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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Zeitgenössische Garten-Kunst in Berlin

Im Berliner Gropiusbau verhandeln die Kuratorinnen Stephanie Rosenthal und Clara Meister ab heute in der Ausstellung „Garten der irdischen Freuden“ anhand von 21 internationalen Künstlerpositionen das Motiv des Gartens als eine erweiterte Metapher für den Zustand der Welt, mit der sich nach ihrer Ansicht die komplexen Zusammenhänge unserer chaotischen und zunehmend prekären Gegenwart erforschen lassen. Als Ausgangspunkt der Präsentation dient eine in der Nachfolge Hieronymus Boschs in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstandene Version des „Gartens der Lüste“, der den Besuchern die inneren Widersprüche der gestalteten Natur in der christlichen Tradition vor Augen führen soll.

In den Werken von Taro Shinoda oder Pipilotti Rist findet sich die klassische Lesart des Gartens als eines abgeschlossenen und begrenzten Sehnsuchtsorts voll meditativer, spiritueller und philosophischer Möglichkeiten. Gleichzeitig begreifen zeitgenössische Kunstschaffende wie Korakrit Arunanondchai, Hicham Berrada, Jumana Manna, Uriel Orlow, Maaike Schoorel oder Zheng Bo ihn als einen Ort der Dualität und des Widerspruchs: Als ein Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie, Utopie und Dystopie, Harmonie und Chaos, Eros und Perversion, Natürlichkeit und Künstlichkeit, dem Ausgeschlossen- und dem Dabeisein. Für Nathalie Djurberg und Hans Berg ist der Garten ein Paradies, dem das bedrohliche Gefühl der Vertreibung innewohnt. Die Vielfalt der Perspektiven spiegelt sich auch in der Auswahl der präsentierten Medien wider, die Installation, Performance, Film und Sound, Gemälde, Fotografie, Zeichnung und Skulptur umfassen.

Der „Garten der irdischen Freuden“ reflektiert die Idee des Gartens auch politisch und aus unterschiedlichen kulturellen und philosophischen Blickwinkeln, behandelt soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, Kolonialisierung, Globalisierung, Kapitalismus sowie Gentrifizierung und zeigt Strategien, die die Natur subversiv instrumentalisieren und so zum politischen Nährboden formen. So gruppiert beispielsweise Rashid Johnson im Lichthof Topfpflanzen in einem stählernen Gerüst und lässt diese in einen Dialog mit Objekten aus Shea-Butter, Aufnahmen von Johnsons früheren Performances sowie Publikationen zur Geschichte von schwarzen Communitys in den USA treten. In diesem Kosmos aus Lebewesen, kulturellen Objekten, Klängen und Medien wird nicht nur der Gegensatz von Natur und Kultur untersucht, sondern auch die Frage nach schwarzer Identität aufgeworfen.

Die Ausstellung „Garten der irdischen Freuden“ läuft vom 26. Juli bis zum 1. Dezember. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro und ist für Personen bis 16 Jahre kostenlos.

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 254 86 236
Telefax: +49 (0)30 – 254 86 235

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


26.07.2019, Garten der irdischen Freuden

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst








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