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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Musik und Kunst vereint in der Schirn

Musikinstrumente inspirierten immer wieder Künstler zu ideenreichen malerischen oder plastischen Illustrationen. Fernand Léger malte Musikanten, Pablo Picasso bauschte erotische Formen von Instrumenten auf, Georges Braque fügte sogar originale Teile in seinen kubistischen Collagen ein und Arman archivierte zertrümmerte Geigen oder Hupen in Kästen. Im Rahmen eines erweiterten Kunst- und Musikbegriffes in den 1960er Jahren wurde das Aufführen von Musikstücken Teil von Aktionen oder Happenings. Das Hörbare und das Sichtbare gingen eine Symbiose ein. Dieser „Sound“ in seiner Gesamtheit bringt hybride Werke zustande, in denen Künstler, Performer und Musiker Elemente wie Produktionen, Musikdarbietungen oder Rezeptionen in einem kommunikativen, sozialen Prozess verschmelzen. Musikinstrumente, die sogleich bespielbare Skulpturen sind, stellt nun die Ausstellung „Big Orchestra“ in der Frankfurter Kunsthalle Schirn vor.

Die Schau präsentiert Arbeiten von 16 Künstlerinnen und Künstlern: Doug Aitken, Nevin Aladag, das Duo Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla, Carlos Amorales, Tarek Atoui, Cevdet Erek, Guillermo Galindo, Hans van Koolwijk, Constantin Luser, Christian Marclay, Caroline Mesquita, Rie Nakajima, Carsten Nicolai, Pedro Reyes, Naama Tsabar und David Zink Yi. Alle ihre Werke sind zwischen den Disziplinen Plastik, Musikinstrument und Installation angesiedelt. Den Besucher erwarten nicht nur visuelle, sondern auch akustische Erfahrungen, da die Kunstinstrumente während des Ausstellungsbetriebes bespielt werden. So lassen die Künstler die Schirn während der Laufzeit zu einem Konzertsaal werden, indem die Werke aktiviert und zum Klingen gebracht werden. Eine mobile Ausstellungsarchitektur lässt zudem immer neue Kombinationen der Arbeiten zu. Als Höhepunkt vereint die eigens geschriebene Komposition „Music for Exhibitions“ von Orm Finnendahl alle Werke ausgehend von Samples in einer algorithmisch strukturierten Partitur, die zwischen Workshops und Konzerten zu hören ist. So stellt Kurator Matthias Ulrich die traditionelle Auffassung der Trennung von Instrument, Partitur und Aufführung wiederholt auf den Prüfstand gestellt.

Die Ausstellung „Big Orchestra“ ist noch bis zum 8. September zu besichtigen. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt hat täglich außer montags von 10 bis 19 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 25 Euro, im Buchhandel 29,80 Euro.

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 29 98 82 0
Telefax: +49 (0)69 – 29 98 82 240

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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19.06.2019, Big Orchestra

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