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Jubiläum in der Kunsthalle Schweinfurt

Die Kunsthalle Schweinfurt feiert ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Neuaufstellung der Sammlung

An diesem Wochenende feiert die Kunsthalle Schweinfurt mit einem zweitägigen Museumsfest ihren zehnten Geburtstag und präsentiert zu diesem Anlass erstmals die Neuhängung ihrer ständigen Sammlung. Die Kunsthalle wurde im Jahr 2009 im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad in Schweinfurt eröffnet. In den Jahren danach hat das Haus mit seiner Sammlung zur Kunst nach 1945 in Deutschland mit Schwerpunkten unter anderem in den Bereichen Skulptur der Münchner und Nürnberger Schulen, Informel und Neofiguration einen festen Platz in der deutschen Museumslandschaft eingenommen und ist zu einem lebendigen Ort der Kunst geworden.

Mit rund 200 Exponaten auf zwei Ebenen präsentiert Museumsdirektorin Andrea Brandl alte Bekannte aber auch zahlreiche Neuzugänge der Schenkungen und Ankäufe des letzten Jahrzehnts. Werke von Willi Baumeister oder Georg Meistermann sind genauso vertreten wie die Arbeiten der Künstlergruppen Quadriga, ZEN 49, Junger Westen oder Spur, Wir, Geflecht und Kollektiv Herzogstraße. Besonders bedeutsam ist die 2018 erfolgte Schenkung der Münchner Galeristen-Familie van de Loo. Die 26 Arbeiten von Hans Matthäus Bachmayer, Dietrich Bartscht, Franz Hitzler und Helmut Rieger, hauptsächlich aus den 1980er Jahren, erweitern den Sammlungsschwerpunkt der Kunsthalle Schweinfurt und bestätigen ihr Profil als Zentrum für Münchner Kunst nach 1945.

Im Untergeschoss geht es zukünftig politisch zu. Werke aus den 1950er Jahren bis heute konfrontieren den Besucher unter dem Titel „Individuum und Gesellschaft“ mit gesellschaftspolitischen Fragen. Verdichtet wird der neue Rundgang mit Arbeiten, die sich mit Landschaft- und Architekturdarstellung befassen. Raumgreifende Gemälde und Installationen sind hier gemeinsam mit neuen Skulpturen eingezogen, daneben werden Kunstwerke aus den Bereichen Videokunst, Fotografie oder Mixed Media gezeigt. Bisher waren in diesem Bereich des Hauses die Werke der Sammlung Joseph Hierling zum Expressiven Realismus in Deutschland zu sehen. Nach dem Auslaufen des Leihvertrages machen sie nun Platz für die jüngeren Künstlergenerationen, deren Arbeiten häufig erstmals als Teil der Dauerausstellung präsentiert werden können. Im Obergeschoss eröffnet am Sonntag der Kunstverein Schweinfurt in Zusammenarbeit mit sechs fränkischen Kunstvereinen und der Yunnan Arts University im chinesischen Kunming die Sonderausstellung „Amplitude der Differenz. Kunstaustausch China – Franken“.

Die Besucher können anlässlich des Eröffnungswochenendes bei freiem Eintritt an unterschiedlichen Rundgängen durch die neue Sammlungspräsentation teilnehmen, einen Blick hinter die Kulissen werfen oder sich an bunten Workshops für Groß und Klein beteiligen. Das Jubiläum wird außerdem von mehreren dem Haus verbundenen Künstlern begleitet, und im Programm finden sich zwei exklusive Kunstaktionen: Am Samstag bietet der Kölner Thomas Baumgärtel seine „Volksbanane“ in einer individuell gestalteten Editionsauflage an, die vor den Augen des Besuchers entsteht. Thomas May aus Nürnberg baut am Sonntag eine Forschungsstation seines Grashalminstituts im Innenhof der Kunsthalle auf, und die Besucher können sich an seiner Grashalm-Schnitz-Aktion beteiligen. Ergänzend installiert May die zwei Versuchsanordnungen „BaumGärten“ und „Sysiphos Arbeiten“.

Weitere Programmpunkte, Aktionen und Sonderausstellungen des Jubiläumsjahres können unter www.kunsthalle-schweinfurt.de abgerufen werden.

Kunsthalle Schweinfurt
Rüfferstraße 4
D-97421 Schweinfurt

Telefon: +49 (0)9721 – 51 47 21
Telefax: +49 (0)9721 – 51 47 49

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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