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Käthe-Kollwitz-Preis geht an Timm Ulrichs

Timm Ulrichs erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2020

Die Akademie der Künste in Berlin zeichnet Timm Ulrichs mit dem Käthe-Kollwitz-Preis 2020 aus. Sein Œuvre umfasst konzeptuelle Arbeiten, Objektkunst, Environments, Performances, Aktionen, Multimediales und Konkrete Poesie. Seit den 1960er Jahren macht Timm Ulrichs vor allem sein Leben und seinen Alltag, aber auch seinen eigenen Körper zum Bestandteil seiner Kunst. Seine unangepasste Existenz jenseits von Mainstream und Kunstmarkt und seine Rolle als kritischer Beobachter der Szene ließen ihn zu einem einflussreichen Vorbild für die folgenden Generationen werden.

Die dreiköpfige Jury, bestehend aus den Akademie-Mitgliedern Ute Eskildsen, Wulf Herzogenrath und Gregor Schneider, freut sich besonders, den Künstler nun zu seinem 80. Geburtstag für sein Lebenswerk zu ehren. In ihrer Begründung hebt sie hervor, dass Timm Ulrichs fernab der Kunstzentren unermüdlich als Autodidakt seine Enzyklopädie der Ideen erfunden habe. „Als selbsternannter ‚Total-Künstler‘ arbeitet er in unterschiedlichsten Genres. Dabei verfolgt er mit seinem Ideenreichtum kein durchgehendes Konzept, sondern sucht Originalität in jeder einzelnen Idee. Die schiere Masse und Vielfältigkeit dieser unterschiedlichsten Einfälle sucht ihresgleichen.“

Timm Ulrichs, Jahrgang 1940, studierte nach dem Abitur Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover und unterrichtete anschließend unter anderem an der Kunstakademie in Münster und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 1959 gründete Ulrichs die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus“ in Hannover, die zur Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst dienen sollte, und erklärte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“. Es folgten 1966 eine öffentliche „Selbstausstellung“ in Frankfurt am Main, 1969 die Gründung einer „Kunstpraxis (Sprechstunden nach Vereinbarung)“ und 1970 die erste Totalkunst-Retrospektive in Krefeld. 1977 war er mit seiner radikalen Position Teilnehmer der Documenta in Kassel.

Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1960 jährlich und damit nun zum sechszigsten Mal an in Deutschland lebende Künstler vergeben. Er ist mit 12.000 Euro dotiert und beinhaltet eine Ausstellung und einen Katalog. Zu den bisherigen Empfängern zählen unter anderem Karl Erich Müller, Otto Nagel, Martin Kippenberger, Douglas Gordon, Adrian Piper und zuletzt Hito Steyerl. Die Präsentation der Werke Timm Ulrichs’ wird anlässlich der Preisverleihung Ende Januar 2020 in der Akademie der Künste am Hanseatenweg in Berlin zu sehen sein.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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