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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und Zeitgenössische Kunst mit viel grafischer Zutat bei Jeschke van Vliet in Berlin

Lichtvolle Mystik



Lothar Quinte, o.T. (Corona in Dunkelblau), 1967

Lothar Quinte, o.T. (Corona in Dunkelblau), 1967

Geheimnisvoll brechen sich zwei spitze hellrote Dreiecke im tiefen Dunkelblau ihre Bahn. Es ist so, als wolle der Schimmer eines neuen Tages die Nacht vertreiben. So schuf Lothar Quinte 1967 seine quadratische Leinwand „Corona in Dunkelblau“ und setzte dabei auf die Eigenständigkeit der Farbe. Er selbst sah das Bild als komplexes optisches Ereignis, reduziert auf das Wesentliche. „Ich habe immer die Ruhe in der Bewegung, die Implosion der Farbe statt der Explosion gesucht, einen Bildzustand – aliterarisch, akompositionell – eine Aufforderung zu sinnliche Schauen“, äußerte er sich 1997 in einem Interview und war damit ein gefragter Künstler, gerade für die Gestaltung von Kirchenfenstern, die zum sichtbaren Ausdruck der Transzendenz in eine andere Welt werden.


Nun ist Lothar Quintes mystische „Corona in Dunkelblau“ im Berliner Auktionshaus Jeschke van Vliet zu haben. Die sechs Mal bei der Edition Rottloff in Karlsruhe verlegte Farbserigrafie verlangt 4.000 Euro. Daneben gibt es von Quinte noch drei Fächerbilder in den Farbstellungen Blau, Gelbgrün und Grau aus dem Jahr 1969 für jeweils 3.000 Euro. Seine Ursprünge hatte Quinte in der informellen Malerei der jungen Nachkriegsjahre. Dafür listet der mit gut 500 Positionen bestückte Katalog etwa Fred Thielers fleckige, grauschwarze Mischtechnik von 1959 für 4.500 Euro, Karl Otto Götz’ violette Farbschwünge auf der Lithografie „Somma“ von 1996 für 700 Euro oder Jean Fautriers titellose dreischichtige Aquatintaradierung von 1962 für 300 Euro. Als Kombination aus geometrischen und biomorphen Formen entwickelte Fritz Jarchov in den 1960er Jahren seine Malerei, wofür der Katalog zwei charakteristische titellose Ölgemälde für je 1.500 Euro anführt.

ZERO-Kunst steuern Günther Uecker mit dem Prägedruck einer Nagelspirale von 1972 (Taxe 3.600 EUR) oder Otto Piene mit der Serigrafie eines weißen, auslaufenden Lichtkreises auf schwarzem Grund von 1970 bei (Taxe 700 EUR). Walter Leblanc hat seine dreidimensionalen reliefartigen Torsionen auch flächenhaft malerisch verarbeitet und dafür mit Gouache eine serielle Anordnung von Kreissegmenten in Silber und Grau auf die Leinwand gespritzt (Taxe 2.000 EUR). Fast vollständig auf abstrakte Positionen setzte auch die Auswahl für die Mappe zum Kölner Kunstmarkt 1968 mit grafischen Arbeiten von 21 Künstlern, darunter von Lothar Quinte, Ludwig Wilding, Richard Anuszkiewicz, Rupprecht Geiger, Jesús Rafael Soto, Piero Dorazio oder Georg Karl Pfahler. Gegen diese Übermacht mussten sich figurativ arbeitende Künstler wie Gerhard Richter oder Otmar Alt kraftvoll durchsetzen (Taxe 8.000 EUR).

Auf der anderen Seite steht die Pop Art, in der Versteigerung vor allem repräsentiert durch Andy Warhol. Vom ihm ist das frühe Tuscheaquarell einer Rosenblüte aus den 1950er Jahren für 10.000 Euro oder das bekannte „Dollar Sign“ von 1982 als unikate Serigrafie in Schlammgrün und Schwarz im abweichenden Format zur regulären Auflage für 22.000 Euro zu haben. Alex Katz tritt mit seiner grauen Lithografie „Striped Jacket“ von 1981 samt melancholisch blickender Ada hinzu (Taxe 8.000 EUR), Robert Indiana mit seiner typischen „Love Wall“ aus vier quadratischen Serigrafien in Grün, Rot und Blau von 1967 (Taxe 2.000 EUR) und Ford Beckman mit dem Abzug „Neon Clown XII“ von 1994 (Taxe 1.500 EUR). Für den Hyperrealismus steht Gottfried Helnweins blau getönte Serigrafie mit dem etwas unerlöst und mürrisch blickenden Andy Warhol von 1990 (Taxe 1.200 EUR).

Die Banalität des Alltags erhoben Peter Fischli und David Weiss 2008 auf ihrem fotografischen Farboffset-Triptychon „Airport Paris“ humorvoll zur Kunstform (Taxe 700 EUR). Für Angela Hampel musste es immerhin Samuel Becketts Erzählung „Der Ausgestoßene“ sein, die sie zu einem Künstlerbuch mit sechs doppelblattgroßen farbigen Collagemalereien und dem handgeschriebenen Text anregte (Taxe 3.500 EUR). Markus Lüpertz mühte sich 2014 an der Gestalt eines Löwen ab und formte daraus eine überlängte schlanke Bronze mit großem Kopf und rosafarbener Bemalung (Taxe 13.000 EUR). Christof Kohlhöfer ging 1998 in einer Mischtechnik ironisch auf die Suche dem „Genius“ und fand ihn in zwei Tassen auf einem schwarzweißen Rautenmuster (Taxe 2.000 EUR).

Eine schöne Auswahl vor allem an grafischen Arbeiten hält die Moderne Kunst bereit. Noch symbolistisch angehaucht sind Franz von Stucks Radierung „Luzifer“ mit toten Augen von 1890/91 (Taxe 800 EUR) und Frits Thaulows verschwommene Farbaquatintaradierung von sechs Schwänen auf einem weiten See (Taxe 1.200 EUR). Ihm folgt Carl Thiemann 1907 mit dem flächiger ausgearbeiteten Farbholzschnitt eines einzeln dahinziehenden Schwans. Dem Jugendstil ist ebenso Miklós Santhós aquarellierte Tuschezeichnung tanzender und musizierender junger Frauen in einer antikischen Landschaft verpflichtet (Taxe je 300 EUR). Einen realistischen Zugriff verfolgte die Französin Marie Baudet in ihrem Konvolut von 40 Zeichnungen mit Bettlern und mittellosen Alten. Die teils lavierten, teils aquarellierten Tuschpinselblätter „Avec les Gueux“ von 1909/10, gebunden in einem Halbledereinband, sollen 10.000 Euro einspielen. Expressionistisch wird es mit dem schwarz-weißen kantigen Holzschnitt „Landschaft im Mondschein“ von Karl Schmidt-Rottluff aus dem Jahr 1927 (Taxe 4.000 EUR).

Malerisch hat der Expressionismus etwa Ludwig Meidners typisches Motiv eines einsamen Propheten in einer wüsten Landschaft als Leit- und Leidensfigur unter einer lastenden Wolke zu bieten. Das Ölgemälde von 1933 ist mit 10.000 Euro veranschlagt. Gut mit Zeichnungen, Pastellen und Gemälden ist der 1884 geborene Albert Mueller zugegen. Religiös inspiriert ist seine gerundete Hügellandschaft mit einer Jesus-Gestalt, zwei Akten und drei Jüngern aus dem 1910er Jahren (Taxe 2.500 EUR). Alexandra Povorinas farbglühende „Rote Felder“ von 1926 kommen dagegen ganz ohne den Menschen aus (Taxe 3.500 EUR). Neusachliche Tendenzen greifen Franz Lenk in seiner stillen aquarellierten Ackerlandschaft mit Waldhügel von 1963 (Taxe 900 EUR) und Richard Müller in der Kreidezeichnung eines kopflosen stehenden weiblichen Akts von 1929 auf (Taxe 700 EUR).

Otto Coenen, ein Mitglied der sozialkritischen Künstlergruppe „Kölner Progressive“, reduzierte seinen Stil auf eine einfache, geometrisch ausgerichtete Zeichensprache. Vier Linolschnitte mit Ähren, einem Akt oder Fußballspielern aus den 1920/30er Jahren machen dies zu Schätzungen zwischen 300 und 450 Euro deutlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigte er sich in den Aquarellen des Bonner Münsters (Taxe 500 EUR) oder zweier Akte etwas nachgiebiger (Taxe 1.100 EUR). Nach Frankreich geht es dann noch mit Marc Chagalls träumerischer Lithografie „Couple à l’oiseau“ von 1959 (Taxe 6.000 EUR) oder Pablo Picassos Antikriegsblatt „La Guerre“ mit einem lustigen Panzer samt menschlichen Gesichtszügen (Taxe 3.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 21. Juni um 15 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 20. Juni täglich von 11 bis 19 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.jvv-berlin.de.

Kontakt:

Jeschke van Vliet Auctions GmbH

Lehrter Straße 57

DE-10557 Berlin

Telefax:+49 (030) 22 66 77 01 99

Telefon:+49 (030) 22 66 77 00

E-Mail: info@jvv-berlin.de



18.06.2019

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Otto Coenen, Titelblattentwurf zu „Ludwig Tureck. Ein Prolet erzählt“, 1931
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Lothar Quinte, o.T. (Fächerbild in Schwarz, Grau und Weiß), 1969

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Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 31

Ford Beckman, Neon Clown XII, 1994

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Taxe: 1.500,- EURO

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Albert Mueller, Stehender männlicher Akt, 1908

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Fritz Jarchov, o.T. (Abstrakte Komposition), 1969

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Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 44

Walter Leblanc, Torsion in Silber und Grau

Walter Leblanc, Torsion in Silber und Grau

Taxe: 2.000,- EURO

Losnummer: 27

Lothar Quinte, o.T. (Fächerbild in Blau und Türkis), 1969

Lothar Quinte, o.T. (Fächerbild in Blau und Türkis), 1969

Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 29

Otto Coenen, Bonner Münster, wohl 1946

Otto Coenen, Bonner Münster, wohl 1946

Taxe: 550,- EURO

Losnummer: 14

Alex Katz, Striped Jacket, 1981

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Taxe: 8.000,- EURO

Losnummer: 463

Miklós Santhó, Tanzreigen

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Taxe: 300,- EURO

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Marie Baudet, Avec les Gueux, 1909/10

Marie Baudet, Avec les Gueux, 1909/10

Taxe: 10.000,- EURO

Losnummer: 5

Ludwig Meidner, Prophet in der Landschaft, 1933

Ludwig Meidner, Prophet in der Landschaft, 1933

Taxe: 10.000,- EURO

Losnummer: 53

Lothar Quinte, o.T. (Fächerbild in Grün und Ocker), 1969

Lothar Quinte, o.T. (Fächerbild in Grün und Ocker), 1969

Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 30




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