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Neue Sachlichkeit in Chemnitz

Karl Hubbuch, Verlobung steht bevor, um 1935

Zum 100. Jubiläum der Verkündung der Weimarer Verfassung präsentiert das Museum Gunzenhauser die Schau „Neue Sachlichkeit. Kunst in der Weimarer Republik“. Anhand von 120 Gemälden, Grafiken und Fotografien aus den Beständen der Kunstsammlungen Chemnitz werden 34 regionale wie auch überregional bekannte Künstler vorgestellt, darunter Rudolf Bergander, Gustav Schaffer, Pol Cassel, Willy Kriegel, Heinrich Zille, Karl Völker, Hanna Nagel, Conrad Felixmüller, Käthe Kollwitz, Karl Holtz und Otto Dix. Thematische Schwerpunkte bilden einerseits die Krisen der Weimarer Republik, wie der verlorene Erste Weltkrieg, Verarmung, Arbeitslosigkeit, soziales Elend, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit, Hunger und Prostitution, zum anderen die Errungenschaften der Zeit, etwa die Modernisierung der industriellen Produktionsstätten, der Fortschritt in Wissenschaft und Technik, die Veränderung der Geschlechterkonventionen und die Freizügigkeit der Sexualität. Der Fokus liegt dabei auf den Zentren Berlin und Dresden mit einer Berücksichtigung Chemnitzer Künstler.

Nach dem Ersten Weltkrieg durchlebte die Weimarer Republik eine Zeit der Not. Zwischen 1924 und 1929 setzte ein Aufschwung ein, der Kultur und Wirtschaft florieren ließ, bis im Oktober 1929 die Weltwirtschaftskrise begann. Armut und Elend breiteten sich nun aus. All diese Themen hielten die damaligen Künstler in ihren Arbeiten fest. An die Stelle des gefühlsbetonten Expressionismus trat der kühle Blick auf den Alltag und die wirklichkeitsnahe Wiedergabe. Karl Hubbuchs Lithografie „Hilde im Bauhausstuhl“ von 1928 veranschaulicht den ästhetischen Wandel durch die funktionalen Design-Ideen des Bauhauses. Zudem hielt Hubbuch um 1935 in der wenig beschönigenden Sprache der Neuen Sachlichkeit ein Liebespaar im Café fest. Sein Bild „Verlobung steht bevor“ präsentiert eine Blondine mit Augenringen und ihren baldigen haarlosen Ehemann mit Überbiss und ungewöhnlich großen Zähnen. Die beiden erscheinen in ihrer Überzeichnung wie Karikaturen. 1928 befand Martha Schrag die Fabrikanlagen mit hohen rauchenden Essen „Am Falkenplatz“ als malwürdig. Nüchtern zeigt Albert Renger-Patzsch auf seinem Foto neun gläserne „Messzylinder und Mischzylinder“ von 1932. Friedrich Seidenstücker lichtete 1925 den ehrgeizigen Satz einer jungen Frau als „Pfützenspringerin“ ab.

Die Ausstellung „Neue Sachlichkeit. Kunst in der Weimarer Republik“ läuft bis zum 25. August. Das Museum Gunzenhauser hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie am ersten Freitag des Monats ist er kostenlos. Ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen, Performances, Theater- und Filmaufführungen führt in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext der Epoche ein.

Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser
Falkeplatz
D-09119 Chemnitz

Telefon: +49 (0)371 – 488 70 24
Telefon: +49 (0)371 – 488 70 99

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


26.05.2019, Neue Sachlichkeit. Kunst in der Weimarer Republik

Bei:


Kunstsammlungen Chemnitz

Kunstsparte:


Fotografie

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Grafik

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Zeichnung

Stilrichtung:


Verismus

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Neue Sachlichkeit








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