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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die erste Tranche Alter Meister aus der Sammlung SØR Rusche ist versteigert. Einen Ausverkauf, wie bei den Zeitgenossen im Auktionshaus Van Ham, gab es bei Sotheby’s in London allerdings nicht

Für das Firmenwohl



Jan Miense Molenaer, Junge Musiker mit tanzendem Zwerg, um 1630

Jan Miense Molenaer, Junge Musiker mit tanzendem Zwerg, um 1630

Jan Miense Molenaer, einer der begabtesten Schüler Frans Hals’ in Haarlem, zählt zu den großen Genremalern aus dem Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei. Wohl um 1630 widmete er sich er sich einer Gruppe junger Musiker, die mit Trommel, Tamburin und Rommelpott vor einem Bauernhaus für einen tanzenden Zwerg mit Weinflasche aufspielen. Die lärmende Musik hat schon eine Bauersfrau im Haus aufmerksam gemacht. Das Ganze scheint ein lustiger derber Spaß zu sein, so übertrieben und ungehobelt hat Molenaer die Figuren gezeichnet. Sein mit gut einem Meter recht großformatiges Gemälde war nun eines der Highlights aus der Sammlung SØR Rusche und platzierte sich in der Versteigerung „Old Masters“ bei Sotheby’s in London mit 110.000 Pfund an erster Stelle. Vorgesehen waren für die Posse eigentlich nur 40.000 bis 60.000 Pfund.


Doch nicht alles, was die Textilunternehmerfamilie Rusche an geschmackvollen Gemälden der flämischen und niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts über mehrere Generationen zusammengetragen hat, fand am 8. Mai einen Anhänger. Von den 23 Werken wurden nur 15 veräußert; damit lag die losbezogene Verkaufsrate für die Rusche-Abteilung mit gut 65 Prozent genauso hoch, wie für die gesamte Auktion. Ein Sammlerbonus, wie es Van Ham in Köln mit dem White Glove Sale bei den Rusche-Zeitgenossen gelang, war hier nicht auszumachen. Der Markt für Alte Meister lässt sich wegen eines prominenten Sammlernamens nicht komplett umkrempeln. Firmenchef Thomas Rusche musste etwa Jan Asselijns effektvoll beleuchtete Szene mit einem vornehmen, in einen roten Mantel gehüllten Herrn neben einem grauweißen Pferd in einer höhlenartigen Gegend für 40.000 bis 60.000 Pfund oder Simon de Vliegers Schiffswrack neben einem Felsen bei Seesturm für 20.000 bis 30.000 Pfund wieder mit nach Hause nehmen.

Auf der anderen Seite gab es bei den nicht allzu hoch angesetzten Schätzpreisen einige kräftige Wertzuwächse. Den Sammlern gefiel etwa Otto Marseus van Schriecks feines Blumenstillleben in einer Glasvase mit Schmetterligen und Nachtfaltern bei 75.000 Pfund oder Anthonie Jansz van der Croos’ weite Vorstadtebene mit arbeitenden Menschen und einem Blick auf Leiden im Hintergrund von 1651 bei 90.000 Pfund (Taxe je 20.000 bis 30.000 GBP). Sehen lassen können sich auch die 75.000 Pfund für Pieter Claesz’ Stillleben mit Römer, Oliven, einer geschälten Zitrone, Brot und einem Fisch auf Zinnplatten (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP), die 60.000 Pfund für Willem van Mieris’ Mythologie mit der Zauberin Circe, die eben den energischen Odysseus um Gnade anfleht, nachdem er ihren Zaubertrank entdeckt hat (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP). Thomas Rusche wird sich darüber freuen. Will er doch mit den Einnahmen die nötige digitale Transformation seines Modeunternehmens finanzieren und dadurch Arbeitsplätze langfristig sichern.

Dazu trug auch Jan van Goyen sein Scherflein bei. Sein braunlastiger Blick auf ein Dorf mit gotischer Kirche von 1654 kam zur oberen Schätzung von 40.000 Pfund ans Ziel, taxgerecht dann noch Willem Cornelisz Duysters charmanter junger Offizier im Profil, der gedankenvoll zum Boden schaut, oder Pieter Muliers d.Ä. bewegte See mit einigen Fischerbooten bei jeweils 24.000 Pfund sowie Edwaert Colliers Trompe-l’œil einer Stecktafel mit Zeitungen, Briefen, Kamm und Schreibzug von 1706 bei 32.000 Pfund. Diesen Zuschlagspreis verzeichnete zudem Gerhard van Steenwijcks schlichtes Stillleben mit Waffen, Rüstungen und einer Trommel, womit es seine Schätzung um 2.000 Pfund überrundete.

Weitere 90 Kabinettstücke aus der Rusche-Kollektion hatte Sotheby’s Anfang Mai mit günstigen Taxen in einer reinen Online-Versteigerung zusammengefasst. Hier lag die Verkaufsrate mit 68 Prozent etwas höher. Überraschungssieger war Willem van Mieris, der sich von seinen beiden Göttergestalten „Ceres und Bacchus“ aus dem Jahr 1701 erst bei 70.000 Pfund trennte (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP). Einträglich waren zudem die 45.000 Pfund für Cornelis van der Voorts Dreiviertelportrait einer jungen noblen Dame im schwarzen Damastkleid mit großer Halskrause und weißer Spitzenhaube (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP) oder die 30.000 Pfund für Jan Tengnagels Episode aus der Odyssee von 1612, in der Circe einen Gefährten des Helden gerade in ein Schwein verwandelt hat. Für Simon Pietersz Verelsts Blumenstillleben mit Rosen, Mohn, Jasmin und Schmetterligen musste das Publikum 28.000 Pfund aufwenden (Taxe je 8.000 bis 12.000 GBP), für Nicolaes Eliasz Pickenoys etwas beleibten Herrn in schwarzer Seide mit ausladender kontrastweißer Halskrause 26.000 Pfund (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Weniger konkrete Darstellung einer Person, als vielmehr Sinnbild des lebensfrohen Weiblichen war Jacob Adriaensz Backers Tronie einer Frau mit schwarzem Schleier, das sich erst zur doppelten Schätzung bei 22.000 Pfund verabschiedete.

In der regulären Auktion am 8. Mai hatten sich außerhalb der Rusche-Kollektion noch einige Kunstwerke mit deutschem Hintergrund versteckt. Los ging es im ausgehenden Mittelalter etwa mit dem am Bodensee tätigen Maler Matthäus Gutrecht d.Ä. und seinem tragbaren Triptychon der figurenreichen Entschlafung Mariens. Mit der heiligen Magdalena und der heiligen Veronika auf den Seitentafeln spielte es 24.000 Pfund ein (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP). Ebenfalls noch in der Gotik arbeitete um 1400/20 in Köln der Meister der kleinen Passion, der mit seiner frontal angelegten Kreuzigung samt Maria, Johannes dem Evangelisten, dem heiligen Augustinus, einem weiteren, nicht näher spezifizierten Bischof und zwei anbetenden Nonnen vor blauem Sternenhimmel für gute 28.000 Pfund sorgte (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP). Zeitlich auf der anderen Seite stand der 1797 geborene Carl Wilhelm Tischbein, der mit seinem zarten Bildnis drei junger Geschwister bei 8.500 Pfund reüssierte (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP).

Das Meiste spielte sich bei Sotheby’s im Rahmen der Erwartungen ab. Einige Ausreißer nach oben gab es in London aber doch, so etwa für den in Burgos um 1500 tätigen Maler Alonso de Sedano. Sein in einem gotischen Raum thronender, trauriger Gottvater, dem drei Engel das Schweißtuch der Veronika präsentierten, schwang sich von 20.000 Pfund auf 38.000 Pfund auf. Etwas deutlicher war der Anstieg von 8.000 Pfund bei Giacinto Brandis barocker Sybille mit einem Schriftstück in den Händen auf 22.000 Pfund. Unerwartet waren gleichfalls die 55.000 Pfund für Vittore Ghislandis unprätentiöses Bildnis eines einfachen, aber aufgeweckten jungen Mannes, der nur mit 20.000 bis 30.000 Pfund gerechnet hatte. Erfolgreich waren noch Vincenzo Chilones Venedig-Vedute an der Einfahrt in den Canal Grande mit dem Dogenpalast auf der einen und Santa Maria della Salute auf der anderen Seite bei 35.000 Pfund (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP) und einige der seit dem Klassizismus in England beliebten Pferdebilder: die graue Araberstute, die wohl George Henry Laporte mit zwei Stallknechten vor eine mächtige nordindische Festung positionierte, hielt sich an die obere Schätzung von 30.000 Pfund, John Woottons Fuchs kletterte mit seinem Jockey bei einem Pferderennen auf 26.000 Pfund (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



11.07.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


08.05.2019, Old Masters

Bei:


Sotheby's

Kunstsparte:


Malerei

Stilrichtung:


Klassizismus

Stilrichtung:


Rokoko

Stilrichtung:


Renaissance

Stilrichtung:


Gotik

Stilrichtung:


Barock

Bericht:


Rusches Alte Meister bei Sotheby’s







Willem van Mieris, Circe fleht Odysseus um Gnade an

Willem van Mieris, Circe fleht Odysseus um Gnade an

Taxe: 25.000 - 35.000 GBP

Zuschlag: 60.000,- GBP

Losnummer: 37

Willem Cornelisz Duyster, Junger Offizier im Profil

Willem Cornelisz Duyster, Junger Offizier im Profil

Taxe: 20.000 - 30.000 GBP

Zuschlag: 24.000,- GBP

Losnummer: 27

Pieter Mulier d.Ä., Fischerboote in einen Sturm

Pieter Mulier d.Ä., Fischerboote in einen Sturm

Taxe: 20.000 - 30.000 GBP

Zuschlag: 24.000,- GBP

Losnummer: 42

Jan van Goyen, Blick auf ein Dorf mit gotischer Kirche, 1654

Jan van Goyen, Blick auf ein Dorf mit gotischer Kirche, 1654

Taxe: 30.000 - 40.000 GBP

Zuschlag: 40.000,- GBP

Losnummer: 35

Otto Marseus van Schrieck, Blumenstillleben in einer Glasvase mit Schmetterligen und Nachtfaltern, 1660

Otto Marseus van Schrieck, Blumenstillleben in einer Glasvase mit Schmetterligen und Nachtfaltern, 1660

Taxe: 20.000 - 30.000 GBP

Zuschlag: 75.000,- GBP

Losnummer: 34

Pieter Claesz, Stillleben mit Römer, Oliven, einer geschälten Zitrone, Brot und einem Fisch auf Zinnplatten

Pieter Claesz, Stillleben mit Römer, Oliven, einer geschälten Zitrone, Brot und einem Fisch auf Zinnplatten

Taxe: 40.000 - 60.000 GBP

Zuschlag: 75.000,- GBP

Losnummer: 43

Anthonie Jansz van der Croos, Landschaf mit Blick auf Leiden, 1651

Anthonie Jansz van der Croos, Landschaf mit Blick auf Leiden, 1651

Taxe: 20.000 - 30.000 GBP

Zuschlag: 90.000,- GBP

Losnummer: 44

Edwaert Collier, Trompe-l’œil mit Zeitungen, Briefen, Kamm und Schreibzeug, 1706

Edwaert Collier, Trompe-l’œil mit Zeitungen, Briefen, Kamm und Schreibzeug, 1706

Taxe: 25.000 - 35.000 GBP

Zuschlag: 32.000,- GBP

Losnummer: 49

Gerhard van Steenwijck, Stillleben mit Waffen, Rüstungen und einer Trommel

Gerhard van Steenwijck, Stillleben mit Waffen, Rüstungen und einer Trommel

Taxe: 20.000 - 30.000 GBP

Zuschlag: 32.000,- GBP

Losnummer: 46




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