, biblische Szenen oder Dantes „Göttlicher Komödie“ auf.

Ab Mitte der 1920er Jahre wandte sich Fritz Fuhrken einer gemäßigteren Formensprache und einem gedämpften Kolorit zu. Die außergewöhnliche Strahlkraft seiner frühen Aquarelle findet sich nur noch in vereinzelten Blättern, wie beispielsweise in der Ansicht vom „Hardanger Fjord“, entstanden im Jahr 1935 auf einer Norwegenreise. 1939 wurde Fuhrken erneut zum Kriegsdienst eingezogen und erlebte unter anderem die Schlacht um Stalingrad. Desillusioniert von dem neuerlichen Gewaltausbruch notierte er in einem Brief vom Juli 1943: „Verblendung schlechthin“. Wenige Tage später nahm Fuhrken sich das Leben.

Die Ausstellung „Fritz Fuhrken – Zum 125. Geburtstag“ ist vom 10. August bis zum 1. Dezember im Prinzenpalais in Oldenburg zu sehen. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg – Prinzenpalais
Damm 1
D-26135 Oldenburg

Telefon: +49 (0)441 – 220 73 00
Telefax: +49 (0)441 – 220 73 09

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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