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spring swing, 2012 / Heinz Mack

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei der Auktion „Klassische Moderne – Post War – Contemporary Art“ von Neumeister in München wählten die Sammler gezielt aus und waren manchmal spendierfreudig

Teure Berliner Kartoffeln



Heinrich Zille, Kartoffelstehen, 1916

Heinrich Zille, Kartoffelstehen, 1916

Schlange stehen am Supermarkt findet in Westeuropa nur an der Kasse statt. Volle Regale mit Lebensmitteln winken dem Einkäufer saftig entgegen. Das Warten auf Ware vor einem Geschäft ist nunmehr eine vage Erinnerung an die DDR oder die einstige Sowjetunion. Auf die Sprünge hilft hier im Falle Berlins zu Zeiten des Ersten Weltkrieges Heinrich Zille mit seinem Blatt „Kartoffelstehen“ von 1916. Gekonnt packt er die schwierige Zeit für die Bevölkerung in bunte Farben mit zuweilen karikiert auftretdenden Personen. Dennoch bleibt der Ernst der Situation greifbar und die wichtige Rolle der Kartoffel als Mittel zum Abwenden einer Hungersnot gewahrt. Um Zilles Zeichnung zu erwerben, musste der neue Eigentümer bei der letzten Auktion im Hause Neumeister so manchen Konkurrenten abschütteln; schließlich erleichterte ihn das bunte Blatt mit 62.000 Euro um nicht ganz das Doppelte des Schätzpreises.


Das zweitteuerste Kunstwerk war Hans Purrmanns in saftigen Grünnuancen mit braunroten Einsprengseln gemalter „Garten der Casa Camuzzi“ im sommerlichen Tessin von 1948/49 bei guten 46.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Für erhoffte 34.000 Euro wechselte Lyonel Feiningers farbige Tuschezeichnung „Das Zusammentreffen“ von sechs überzeichneten Männern die Hände (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Die kriegerischen „Guerriers de la nuit“ von Daniel Spoerri aus dem Jahr 1982 fanden bei den Anwesenden für hohe 100.000 bis 150.000 Euro keinerlei Zuspruch und wurden wieder zurückgeschickt. Dasselbe Schicksal ereilte weitere höher bewertete Objekte, darunter Marc Chagalls Farblithografie „Carmen“ von 1967 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), Max Beckmanns seltene Bordellszene „Ulrikusstraße in Hamburg“ von 1912 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Edward Cucuels kokette „Dame auf einer Parkbank am Starnberger See“ (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Die Zuschlagsquote der Münchner Versteigerung vom 7. Juni lag bei eher zurückhaltenden 40,4 Prozent.

Erfolgreiche Ruderer, Landschaften und Liebende

Die Erfolgskurve des zu Lebzeiten beliebten Landschaftsmalers und Porträtisten Hermann Groeber fand mit Hilfe seiner „Ruderer“ auch 83 Jahre nach seinem Tod in München eine Fortsetzung. Mit breiten Strichen verewigte er die vier braun gebrannten Männer in kurzen Hosen während eines sonnigen Rudergangs. Der Käufer darf sich neben der Leinwand zudem über eine begleitende Aquarellstudie zu dem Ölgemälde, eine Fotografie der Ruderer in voller Aktion und den Spitzenpreis von 27.000 Euro im Auktionsranking Groebers freuen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). An der oberen Schätzgrenze von 20.000 Euro orientierte sich Leo Putz’ sitzende „Brasilianerin“, die er 1929 koloristisch reich auf Karton festhielt. Eine noch bessere Figur machte das stets aktuelle Thema der Liebenden mit Gen Pauls in Chagallscher Farbenpracht entwickelter Leinwand „Les amoureux“ von circa 1920, die ihrem Verkäufer 28.000 Euro zukommen ließen (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Mit den erwarteten 15.000 Euro begnügte sich Max Slevogts frühes ernstes Portrait der „Mutter mit Kind (Walter Schulze)“ von 1891 noch ohne impressionistische Verve. Bei Gabriele Münters „Mädchen am See“ kam wieder mehr Kauflaune auf. Die schwarzweiße energische Tuschpinselzeichnung um 1917 schoss erst bei 8.000 Euro und damit einem vierfachen Wertzuwachs über die Zielgerade. Sie war aber auch günstig mit 2.000 bis 3.000 Euro veranschlagt. Schüchterner als die Expressionistin präsentierten sich die farbfreudigen „Heuhütten in Südtirol“, die Theodor Prachensky als in Farbzonen gegliederte Malerei schuf. Das in Braunrot, Grün und Gelb mit etwas Violett gehaltene Werk verließ das Parkett in München bei 1.100 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Auf Händen stehen

An eine Welt zwischen Figuration und Abstraktion hielt sich Max Kaminski 1985 bei seinem farbintensiven Acrylgemälde „Handstand“. Die Gestalt ist gebrochen, nur in Teilen zu erahnen, etwa die stilisierte Hand, die ein eine Art runde Platte führt, und schloss gewinnbringend bei 2.600 Euro ab (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Eine Grüne Welle hatten die vier gegenstandslosen Arbeiten von István Nádler. Seine dunkle großformatige Farbkomposition von 1989 in Grau, Weiß und Schwarz richtet sich an einer ungleichmäßig durch das Bild gezogenen weißen Diagonale aus. Das Endprodukt betitelte der 1938 geborene Ungar mit „Szürkebarat“, was der Name für die ungarische Variante des Grauburgunders ist, und spielte 5.500 Euro ein (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Nádlers „Febetebráes No. 11“ von 1987 mit freundlichem Kolorit in Nachtblau, Rot sowie weiteren Blau- und Rotnuancen vor einem vorwiegend weißen Grund konnten die Preisvorstellungen auf 8.000 Euro sogar vervierfachen (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Für Karl Schleinkofers mit schwarzer Kreide und aus kleinen Strichen dicht gezeichnetes Farbknäuel kamen dann 2.500 Euro zusammen (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR). Vergleichbar und ebenfalls abstrakt arbeitet auch Otto Zitko und schuf aus blauen Ölstrichen und -kreisen eine großformatige Arbeit auf einer Aluminiumplatte, die mit 9.500 Euro innerhalb der Schätzgrenzen verweilte. Wer dieses Objekt nicht für sich gewinnen konnte, hat die Chance, die aktuelle Ausstellung des Künstlers in Linz zu besuchen. Wieder mehr zur Figuration tendiert Armin Boehm, der 2002 seinen „Letzten Wald“ malte. Kräftige Farben mit beißenden Kontrasten definieren die unwirklich scheinende Sumpflandschaft mit Kinderwesen, die bis zur oberen Wertmarke von 5.000 Euro aufstieg.

Papier mit Kunst

Der Jugendstilkünstler Ludwig Hohlwein legte zu Beginn der Versteigerung einen fulminanten Start hin. Seine drei flächigen Plakatentwürfe platzierten sich über den Erwartungen, an erster Stelle die adrette Gouache eines Rosenbuketts für das „Damenconfectionshaus Mayer Sundheimer“ in München aus dem Jahr 1909 mit 25.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Etwas ruhiger verlief es für Ernst Wilhelm Nays Aquarell von 1959, das zur Gruppe seiner Scheibenbilder gehört, mit 19.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Die nackte Haut von Tomi Ungerers liegendem Frauenakt aus dem Jahr 1965 erregte bei finalen 1.100 Euro weniger Interesse (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Sinnlich und verführerisch wirkte dagegen Henri Matisses Lithographie „Torse Nu au Collier d’Ambre“ von 1929 bei 3.300 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). In die bunte der Welt des Farbdrucks führte Marc Chagalls opulentes Stillleben „Le Grand Bouquet“ von 1963 mit einträglichen 15.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Eine Art geheimnisvolle Schrift zwischen Notenköpfen und Hebräisch zeichnete Fritz Koenig mit weißer Kreide 1998/99 auf graues Papier. Der Bildhauer überzeugte die Anwesenden so sehr, dass sein „Ganslberger Winterbrief“ seinen Preis auf 4.000 Euro vervierfachen konnte. Der Kraft des Wortes widmete sich Christopher Wool 1993 in der Offsetlithografie „The show is over…“ mit schwarzen Großbuchstaben, die auf das weiße Papier aufgesprüht scheinen. Der Text schildert, wie die Zuschauer ihre Mäntel holen und nach Hause gehen wollen, was ihnen aufgrund des Fehlens beider Elemente jedoch nicht gelingt. Dieses Word-Painting kletterte von 5.000 Euro auf 11.000 Euro. Drei Blätter erhielt ein Käufer mit Joseph Beuys’ abstrakten Arbeiten „Stag“, „Swan“ sowie „Lightning and Queen Bee“ von 1980. Der Hirsch formt sich aus nah aneinandergesetzten grau-violetten Pinselzügen, die am oberen Ende das Geweih wiedergeben, der Schwan ist eine rote Farbwolke, und die Bienenkönigin präsentiert sich als weibliche Silhouette inmitten eines schwarzen Liniengewirrs. Die lithografierten Aquatintaradierungen gehören zur Folge „Suite Oath Hand“ in 75 Exemplaren und kosteten ihren neuen Eigentümer 2.400 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Die angespannte Tänzerin

Der gebürtige Frankfurter Plastiker Fritz Klimsch überzeugte im Süden Bayerns mit seiner Bronze „Tänzerin“. Der elegante Frauenakt mit leicht angewinkelten Beinen und Armen von 1936 wurde bei der Weltausstellung in Paris ein Jahr später mit dem „Grand Prix“ ausgezeichnet und sicherte sich in München stattliche 24.000 Euro (Taxe 9.500 bis 12.000 EUR). Klein Glück hatte dagegen der 1933 datierte, klassisch wirkende „Sitzende Akt mit erhobenen Armen“ der weitgehend unbekannten Bildhauerin Herta Ottolenghi-Wedekind (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Fortuna wollte die mythische Gestalt des „Prometheus“ nicht weiter strafen, so dass sie der Interpretation Erich Kochs aus den 1980er Jahren die erwünschten 4.000 Euro gönnte.

Weitaus abstrakter ging Lothar Fischer 1982 bei seinem „Kleinen männlichen Torso II“ vor. Herauskragende Linien laufen über die massige Bronze, die den gesamten Thorax abbildet, und definieren die Taille, die Körpermitte und den Schambereich. Die kleine keilförmige Skulptur konnte ihren Wert auf 2.500 Euro verbessern (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Genügsamer war die erheiternde bunte Tierfigur aus der Hand Otmar Alts mit 1.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Die Vorliebe für die geschlossene Form charakterisiert Karl Prantls stoisch anmutenden „Meditationsstein“ aus Granit. Die Arbeit des Österreichers in der Form eines Hauses war bei 19.000 Euro durchaus populär (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Das durchsichtige Material Glas in Kombination mit dem Universum und der Geometrie bestimmt Mary Bauermeisters „Acht-Eck-Kosmos“ von 1984. Das Oktogon bildet die Fläche, die mit einer Vielzahl an unterschiedlich großen, konvex und konkav geformten Kugeln bestückt ist. Zwei eckige Formen haben sich ebenfalls in diese Sphäre geschmuggelt, die bei 8.000 Euro reüssierte (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. Die nicht veräußerten Objekte sind noch bis zum 28. Juni im Nachverkauf zu haben.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



26.06.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

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