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Fotopreis für Frank Gaudlitz

Frank Gaudlitz, Tag des Sieges. Moskau, 9. Mai 1989

Der Fotograf Frank Gaudlitz erhält dieses Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Fotopreis der Michael Horbach Stiftung. Die Verleihung wird am 1. September im Rahmen der Vernissage seiner Ausstellung „Russian Times 1988-2019“ in den Kunsträumen der Stiftung in Köln stattfinden. In dem kürzlich beendeten Langzeitprojekt dokumentiert Gaudlitz in einer Art Trilogie die gesellschaftliche Entwicklung Russlands über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der erste Teil umfasst Schwarz-Weiß-Fotografien der späten 1980er Jahre, der Ära von Perestroika und Glasnost, die zum Zerfall der Sowjetunion führte. Gaudlitz war besonders fasziniert von der Weite und Schwere der russischen Landschaft, die er auch in der Stimmung und Kultur der Menschen in Moskau, Brest und Leningrad wiederfand.

Von 1992 bis 2000 unternahm der gebürtige Spreewälder weitere ausgedehnte Reisen in verschiedene russische Regionen und Provinzen und in den asiatischen Teil des Landes. Eindrücklich dokumentierte er wiederum in Schwarz-Weiß den Alltag in Moskau, Kasan, Samara, Kaliningrad, aber auch am Baikalsee, in Sibirien und in den Steinkohlerevieren Kemerovos. Nach dieser intensiven Zeit begründete Gaudlitz sein Bedürfnis nach Distanz: „Ich habe mich stets mit den Menschen und der Schwere ihrer Existenz solidarisiert. Ich habe nicht in Hotels gelebt… und war so dem Leben der Menschen und ihren Problemen sehr nah. Nach fast 10 Jahren war ich einfach auch erschöpft von der Nähe und Schwere. Ich brauchte etwas Abstand und musste mich mit anderen Themen auseinandersetzen.“ Erst 2017/18 kehrte er nach Moskau und St. Petersburg zurück und fotografierte – jetzt in Farbe – seine Eindrücke von politischen Veranstaltungen, Modenschauen, Clubs und deren Inszenierungen und Klischees. Die Farbe scheint das neue Selbstbewusstsein einer weltoffeneren Generation zu spiegeln.

Frank Gaudlitz, 1958 in Vetschau bei Cottbus geboren, studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Arno Fischer. Er widmet sich meist Langzeitprojekten, die er bisher in Russland, Osteuropa und Südamerika umsetzte. So überquerte er 2010 für seine Arbeit „Sonnenstrasse“ auf den Spuren Alexander von Humboldts in sieben Monaten die südamerikanischen Anden, um sich danach in der mehrjährigen Arbeit „A Mazo“ dem Leben von Transgenderfrauen am Amazonas zu widmen. Fotografien Gaudlitz’ befinden sich heute unter anderem im Deutschen Historischen Museum und im Werkbundarchiv in Berlin, in der Fotografischen Sammlung des Museums für Angewandte Kunst in Gera und in der Sammlung des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst in Cottbus.

Die Verleihung des Fotopreises findet alle zwei Jahre statt. Ziel der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung ist laut Michael Horbach, „Hilfe zur Selbstentwicklung“ zu leisten und herausragende Künstler, die oft am Existenzminimum leben, zu fördern.

Quelle: Kunstmarkt.com/Nadine Waldmann

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


01.09.2019, Frank Gaudlitz - Russian Times 1988-2019

Kunstsparte:


Fotografie

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Variabilder:

Frank Gaudlitz, Tag des Sieges. Moskau, 9. Mai 1989
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Künstler:

Frank Gaudlitz








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