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Augsburger Putten kehren heim

Wieder in Augsburg: Hans Dauchers Puttenfiguren aus der Fuggerkapelle

Die Stadt Augsburg kann sich über den Ankauf bedeutender Kunstobjekte freuen: Es handelt sich um zwei etwa zwischen 1525 und 1530 entstandene Puttenfiguren eines Ensembles des Renaissance-Künstlers Hans Daucher aus der Fuggerkapelle in St. Anna. Lange verschollen geglaubt, waren die beiden Kleinskulpturen unerwartet im französischen Auktionshandel aufgetaucht. Die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters, die Kulturstiftung der Länder sowie die Stadt Augsburg konnten die beiden Figuren im Rahmen eines gemeinschaftlichen Engagements für gut 2,5 Millionen Euro erwerben und damit dauerhaft für die Öffentlichkeit sichern. Sie sollen zukünftig im Maximilianmuseum in Augsburg ausgestellt werden.

Ersteigert wurden die Putti am 16. Mai im Rahmen der Auktion „Collection Schickler-Pourtalès – Art and Power in the XIXth Century“ bei Sotheby’s in Paris für einen Nettozuschlag von 1,95 Millionen Euro. Sie kamen aus der Sammlung des Großbankiers Arthur de Schickler, der sich auf Chateau de Baurepaire in Martinvast in der Normandie eine erlesene und vielseitige Kunstsammlung zusammengetragen hatte. Wie genau sie in den Besitz des geadelten Barons Schickler kamen, ist unklar. Bekannt ist, dass die Balustrade, zu deren Dekoration die Putti gehörten, bei Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten Anfang des 19. Jahrhunderts entfernt wurde. Fünf weitere Putten verblieben im Augsburger Raum und sind heute im Maximilianmuseum zu Hause. Eine dort befindliche Zeichnung der Kapelle aus dem 16. Jahrhundert belegt eindeutig die Zugehörigkeit der beiden in Frankreich gefundenen Putten zur ursprünglichen Raumausstattung.

Die Fuggerkapelle in St. Anna ist ein Hauptwerk der deutschen Renaissance. Von Jakob Fugger 1509 und seinen Brüdern Georg und Ulrich als Familiengrablege gestiftet, wurde sie 1518 geweiht. Durch Mitwirkung bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Jörg Breu d.Ä. und Hans Daucher gilt sie als Gesamtkunstwerk von nationaler Bedeutung. Ein wichtiges Ausstattungselement sind Dauchers Putten. Sie schmücken die Balustrade, die die Kapelle vom Kirchenraum trennt. Wegen der herausragenden Bedeutung der Fuggerkapelle sei die Wiederentdeckung der zwei kleinen Skulpturen eine Sensation, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Das Ensemble der Fuggerputten zeichnet sich durch seine hohe künstlerische Qualität und seinen besonderen kulturgeschichtlichen Stellenwert aus.


02.08.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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