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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei der SØR Rusche Collection gab es kein Halten mehr: Die Käufer nahmen alles mit, was Van Ham in einer ersten Tranche an zeitgenössischen Werken in Köln aufbot

Die Aura eines Sammlers



George Condo, The blue Rodrigo, 2009

George Condo, The blue Rodrigo, 2009

„Die Auktion der Auktionsrekorde“ – so titelte Van Ham nach der erfolgreichen Platzierung der SØR Rusche Collection. Und tatsächlich kann sich der Kölner Versteigerer glücklich schätzen, dass Thomas Rusche ihn für den Verkauf seiner umfangreichen Sammlung an zeitgenössischer Kunst auserkoren hat. Im voll besetzten Saal mit zwanzig Telefonleitungen in alle Welt ließen die Sammler bei den gut 130 Werken nicht locker, bis fast alles veräußert war. Nur Uwe Hennekens wundersam kreatürliche, mit Kerzen bestückte Bronzeskulptur „Das Erwachen“ auf einer alten Holzkiste blieb bei 3.000 bis 5.000 Euro liegen. Oft wurden die niedrigen Preisangaben übertroffen, was zu einem Bruttoumsatz von über 2,5 Millionen Euro und damit dem Doppelten der Schätzpreissumme sowie zahlreichen Künstlerrekorden führte. Kein Wunder, dass sich Van Ham-Chef Markus Eisenbeis begeistert zeigte: „Aus unserer Sicht war es die perfekte Auktion – von der Aufmerksamkeit im Vorfeld, die sich nicht überbieten lässt, bis hin zu so vielen Auktionsrekorden, wie es bei uns im Haus noch nicht vorgekommen ist und auch in Deutschland eine absolute Seltenheit sein dürfte. Somit sind die Erwartungen des Einlieferers und des Auktionshauses in jeder Hinsicht übertroffen worden.“


Auch der für seine Kunstleidenschaft bekannte Thomas Rusche, Geschäftsführer des familieneigenen Textilunternehmens SØR Rusche, wird sich freuen. Will er doch mit dem Erlös den dringend nötigen digitalen Umbau seiner Traditionsfirma vorantreiben. Dazu trug Ende Mai in Köln an erster Stelle Neo Rauch bei. Ein Leipziger Sammler hob dessen chimärenhaftes Mann-Tier-Wesen „Nachhut“, die erste Skulptur Rauchs im allerersten Guss von 2010, auf ungeahnte 125.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Auch die malerischen Arbeiten Rauchs platzierten sich vorteilhaft: Sein braunes dunkles Leinwandgemälde „Pendel“ von 2009 mit drei schemenhaften enigmatischen Gestalten bei 75.000 Euro (Taxe 70.000 bis 100.000 EUR), der noch aus Studentenzeiten stammende, abstraktere „Fänger“ von 1988 bei hohen 65.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Aus der „Neuen Leipziger Schule“ nahm etwa noch David Schnell mit seiner bunten zersplitterten Architektur-Natur-Landschaft „Markt“ von 2010 und der etwas kleineren sowie verhaltenen „Waldsiedlung“ von 2008 teil, die sich ein norddeutscher Sammler erst bei 78.000 Euro und 53.000 Euro einverleiben konnte (Taxe 20.000 bis 30.000 und 10.000 bis 15.000 EUR). Matthias Weischer gesellte sich mit seinem braunlastigen, von Kreisen und Quadraten überlagerten Interieur einer „Stube“ von 2005 bei taxgerechten 28.000 Euro hinzu, während sein hellerer Bühnenraum unter dem Titel „Pixel“ von 2010 seinen Wert auf 12.000 Euro verdoppelte. Bei Tim Eitels kleiner nachtschwarzer „Feuerstelle“ von 2005 war sogar eine Verdreifachung auf 9.500 Euro drin.

Die Leipziger in Kommen

Für Michael Triegel, der mit seinen Werken selten im Sekundärmarkt auftaucht und bisher fast nur mit druckgrafischen Arbeiten bei Versteigerungen zugegen war, gab es einen Auktionsrekord. Thomas Rusche trennte sich nun von fünf Gemälden, darunter dem gerade einmal 14 auf 10,5 Zentimeter kleinen Kabinettstück „Salome“ mit dem Johannes-Haupt von 2011, das von 600 Euro auf 11.000 Euro schoss, oder dem Altarbild „Karfreitag 1300“ aus dem Jahr 2012 mit einem vollkommen nackten Christus am Kreuz, das bei 45.000 Euro nun die Spitzenposition im Auktionsranking Triegels einnimmt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Für Christoph Ruckhäberle druckgrafisch flächigen Akt im „Wald“ mit stilisierten Pflanzen ging es von 6.000 Euro ebenfalls schnell auf 18.000 Euro nach oben. Nicht ganz so groß war der Zuwachs bei Julia Schmidts Ölgemälde „stash“ mit einer Helmmaske im schemenhaften Gebüsch von 2009 bei 5.500 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).

Einer ihrer Lehrer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig war Arno Rink. Sein Gemälde „Die erotische Mauer: Khajuraho“ von 1982, das die Faszination des Künstlers für ausdrucksstarke Frauenkörper und lustvolle intime Situationen spiegelt, legte auf die Rekordansage von 28.000 Euro zu (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Rinks Generation gehört der 1943 geborene Leipziger Maler Erich Kissing an, dessen in altmeisterlicher Lasurtechnik gemaltes Portrait der jungen „Ulla“ am Strand von 1974 wie auch ein Stillleben von 1966 mit ausrangierten Gegenständen ihre Preisvorstellungen bei 4.000 Euro und 6.500 Euro in etwa verzehnfachten. Vertreter der klassischen „Leipziger Schule“ waren Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, die mit ihren unspektakulären Naturschilderungen „Märzlandschaft bei Neuensalz“ von 1972 und „Gewitterstimmung bei Frose“ von 1948 für 16.000 Euro und 34.000 Euro überzeugten (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR).

Bei 15.000 Euro liegt nun die Messlatte im Schaffen von Uwe Henneken, der dafür das der Werkstatt Gustave Courbets zugeschriebene Seestück „Die Welle“ mit einem durchsichtigen Wassergeist übermalt hat (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), gefolgt von 12.000 Euro für seine Urlandschaft „Sketis“ von 2010 in schreiendem Kolorit (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Bei Stella Hambergs schrundig aufgerissenem, organisch plastischem Schaffen einigten sich die Bieter auf 6.500 Euro für ihre graue Reliefscheibe „Sieben100millionen“ aus dem Jahr 2008, aus der menschliche Gliedmaßen ragen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR), und auf 9.500 Euro für die rot-braun patinierte gleichaltrige Arbeit „Vom Verrecken und der absoluten Unmöglichkeit zu sterben 1 – das Tabu“ (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Für Zofia Kuliks mehrteilige Documenta-Fotoarbeit „The Splendor of Myself (Mother, Daughter, Partner)“ von 2007, für die sie in die Rolle von Elizabeth I. schlüpft, kamen rekordträchtige 17.000 Euro zusammen (Taxe 700 bis 900 EUR). Die Messlatte erhöhte sich auch bei Sven Kroner auf 22.000 Euro, die sein steiniges Flusstal „Tarn“ von 2009 mit einigen Badenden einforderte (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Von gleicher Schätzung aus ging es für Leiko Ikemuras zarte Malerei „Lake Scape“ in mildem gelbem Licht aus dem Jahr 2010 auf 22.000 Euro und damit auf den höchsten Preis für ein Gemälde der gebürtigen Japanerin bergan.

Verstörende Menschenbilder

Für Deborah Poyntons hyperrealistisches unkonventionelles Selbstportrait „Morality Play II“, für das sie sich 2008 als Akt in einem allzu gutbürgerlichen Wohnzimmer mit einem angezogenen Architekten freizügig dem Betrachter zeigt, bewilligten die Käufer 10.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Mit allzu süßlich kitschigen weiblichen Aktgemälden scheint Martin Eder eine gewisse Klientel zu bedienen. Doch liegen bei ihm die Irritationen dann im Detail, die bei seiner galaktischen „Reinigung“ von 2010 mit 22.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder bei seinem hilfesuchenden „Schutz/Protection“ von 2015 mit 33.000 Euro von deutschen Sammlern übernommen wurden (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Bei Jonas Burgert war es dann ein junger Mann in Anzug und nachdenklicher Pose über einer Zielscheibe, der Thomas Rusche auf einer Kunstmesse anzog und jetzt die Käufer zu 35.000 Euro animierte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Die erotischen Jungmännerfantasien Norbert Biskys fanden ihren Gipfel in den beiden als Maler tätigen Jünglingen „Painting“ für 55.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) und „Colorist“ für 48.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Das Menschenbild ist ein bestimmender Faktor in der Rusche-Kollektion. Als ausgelassene Partygesellschaft „Tarantella“ traf es bei Norbert Schwontkowskis Grisaille-Leinwand von 2008 mit 30.000 Euro auf ein spendierfreudiges Publikum (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), als nachdenklicher „Papst Johannes Paul“ bei Cornelia Schleime von 2003 mit 15.000 Euro oder als von innen glühende Gestalten über einer Mauer bei Daniel Richter von 2007 mit 33.000 Euro (Taxe je 7.000 bis 9.000 EUR). Als luxuriös mit Goldpailletten gekleidete, aber von innen heraus verbrannte Frauenfigur gestaltete die Bildhauerin Birgit Dieker ihre „Anita“, die sich auf einem Barhocker räkelt und in ihrer Konsum- und Optimierungskritik hohe 16.000 Euro einspielte (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Auch bei George Condo trifft man selten auf gängige Schönheitsideale. Bei seiner nun 105.000 Euro teuren Stierkämpferperson „The blue Rodrigo“ von 2009 spiegeln sich eher groteske mentale Zustände des Wahnsinns. Auch bei seiner frontalen Frauenfigur „The Renegade“ sind die Gesichtszüge mit Knollennase und -kinn sowie zwei Zahnreihen für nun 48.000 Euro entgleist (Taxe je 20.000 bis 30.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



29.07.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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29.05.2019, SØR Rusche Collection Part I

Bei:


Van Ham Kunstauktionen

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Skulptur

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Malerei

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Bericht:


Trennung aus unternehmerischer Verantwortung

Kunstwerk:

Werner Tübke, Gewitterstimmung bei Frose, 1948
Werner Tübke, Gewitterstimmung bei Frose, 1948

Kunstwerk:

Michael
 Triegel, Salome, 2011
Michael Triegel, Salome, 2011







Zofia Kulik, The Splendour of Myself (Mother, Daughter, Partner), 2007

Zofia Kulik, The Splendour of Myself (Mother, Daughter, Partner), 2007

Taxe: 700 - 900 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 1055

Arno Rink, Die erotische Mauer: Khajuraho, 1982

Arno Rink, Die erotische Mauer: Khajuraho, 1982

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 1091

Wolfgang Mattheuer, Märzlandschaft bei Neuensalz, 1972

Wolfgang Mattheuer, Märzlandschaft bei Neuensalz, 1972

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 1062

Uwe Henneken und Atelier Gustave Courbet zugeschrieben, Sein – Fleisch – fühlt – sich – wie – Eisen – an – Vanguard, 2012

Uwe Henneken und Atelier Gustave Courbet zugeschrieben, Sein – Fleisch – fühlt – sich – wie – Eisen – an – Vanguard, 2012

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 1038

David Schnell, Markt, 2010

David Schnell, Markt, 2010

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 78.000,- EURO

Losnummer: 1095

Neo Rauch, Nachhut, 2010

Neo Rauch, Nachhut, 2010

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 125.000,- EURO

Losnummer: 1082

Martin Eder, Schutz/Protection, 2015

Martin Eder, Schutz/Protection, 2015

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 1021

Martin Kobe, Ohne Titel, 2009

Martin Kobe, Ohne Titel, 2009

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 1051a

Daniel Richter, Ohne Titel, 2007

Daniel Richter, Ohne Titel, 2007

Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 33.000,- EURO

Losnummer: 1086

Norbert Schwontkowski, Tarantella, 2008

Norbert Schwontkowski, Tarantella, 2008

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 1097a

Neo Rauch, Der Fänger, 1988

Neo Rauch, Der Fänger, 1988

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 1079

Leiko Ikemura, Lake Scape, 2010

Leiko Ikemura, Lake Scape, 2010

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 1043

Matthias Weischer, Stube, 2005

Matthias Weischer, Stube, 2005

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 1124




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