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Alice Aycock in Hannover

Alice Aycock, Another Twister (João), 2015

Das Sprengel Museum in Hannover widmet sich derzeit Alice Aycock und präsentiert einen Überblick über die Werke der US-Amerikanerin von den frühen 1970er Jahren bis in die Gegenwart, darunter Installationen, Skulpturen und die Zeichnungsserie „Projects“. Aycock, die an der Rutgers University und danach in New York am Hunter College bei Robert Morris studierte, war in den 1970er Jahren von der Konzeptkunst, der Minimal Art wie auch der Land Art beeinflusst. So greift die Installation „Sand/Fans“ von 1971 Elemente dieser Strömungen auf und bläst durch vier starke Ventilatoren eine Tonne Sand zu einer Düne auf. Hier wird bereits klar, dass Dynamik und Bewegung eine zentrale Rolle im Œuvre der Künstlerin einnehmen. In ihrem Frühwerk schafft Aycock Scheinarchitekturen, die sie gemäß der Land Art nicht in Kunsträumen, sondern in der Natur als Skulpturen umsetzt.

In den 1980er Jahren entstehen maschinenartige Metallskulpturen wie „A Salutation to the Wonderful Pig of Knowledge“. Zwei übereinanderliegende Kreissegmente vereinen Holzplatten und Metallstreben miteinander. Leicht versetzt zu ihnen steht ein Konstrukt, das wie eine Mischung aus Propeller, Motor und einer abgeknickten metallenen Halbkreisscheibe aussieht. Die vielen angeschlossenen Kabel verstärken die technische Anmutung auch dieser kinetischen Arbeit. In den letzten zehn Jahren beschäftigt sich Alice Aycock mit dem Thema des „Twister“, der Windhose. Das Motiv berührt Themen wie den Klimawandel, den Verlust der Balance im Umgang mit der Natur und die daraus resultierenden Gefahren. So steht die sechs Meter hohe Version „Another Twister“ seit 2015 vor dem Sprengel Museum. Diese Skulpturen wären ohne eine digitale Konzeption nicht denkbar und vereinen Technik, Ingenieurskunst und die zerstörerische Kraft der Natur in dynamischer Form.

Die 1946 geborene Bildhauerin und Installationskünstlerin stellte bisher etwa im Museum of Modern Art sowie im Whitney Museum in New York, im Badischen Kunstverein in Karlsruhe wie auch auf der Documenta 6 und 8 in Kassel aus. Alice Aycock lehrt an der School of Visual Arts in New York. 2013 wurde sie zum Mitglied der National Academy New York gewählt.

Die Ausstellung „Alice Aycock. Selected works 1971-2019“ läuft bis zum 25. August. Das Sprengel Museum hat dienstags von 10 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro; freitags ist er kostenlos. Der begleitende Katalog kostet im Museum 25 Euro.

Sprengel Museum Hannover
Kurt Schwitters Platz
D-30169 Hannover

Telefon: +49 (0)511 – 168 438 75
Telefax: +49 (0)511 – 168 450 93


31.07.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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