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Bayern restituiert jüdische Raubkunst

Bei der Rückgabe der Sammlung Davidsohn durch Kunstminister Bernd Sibler im Bayrischen Nationalmuseum

Der bayrische Kunstminister Bernd Sibler hat heute neun Kunstwerke aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Bayerischem Nationalmuseum und der Staatlichen Graphischen Sammlung München an die Erben der ursprünglichen Besitzer zurückgegeben. Die fünf Gemälde, drei Farbstiche und die Holztafel mit Elfenbeinreliefs gehörten dem Münchner Ehepaar Julius und Semaya Franziska Davidsohn, das 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und dort getötet wurde. Da sie keine Kinder hatten, gestaltete sich die Erbensuche mit zwei Jahren umfangreich. Hardy Langer, Vertreter der Nachkommen aus London, Simbabwe, Tel Aviv, Mannheim und Bielefeld, sprach heute bei der Restitution von einem „Akt der Gerechtigkeit“.

Zwei Wochen nach dem Novemberpogromen 1938 beschlagnahmte die Gestapo in 70 jüdischstämmigen Haushalten in München und Umgebung rund 2.500 Kulturgüter. Auch das Ehepaar Davidsohn stand auf der Liste, die Museumsverantwortliche und andere Akteure der Kunstszene Münchens mit Standorten von Kunstwerken erstellt und der Gestapo übergeben hatten. Die Kulturgüter wurden zunächst in das Maximilianeum gebracht und 1940 den Museen der bayerischen Landeshauptstadt zum Kauf angeboten. Nach der Auslagerung in Bergungsdepots und nach Kriegsende gelangten die Gemälde, Farbstiche und Holztafel in den Central Collecting Point am Königsplatz. Zwar meldete die Jewish Restitution Successor Organisation (JRSO) schon im Dezember 1948 eine Rückerstattung an. Doch trat sie ihre Ansprüche 1952 an den Freistaat Bayern ab, der im Fall Davidsohn somit an die sieben Kunstwerke gelangte. 1955 gingen sie über die Treuhandverwaltung von Kulturgut in München in den Besitz der drei Museen über. Keine der Arbeiten war zuletzt öffentlich zu sehen.


05.08.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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