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Schweizer Auktionator Pierre Koller gestorben

Pierre Koller gestorben

Pierre Koller, Begründer des renommierten Schweizer Auktionshauses Koller, ist tot. Der Romand Koller wuchs in Lausanne und Zürich auf. In Zürich gründete der studierte Jurist 1958 eine Galerie, in der er, einer persönlichen Leidenschaft folgend, vor allem Pferde-Stiche offerierte. Gekonnt nutzte Koller außerdem eine bestehende Marktlücke in den Bereichen hochwertiges Mobiliar und anspruchsvolle Antiquitäten. Als ein Jahr später seine Schwester Antoinette mit in die Firma einstieg, erweiterte die Galerie ihr Repertoire um Asiatika und Porzellan. Auktionen waren im Geschäftsmodell Kollers eigentlich nicht vorgesehen. Erst als ihm das Geld für den Ankauf einer deutschen Uhrensammlung fehlte, entschloss er sich die Objekte über eine Versteigerung zu veräußern.

Pierre Koller machte aus der kleinen Galerie ein Imperium, das heute nach eigenen Angaben zu den zehn erfolgreichsten Auktionshäusern der Welt gerechnet wird und über Dependancen in Genf, München, Düsseldorf, London, Paris, Brüssel, Moskau, Schanghai und Peking international vertreten ist. 1995 sorgte die Versteigerung einer erlesenen Napoleonica-Sammlung mit bedeutenden Möbeln, Skulpturen, Vasen und Bronzen, die mit der Person des Kaisers und dem breiten Kreis seiner Familie in Beziehung standen, für internationales Aufsehen und machte Koller zu einer der wichtigsten Adressen für den Handel mit Möbeln aus dem Empire. Zu den größten Erfolgen des Hauses zählt weiterhin die Entdeckung und anschließende Versteigerung eines Stilllebens auf Kupfer des niederländischen Malers Ambrosius Bosschaert d.Ä., für das Pierre Koller 2008 den Rekordzuschlag von 5 Millionen Franken erteilen konnte. Bei einem seiner letzten Auftritte am Auktionspult schlug er 2014 im Alter von 90 Jahren einen Bureau-Plat von André-Charles Boulle um 1720 für beachtliche 2,6 Millionen Franken einem Privatsammler aus London zu.

Mehrfach wurde Pierre Koller eine Schrittmacherfunktion für den Schweizer Kunsthandel attestiert: Beispielsweise weil er den Hauptsitz der Galerie Koller 1991 von der innerstädtischen Rämistrasse in die Hardturmstrasse verlegte und damit unbewusst den Grundstein für ein neues Kunst- und Kulturviertel im Westen der Stadt legte. Zudem erlernten zahlreiche Galeristen, Experten und Auktionatoren in seinem Haus ihr Handwerk. 2006 hielt Koller als eines der ersten Häuser eigenständige Versteigerungen chinesischer Kunst in Europa ab. Außerdem war Pierre Koller ein häufig konsultierter Experte für kostbare antike Möbel und Objets d’Art vor allem französischer Provenienz. Seit 1998 führt der älteste Sohn Cyril das Unternehmen in zweiter Generation fort. Trotzdem stand Pierre Koller auch noch mit über 90 Jahren selbst am Pult und konnte bis zuletzt die erfolgreichen Auktionen persönlich begleiten. Am 23. Juni ist Pierre Koller im Alter von 94 Jahren gestorben.


05.07.2019

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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 Koller gestorben
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 Blumenstillleben mit Schmetterlingen und Muschel, um 1608
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