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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Gemälde des 19. Jahrhunderts bei Sotheby’s in London mit einigen Rekorden

Finnische Ausdrucksstärke und polnische Raser



Akseli Gallén-Kallela, Blick über einen See bei Sonnenuntergang, um 1905

Akseli Gallén-Kallela, Blick über einen See bei Sonnenuntergang, um 1905

Finnische Künstler dürften nicht zu den bekanntesten in Westeuropa gehören. Umso erfreulicher ist der Umstand, dass bei Sotheby’s der nationalromantische Maler Akseli Gallén-Kallela zum Star der Auktion „19th Century European Paintings“ avancierte. Hierfür trat der 1865 geborene Künstler mit dem frühmodernen, etwas symbolistisch überhöhten Blick über einen See an. Ausdrucksstarke gewinnt seine regenbogenfarbene Landschaft durch die kräftigen Gelb-, Rot- und Magentatöne der untergehenden Sonne, die von einem grünen Wald im unteren Bereich und durch blaue Abendwolken am Himmel gerahmt werden. Das schöne Farbspiel spiegelt sich nochmals im Wasser. Es ist wenig verwunderlich, dass diese expressive Stimmung von etwa 1905 die Anwesenden verzauberte: Ein Gefecht der Gebote brach aus, schraubte den Preis von 100.000 Pfund auf mehr als das Fünffache hoch und errang mit 580.000 Pfund den neuen Auktionsrekord für Akseli Gallén-Kallela.


Wie ein Antipode wirkt Gustave Courbets realistische Winterlandschaft. 1865 entstanden, gehört das Werk zu einer kleinen Serie an Waldansichten mit Schnee aus Courbets Heimat in Franche-Comté. Neben der kunstvollen Wiedergabe des Schnees besticht die Arbeit mit dem warmen Braun der Bäume und Wurzeln sowie der nuancierten Malerei des rötlichen Blattwerks. Der Geldbeutel des neuen Eigentümers war schließlich um 480.000 Pfund leichter (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Nach den zwei ruhigen Gemälden schloss sich am 9. Juli in London eine rasante Fahrt mit einer Troika und schwarzen galoppierenden Pferden an. Der Pole Józef Chelmonski fing den schnellen Schlitten in abendlicher Winterlandschaft ein. Die Geschwindigkeit ist so hoch und die Kurve wohl etwas zu eng, dass der Kutscher beinahe aus dem Gefährt nach vorne geschleudert wird und sein gelber Mantel sich warnend aufbauscht. Etwas beunruhigt blickt die hinter ihm sitzende Dame zur Seite. Das dramatische Gemälde galoppierte für erwünschte 270.000 Pfund in eine neue Sammlung.

Mit den Gemälden der Neuern Meister aus zahlreichen europäischen Ländern kam Sotheby’s auf eine gute losbezogene Zuschlagsquote von 61,7 Prozent und einen Bruttoumsatz von knapp 3,3 Millionen Pfund. Der hätte mit einigen sechsstelligen Hoffnungen noch höher ausfallen können. Doch niemand interessierte sich etwa für Giovanni Segantinis ruhende junge Schäfer in dem Pastell „Idyll“ der 1890er Jahre (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), Wilhelm Leibls Bildnis eines bärtigen Mannes mit grünem Hut (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) oder Isidre Nonells in sich versunkene Zigeunerin mit Namen „Consuelo“ von 1902 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Aber auch Arbeiten niedrigerer Preisklassen stießen auf keine Zustimmung, etwa Darío de Regoyos’ sommerliche Landschaftsimpression nahe Ripoll in Katalonien (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP) oder das einfühlsame Kinderportrait der Geschwister „Camilla und Louis“ des französischen Akademiemalers Auguste-Alexandre Hirsch aus dem Jahr 1875 (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP).

Schiff & Land ahoi!

Hendrik Willem Mesdag präsentiert auf seinem Seestück mit klassisch tiefem Horizont drei kleine Segelboote auf milchig-grünem Meer. Der Vertreter der Haager Schule und im Pariser Salon geschätzte Maler konnte mit seinem Werk gute 75.000 Pfund einholen (Taxe 45.000 bis 60.000 GBP). Die Macht der Industrialisierung mit rauchenden Schlöten der Schiffe vor einem zarten pastellblauen Himmel hielt sein niederländischer Kollege Johan Hendrik van Mastenbroek 1927 effektvoll in seiner Sicht auf den „Leuvehaven“, einem Hafenbecken in Rotterdam, fest und fuhr 19.000 Pfund ein (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP). Die untere Preisgrenze von 100.000 Pfund respektierte Louis van Engelens „Café Belvedere“ in Antwerpen mit eleganter bürgerlicher Gesellschaft und Ausblick auf die Segelschiffe im Hafen. Den sozialrealistischen Kontrapunkt setzt ein armer blinder Sänger im Zentrum der feinen Leute (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Breite Pinselzüge und die Wiedergabe der spiegelnden Wasseroberfläche beschäftigten Joaquín Sorolla y Bastida 1910 im Bild der Barken im Hafen der baskischen Stadt Guetaria. Die Leinwand durchquerte die Zielgerade bei 260.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Doch der spanische Impressionist kam nicht mit allen Gemälden bei Publikum an. So ging sein menschenleerer Strand „La Caleta, Malaga“ von 1910 mit einigen Booten vor hohen Wellen bei 350.000 bis 450.000 Pfund an den Einlieferer zurück, während sich sein frühes Portrait „El Palleter“, das sich auf das Gesicht eines braungebrannten jungen Mannes mit rotem Kopftuch und weißem Hemd konzentriert, gut behauptete. Als „Strohverkäufer“ malte Sorolla 1884 Vicent Doménech, einen gefeierten Helden der Napoleonischen Kriege auf der iberischen Halbinsel, der sich in Valencia gegen Bonaparte stellte. Es gelang dem Freiheitskämpfer, erfolgreich 75.000 Pfund einzuspielen (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Rote Lippen soll man küssen

Rote Kussmünder gruppierte Gerda Wegener 1933 zum Trio „Les Femmes Fatales“. Mit modischer Bobfrisur sitzen und stehen die zwei Blondinen und die einzelne Brünette in einer Dreiecksformation. Blumen, Sträucher und drei Schmetterlinge umgeben ihre luftig-leichten Kleider mit ausgreifenden Volantsärmeln in zartem Hellblau und Lachsrosa. Auch in den halb geschlossen Mandelaugen offenbart sich der Charme dieser drei selbstsicheren Verführerinnen. Das Werk der unter anderem als Vogue-Illustratorin tätigen Wegener erfüllte den oberen Wunschpreis von 60.000 Pfund. Nicht minder anziehend offenbart sich eine Frau in Jean-Léon Gérômes „Baigneuse à la piscine de Brousse“. Der Orientalist positionierte die nackte dunkelhaarige Frau in einer komplizierten, in sich verdrehten Pose. Fast wie ein Ehrentuch wirken die dekorativen Kacheln mit vegetabilen Muster in Petrol und Türkis. Die kleine Leinwand verharrte bei 140.000 Pfund innerhalb der Grenzwerte. Die Exotik der beiden schwarzen Akte in Jacques Majorelles Gouache „Sous les palmiers dattiers“ um 1933/34 konnte hingegen niemanden locken (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Da war Eugen von Blaas’ junge venezianische Schönheit, die sich neugierig über eine Brüstung aus einem Fenster lehnt, einnehmender. Mit der gekonnten Wiedergabe der unterschiedlichen Textilien ihres Kleides verließ diese Fantasieszene von 1889 das Parkett bei 80.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Dynamische Pinselzüge kennzeichnen Giovanni Boldinis Gemälde „Das Modell des Künstlers“ um 1897/98 mit einer vornüber gebeugten Frau samt olivfarbener Haut, hochgestecktem schwarzem Haar und einem kupferfarbenen Kleid. Die Formen lösen sich durch die lockere Pinselführung auf, so dass ein abstraktes Element das skizzenhafte Interieur bestimmt, was zu 105.000 Pfund führte (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Ein lustiges Geschehnis auf dem Land vermittelte Gaetano Chierici auf seiner Leinwand „Überrascht!“ von 1888. In einer bäuerlichen Küche stürmen weiße und graue Gänse durch die Tür und werfen den essenden Jungen von einem Schemel, so dass er rücklings hinfällt, erschreckt aufblickt, Teller und Krüge zerbrechen und einige Katzen vorwitzig herbeieilen. Der in Italien beliebte Genremaler erzielte erhoffte 170.000 Pfund.

Ein Billard spielender Herr und ein schlafender Hund bevölkern das Saloninterieur aus der Hand des Holländers Willem Bastiaan Tholens von 1896. Es wanderte für den Auktionsrekord von 230.000 Pfund in ein neues Heim (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Fünf Herren höheren Alters sitzen nebeneinander aufgereiht auf einer Bank. Ein brauner Hund begleitet sie in Henri Brispots realistischer, aber auch humorvoller Charakterisierung „En province“ von 1881. Sie scheinen auf etwas zu warten, und ihre Geduld wurde prompt mit 70.000 Pfund belohnt (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Günstiger lag Fernand Le Quesnes Allegorie auf das Werbewesen. Die leicht bekleidete Frau im diaphanen jadegrünen Gewand steht neben Posaune und Trommel wackelig auf Zeitungen und hält einen Stab mit vielen bunten beschriebenen Luftballons, die sie gerade davon trennt. Die freche Kritik auf den jungen Wirtschaftszweig in der französischen Hauptstadt wechselte für 30.000 Pfund die Hände (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



17.08.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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